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Fallstricke beim Master vermeiden

Seil, Knoten, Asphalt [Quelle: freeimages.com, Autor: mmuellerv]

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Du hast den Bachelor frisch in der Tasche. Da ist ja klar, wo es hingehen soll: zum Master natürlich! Dein Bachelor-Zeugnis allein reicht dafür aber nicht. Kultus- minister in Deutschland wollen den Master nämlich nur für die Besten. Der Bachelor reicht für den Job, sagen sie. Was nun? Du könntest ja vielleicht auch ins Ausland gehen. Aber auch hier lauern trotz Bologna noch Fallen.

Nach dem ersten Abschluss willst du im Master richtig durchstarten. Ganz so einfach ist es aber nicht: Dein Bachelor-Zeugnis bedeutet nicht automatisch das Recht auf einen Master. Nach dem Willen der Kultusminister ist der Bachelor der neue Regelabschluss – für ungefähr die Hälfte der Absolventen soll der Weg danach direkt in den Beruf führen, den anderen stehen die Türen zum Master offen. Die Studenten sehen das anders: In den meisten Fächern wollen laut Umfragen 70 bis 80 Prozent noch einen Master draufsatteln. Daher gibt es für Master-Studiengänge Zulassungsbeschränkungen, die jede Uni selbst festlegt. Die Kriterien zur Zulassung reichen von einer bestimmten Durchschnittsnote des Bachelor-Abschlusses, Auswahlgesprächen, Motivations- und Empfehlungsschreiben über Sprachkenntnisse und -tests bis hin zu Berufserfahrung und Aufnahmeprüfungen. 

Zulassungsbeschränkungen als Sparmaßnahme?

Kritiker sehen hier versteckte Knausrigkeit: Wenn der Großteil der Studenten nur noch drei anstatt fünf oder mehr Jahren studiert, kostet das die Unis weniger. "Implizit ist das natürlich eine Sparmaßnahme, wenn die Studenten schon nach drei Jahren die Unis verlassen. Aber das ist nicht der einzige Grund. Für viele Berufe reicht ein Bachelor-Abschluss völlig aus", sagt Sebastian Horndasch, Autor des Buchs "Master nach Plan".

Manche machen ihr eigenes Ding

Es geht aber auch anders: Gerade die Natur- und Ingenieurwissenschaftler starten heute meist erst mit dem Doktor in den Beruf. Sie wollen den Master zum neuen Regelabschluss machen und für jeden Bachelor-Absolventen einen Master-Platz anbieten. Wie das geht? "Der Druck von Seiten der Studenten ist da. Diese Fächer hatten vorher auch das Geld, alle bis zum Diplom mitzunehmen", erklärt Horndasch.

Zum Master ins Ausland

Wer während des Bachelors nicht in die Ferne schweift, holt das oft später nach: Viele deutsche Studenten verbringen ihr ganzes Master-Studium im Ausland. Studieren in einer anderen Sprache – das ist ohnehin nicht einfach, und wer dann noch seine Abschlussarbeit auf Englisch, Französisch oder Spanisch schreiben muss, lernt eine Menge. Fehlende Master-Plätze in Deutschland waren vor ein paar Jahren noch eher ein Thema, als die Studiengänge noch nicht flächendeckend umgestellt waren. Horndasch: "Heute überwiegt aber das Interesse und die Lust an der Herausforderung Ausland".

Einzellfallentscheidungen in den USA

Doch der Wechsel geht nicht immer reibungslos über die Bühne. Ausländische Unis bitten Master-Studenten meist stärker zur Kasse als deutsche. Und während man im europäischen Ausland seit Bologna weitgehend problemlos zum Master das Land wechseln kann, wird der deutsche Bachelor in den USA manchmal nicht anerkannt. Das Problem: Deutsche Bachelors dauern meist drei Jahre, amerikanische vier. "Das erste Studienjahr in den USA hat eine Allgemeinbildungs-Funktion. In Deutschland übernimmt das noch die Schule. Es stimmt also nicht, dass deutsche Bachelor-Absolventen weniger können als amerikanische", erklärt Horndasch. Den Studenten kommt zu Gute, dass in den USA ohnehin von Einzelfall zu Einzelfall geprüft wird, ob ein Student zugelassen wird.

Woher kommen die 300 Credits bis zum Master?

Wer nach dem Bachelor die Uni wechseln will, kann aber auch innerhalb Deutschlands oder Europas auf Probleme stoßen. In den Bologna-Verträgen ist festgelegt, dass Studenten zum Master-Abschluss 300 Credit Points aus Bachelor und Master nachweisen müssen. Auch wer promovieren will, braucht 300 Credits. So soll die Qualität der Promotion sichergestellt werden. Nach sechs Semestern Bachelor winken normalerweise 180 Credits. Wechselt ein Student jetzt an eine Uni, wo der Master nur 100 Credits bringt, fehlen 20. Doch nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird: Viele Unis bieten Studenten Brückenkurse für die fehlenden Credits an. Die Zulassung zur Promotion ist ohnehin immer eine Einzelfallentscheidung.

Diese Fragen solltest du vor der Wahl eines Master-Studiums stellen:

  • Was sind meine Ziele? Welche Qualifikation brauche ich noch, um sie zu erreichen?
  • Schau dir das Studienprogramm genau an und frage bei Unternehmen nach, zum Beispiel in den Gruppen der Partnerunternehmen von e-fellows.net: Ist so ein Master in dieser Branche sinnvoll?
  • Wie praxisnah sind die angebotenen Master-Studiengänge? Werden Soft Skills vermittelt? Gibt es ein Wirtschaftsgremium, Unternehmen als Partner etc.?
  • Ist der Studiengang akkreditiert? Falls nicht, heißt das noch nichts Schlechtes. Aber bei einer Akkreditierung kannst du auf www.hochschulkompass.de den Bericht der Akkreditierungskommission lesen und erfährst mehr darüber, wie gut das Studium durchdacht ist.
  • Wo steht die Fakultät in Uni-Rankings?
  • Ist vielleicht schon bekannt, welchen Erfolg bisherige Absolventen nach dem Studium hatten?
  • Was sagen Absolventen über das Studium? In der Community findest du e-fellows, die deinen Wunsch-Studiengang schon hinter sich haben.
  • Wie viel Vorlauf braucht eine Bewerbung? Gerade besonders beliebte Master-Studiengänge haben oft aufwändige Auswahlverfahren.
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Heute Bachelor-Student – und morgen? Wie es nach dem Abschluss weitergeht, findest du beim Master Day Business & Economics heraus.

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