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Wenn dem Doktor das Geld fehlt

Doktorarbeit finanzieren [© Africa Studio - Fotolia.com]

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Fünf Jahre Studium gehen ins Geld - und jetzt auch noch eine Promotion? Wenn dein Sparkonto längst leer geräumt ist und deine Eltern die Stirn runzeln, solltest du dich nach anderen Geldquellen umsehen.

Ohne Geldsorgen promoviert es sich besser. Ist die Finanzierung gesichert, kannst du mehr Zeit und Energie in deine Dissertation stecken. Übliche Geldquellen sind der Job an der Uni, ein Promotionsstipendium, die Promotion im Unternehmen oder Graduiertenkollegs.

Wissenschaftliche Mitarbeit in Forschung und Lehre

Die meisten Doktoranden finanzieren ihre Promotion über einen Job an der Uni. Als wissenschaftliche Mitarbeiter oder Hilfskräfte arbeiten sie an Lehrstühlen oder bei Forschungseinrichtungen - größtenteils in Forschung und Lehre. Aber auch Verwaltungsaufgaben gehören zum Alltag. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter wirst du nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) bezahlt und verdienst mit einer Teilzeitstelle etwa 1.500 Euro brutto im Monat. Allerdings sind die Verträge meist befristet und die Arbeitsbelastung hoch.

Projektstellen

Neben der wissenschaftlichen Mitarbeit gibt es auch Projektstellen für Doktoranden. Dabei handelt es sich meist nicht um Planstellen der Uni, sondern um Drittmittelstellen, die von Unternehmen oder Gesellschaften finanziert werden. Gemeinsam mit Kollegen betreust du ein Forschungsprojekt - ideal ist das natürlich, wenn das Thema des Projekts mit deiner Dissertation verknüpft ist. Ein solches Projekt ist aber immer abhängig von den Geldgebern - bewilligen die kein Geld mehr, stehst du plötzlich ohne Job da.

Begabtenförderungswerke

Die Begabtenförderungswerke vergeben Stipendien für Promovenden - derzeit 1.050 Euro im Monat. Zusätzlich gibt es einen Zuschuss für Auslandsaufenthalte, eine Forschungskostenpauschale von 100 Euro und einen Kinderzuschlag von 155 Euro. Außerdem bieten die Werke ideelle Förderung, zum Beispiel Sommerakademien. Worauf du allerdings achten musst: Das Stipendium ist zwar unabhängig vom Einkommen der Eltern, dein eigenes Einkommen wird aber angerechnet. Neben dem Stipendium darfst du daher maximal fünf Stunden pro Woche arbeiten, bei einer Beschäftigung in Lehre und Forschung zehn Stunden. Und selbst versichern musst du dich auch.
 
Bei der Bewerbung steht dein wissenschaftliches Projekt im Vordergrund, bewertet werden aber auch deine Persönlichkeit und dein gesellschaftliches Engagement. Das Stipendium hat eine Laufzeit von zwei Jahren und kann in begründeten Fällen um ein weiteres Jahr verlängert werden. Bewerben kannst du dich auch, wenn du während des Studiums kein Stipendiat warst. Für die Studienstiftung des Deutschen Volkes muss dich ein Hochschullehrer vorschlagen, bei den anderen Stiftungen kannst du dich selbst bewerben.

Förderung nach dem Landesgraduiertengesetz

Jedes Bundesland vergibt Stipendien an Promovierende mit überdurchschnittlichem Examen, wenn deren Doktorarbeit einen wichtigen Beitrag zur Wissenschaft verspricht. Über die Förderung entscheiden die Hochschulen. Normalerweise wird das Stipendium für ein Jahr bewilligt und umfasst 600 bis 900 Euro pro Monat plus 150 Euro Kinderzuschlag und einen Zuschuss zu Sach- und Reisekosten. Zusätzlich vergeben die meisten Bundesländer sogenannte Abschlussstipendien. Diese richten sich an Promovenden, die bisher an Hochschulen gearbeitet haben und ihre Stelle aufgeben mussten, um die Doktorarbeit fertigzustellen, oder deren Vertrag ausgelaufen ist, bevor sie ihre Dissertation abschließen konnten. Das Abschlussstipendium gibt ihnen bis zu einem Jahr Zeit, um die Promotion zu beenden.
 
Einige Bundesländer fahren bei der Graduiertenförderung eine Sonderschiene. Nordrhein-Westfalen unterstützt zum Beispiel 17 Forschungsschulen. Wer aufgenommen wird, kann sich um ein monatliches Stipendium von bis zu 1.300 Euro bewerben. Niedersachsen hat zehn Graduiertenstudiengänge eingerichtet und fördert Doktoranden mit dem Georg-Christoph-Lichtenberg-Stipendium. Und Bayern hat mit den Bayerischen Eliteförderungsgesetzen ebenfalls ein etwas anderes System geschaffen: Die Hochschulen wählen zwar die potenziellen Stipendiaten aus, aber über die Vergabe entscheidet eine zentrale Stelle.

Forschungsgesellschaften

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt zahlreiche Graduiertenkollegs. Darunter versteht man ein systematisch angelegtes Studien- und Forschungsprogramm mit Lehrveranstaltungen, Seminaren, Kolloquien und Workshops. Für einen Teil der Kollegiaten gibt es Promotionsstipenden über mindestens 1.000 Euro im Monat plus 103 Euro Sachkostenzuschuss. Die maximale Förderdauer beträgt 36 Monate. Neben der DFG unterhalten auch die Max-Planck-Gesellschaft und die Helmholtz-Gemeinschaft Research Schools und Graduiertenkollegs mit Promotionsstipendien. Außerdem können Doktoranden sich bei beiden Gesellschaften um Promotionsstellen bewerben.
(Mehr Informationen zu Graduiertenkollegs)

Landesgraduiertenförderung und Graduiertenkollegs

Über die Landesgraduiertenförderung informiert der "Bundesbericht zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses". Die Programme von Nordrhein-WestfalenNiedersachsen und Bayern findet du auf den jeweiligen Websites.

Listen der Graduiertenkollegs gibt es auf den Seiten der DFG, der Max-Planck-Gesellschaft und der Helmholtz-Gemeinschaft.

Förderung durch Unternehmen

Eine Anfrage bei Unternehmen lohnt sich, wenn sie von deiner Arbeit profitieren könnten. Das gilt vor allem für natur- und wirtschaftswissenschaftliche oder technische Themen. Allerdings ist es oft schwierig, die eigenen wissenschaftlichen Interessen und den Nutzen für das Unternehmen unter einen Hut zu bringen. Sollte es jedoch klappen mit der Promotion im Unternehmen, läuft die Bezahlung meist über ein Stipendium für ein Forschungsprojekt, eine Anstellung im Unternehmen oder über Zuschüsse für deine Arbeit.

Beispiele für die Promotion im Unternehmen

Alumnus Steffen Mutschler promovierte zum Beispiel bei Bosch Rexroth. Im Interview berichtet er, warum es gut ist, wenn dein Betreuer selbst einen Doktortitel hat. Viele Juristen, zum Beispiel e-fellow Matthias, arbeiten während ihrer Promotion in Kanzleien - neben ihrem Gehalt profitieren sie vom Rat ihrer Kollegen, können Bibliotheken oder Datenbanken mitbenutzen und bekommen durch den Arbeitsalltag auch den hin und wieder nötigen Abstand zur Dissertation.

Ab ins Ausland: DAAD-Promotionsstipendien

Umfasst deine Promotion auch einen Auslandsaufenthalt, kannst du dich beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) um ein Stipendium bemühen. Für Archiv- oder Bibliotheksreisen, Feldforschung und Versuchsreihen bietet der DAAD Kurzstipendien mit einer Dauer von ein bis sechs Monaten. Planst du eine Dissertation, die ein deutscher und ein ausländischer Hochschullehrer gemeinsam betreuen, kannst du dich um eine "Promotionsförderung bei binational betreuten Dissertationen" bewerben.

Sonstige Möglichkeiten: Private Stipendien und Preise

Private Stiftungen vergeben Stipendien oder Zuschüsse für Doktorarbeiten aus bestimmten Fächern oder zu speziellen Themen. Zum Beispiel kannst du dich bei einigen Stiftungen um Druckkostenzuschüsse bewerben. Eine Möglichkeit, mit deiner Dissertation etwas Geld zu verdienen, sind Förderpreise. Sie werden vergeben von Hochschulen, den Freundeskreisen von Hochschulen, Unternehmen oder Berufs- und Wirtschafts-verbänden. Am besten gehst du damit auf deinen Doktorvater zu, weil er wahrscheinlich die Förderpreise für Doktorarbeiten auf seinem Fachgebiet kennt. Oder schau dich im e-fellows.net wiki um: Dort gibt es eine ausführliche Liste mit Preisen für Abschlussarbeiten.

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