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Spezialisieren oder umorientieren

Regenschirme, Farben, Individualität [Quelle: tempus corporate, Getty Images]

Quelle: tempus corporate, Getty Images

Über drei Viertel der Bachelor-Absolventen planen weiter zu studieren, 90 Prozent davon in einem Master-Programm. Doch Master ist nicht gleich Master. In konsekutiven Programmen vertiefst du dein Wissen und in nicht-konsekutiven Programmen entdeckst du neue Fächer.

Während die meisten Bachelor-Absolventen mit einem Master weitermachen, zeichnet sich bei den Absolventen von Fachhochschulen ein anderer Trend ab. Weniger als die Hälfte entscheidet sich für ein weiterführendes Studium, und zirka 50 Prozent davon wählen einen berufsbegleitenden Master. Der praktisch angelegte Zweig der Studierenden nutzt seinen Vorteil also oft, um gleich in den Beruf einzusteigen.

Du hast dein Grundstudium abgeschlossen und dich schon dafür entschieden, der Mehrheit zu folgen und weiterzustudieren? Doch du weißt nicht welche Möglichkeiten dir dafür überhaupt offen stehen? Dann beantworte die Frage: "Willst du dich spezialisieren oder umorientieren?"

Konsekutive Master-Programme: Spezialisierung²

Konsekutiv bedeutet "aufeinanderfolgend" – genau das ist es, was den konsekutiven Master ausmacht. Diese Art von Master-Studium entspricht dem Aufbau der alten Diplom- und Magisterstudiengänge. Wenn du dich in deinem Fach noch weiter spezialisieren möchtest, wählst du diesen Weg. Um die 90 Prozent der Master-Programme gehören zu dieser Gruppe und bauen somit direkt auf den vorangegangenen Bachelor auf - ein Bachelor-Abschluss im gleichen Themengebiet ist also die Voraussetzung. In Einzelfällen können auch Absolventen anderer Fachbereiche für einen konsekutiven Master zugelassen werden. In diesem Programm baust du Fachwissen und Schlüsselkompetenzen weiter aus und schulst Zeit-, Selbst- und Projektmanagement. Häufig gibt es ein Projekt, bei dem du das theoretische Wissen dann praktisch anwenden kannst.

Wie komme ich in ein Programm?

Die Zulassungskriterien variieren stark, da die einzelnen Hochschulen sie festlegen. Dazu gehören oft Noten, inhaltliche Anforderungen wie eine Mindestanzahl an Credit Points (ECTS) in einem bestimmten Bereich oder besondere Sprachkenntnisse. Motivations- oder Empfehlungsschreiben musst du teilweise auch vorlegen, manchmal gibt es einen Eignungstest. Praktika, Weiterbildungen, Arbeitsproben, Zertifikate, die Mitarbeit an Forschungsprojekten oder Engagement außerhalb der Universität sind auch gerne gesehen und teilweise vorausgesetzt.

Konsekutive Master-Programme dauern zwischen zwei und vier Semestern, damit die Gesamtregelstudienzeit von fünf Jahren nicht überschritten wird. Das hängt stark vom Umfang und den Credits des vorausgegangenen Bachelor-Studiums ab. Ein übliches Bachelor-Studium von sechs Semestern wird mit einem Master-Programm von vier Semestern ergänzt. Dementsprechend erfordert ein vierjähriger Bachelor ein Master-Programm von nur einem Jahr Regelstudienzeit.

Nicht-konsekutive Master-Programme: Freiheit und Flexibilität pur

Wer sich allerdings neu orientieren möchte, entscheidet sich für einen nicht-konsekutiven Master. Anstatt schon erworbene Fähigkeiten weiter zu vertiefen, wechselt man hier in ein anderes Fach. Fachliches Vorwissen brauchst du also nicht. Allerdings wird ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorausgesetzt, mit den entsprechenden Fähigkeiten wissenschaftlich und selbständig zu arbeiten. Das muss jedoch kein Bachelor-, sondern kann auch ein anderer Hochschulabschluss sein. 

Damit auch Magister- oder Diplom-Absolventen einen Master anhängen können, ist die Gesamtstudienzeit hier nicht auf fünf Jahre begrenzt. Die Dauer des nicht-konsekutiven Masters hängt von den Inhalten des Programms ab - im Gegensatz zu dem konsekutiven Master, der die Semesterzahl des Bachelor und die schon erworbenen Credits ergänzt. In der Regel dauert ein nicht-konsekutives Master-Studium ein bis zwei Jahre. 

Übersicht

Management für Nicht-BWLer, Finanzen-Schwerpunkt, vom Physik-Bachelor direkt zur Promotion oder interdisziplinäre Studiengänge. e-fellows.net porträtiert Master-Programme aus vielen Fachbereichen.

Weiterbildende Master-Programme: Für die Profis

Der Ablauf "erst Studium, dann Beruf" ist jedoch nicht der einzig richtige Weg. Der weiterbildende Master ist speziell für Berufstätige entworfen, die sich nach ersten Berufserfahrungen der Weiterqualifizierung widmen möchten. So hat man auch nach dem Berufseinstieg noch die Möglichkeit, sich für neue Herausforderungen des Arbeitsmarktes zu wappnen. Dieser Master ist manchmal auch ein guter Anfang für einen Quereinstieg in eine andere Branche. Häufig kann man einen weiterbildenden Master auch berufsbegleitend absolvieren - der Unterricht findet dann abends oder an den Wochenenden statt. 

Der beliebteste dieser postgradualen Studiengänge ist der Master of Business Administration (MBA). Dieser setzt einen Bachelor-Grad oder einen gleichwertigen Abschluss voraus und meistens zwischen zwei und drei Jahren Berufserfahrung. Die weiterbildenden Master-Programme sind den Teilnehmern entsprechend eher praxisorientiert aufgebaut und setzen mehr auf die Anwendung als auf die Forschung. Inhaltlich ist das weiterbildende Master-Programm ähnlich zu dem nicht-konsekutiven Programm. Denn eine fachliche Nähe zum vorausgegangen Undergraduate-Studium ist auch hier keine Voraussetzung. 

Per Fernstudium zum Master-Abschluss

Viele erkennen die Nachteile eines Präsenzstudiums und entscheiden sich für ein Fernstudium. Es erfordert jedoch eine Menge Durchhaltevermögen und Disziplin, um neben den alltäglichen Belastungen eines Jobs in der Freizeit einen kompletten Master-Abschluss zu machen. Doch wer es schafft, hat gute Karten beim nächsten Vorstellungsgespräch. Denn welcher Arbeitgeber schätzt es nicht, wenn ein Bewerber Interesse, starken Willen und Zeitmanagement bewiesen hat?

Unterricht 2.0

Im Fernstudium bearbeitest du Studienbriefe, auch Kurse genannt, die dir zugeschickt werden. Klausuren schreibst du an vorgeschriebenen Veranstaltungsorten, wie zum Beispiel der nächstgelegenen Uni. 

Mittlerweile wurden die Formen des Fernstudiums weiterentwickelt. Online-Vorlesungen, Themen-Chats, Foren, Online-Communities oder Learning-Management-Systeme können Bestandteile eines Fernstudiums sein. Um trotz interaktiver Vorlesungen nicht zu vereinsamen, finden sich auch immer Lerngruppen in den einzelnen Städten zusammen.

Dem Doktor den Weg geebnet

Man unterscheidet bei diesen unterschiedlichen Formen des Master-Abschlusses nicht in der Qualität, denn sie berechtigen alle zur Promotion. Ausschlaggebend für die Wahl des Master-Programms sind die persönlichen Interessen. Denn oft merkt man während des Erststudiums, dass man neben dem eigenen Fach noch viele weitere wissenschaftliche Leidenschaften hat. Bei der finanziellen Unterstützung können BAföG und Studienkredite helfen. Außerdem gibt es einige Stipendienprogramme, die den Master fördern. 

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