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Von Brügge aus nach ganz Europa

Studenten bei der Begrüßungszeremonie [© College of Europe]

© College of Europe

Europastudiengänge gibt es mittlerweile viele - doch mit der mehr als 60-jährigen Tradition des College of Europe im belgischen Brügge kann keine andere Europa-Hochschule mithalten. Gegründet wurde das Postgraduierten-Kolleg zu einer Zeit, in der sich Europa mühsam aus den Trümmern zweier Weltkriege aufrappelte; zu einer Zeit, in der die EU eine wahnwitzige Utopie war. Wer hier studiert, atmet Geschichte - und lernt für die Zukunft.

Etwa 400 Studenten aus mehr als 50 Ländern verlassen jedes Jahr die Universität mit einem Abschluss. Gehörst du zu ihnen, sind deine Aussichten auf einen der begehrten Jobs mit Europabezug exzellent - trotz der hohen Konkurrenz. Die Absolventen des Kollegs gestalten in den großen europäischen Institutionen, Behörden und Verbänden die Zukunft der EU mit. Sie machen Karriere im diplomatischen Dienst oder in einem europäischen Unternehmen. Die enge Verknüpfung mit den Brüsseler Institutionen und der gute Ruf der Ausbildung öffnen dir viele Türen - europa- und weltweit.

Weltbürger in Altstadtidylle

Das College of Europe hat seine Standorte in Brügge und in Natolin bei Warschau. Beide Campus liegen idyllisch: In Belgien inmitten der historischen Altstadt von Brügge, in Polen in einem Naturschutzgebiet eine halbe Stunde von Warschau entfernt. Auf beiden Campus wird gemeinsam studiert und gelebt: Du bist mit deinen Kommilitonen zusammen untergebracht. So entsteht eine internationale Modell-Gemeinschaft im Kleinen. Sie ist der Grundstein für dein künftiges internationales Netzwerk. Die Studierenden sind im Schnitt 25 Jahre alt und sprechen drei bis vier Sprachen.

Diskutieren mit Europas Großen

Die Lehre am College of Europe gilt als erstklassig und ausgesprochen praxisorientiert. Die Professoren kommen aus der Wissenschaft, Verwaltung und Privatwirtschaft. Dabei ist der Lehrkörper so international wie die Studentenschaft. Während des akademischen Jahres organisiert die Hochschule Konferenzen, auf denen du deine Sichtweise mit so renommierten Praktikern wie Jean-Claude Juncker oder Günter Verheugen diskutieren kannst.

Studium

Fünf Master-Studiengänge stehen zur Auswahl, vier davon werden in Brügge angeboten:

Am Schwestern-Standort im polnischen Natolin kannst du "European Interdisciplinary Studies" studieren.

Alle Studiengänge dauern zehn Monate, von Mitte September bis Ende Juni. Von Ende Mai bis Anfang Juni finden die Abschlussprüfungen statt, danach verfasst du eine Master-Arbeit. Die Professoren halten ihre Vorlesungen auf Englisch und Französisch ab.

Ein Programmteilnehmer im Gespräch

Was haben Sie am CoE studiert und was haben Sie davor gemacht?

Ich habe mich nach meinem Bachelor-Abschluss an der Uni Erfurt und einem ersten Master an der Universität Basel auf einen Studienplatz am College beworben und wurde aufgenommen. Ich habe dann den Master-Studiengang European Economics belegt - und es bis heute nicht bereut.

Wieso haben Sie sich für diese Hochschule entschieden?

Da sind zunächst die Inhalte: Europa fasziniert mich. Nirgendwo sonst erhält man eine so qualifizierte fachliche Ausbildung mit europäischen Inhalten. Bei vielen europäischen Studiengängen werden Niveau und Inhalte leider oft der Interdisziplinarität geopfert - in Brügge ist das anders. Denn Europa ist zwar der Aufhänger, aber fachlich findet eine Vertiefung statt. Hinzu kommt: Wenn Arbeitgeber mit EU-Bezug gefragt werden, welche Absolventen sie gerne einstellen, fällt oft der Name des Colleges. Denn Brügge-Absolventen sind dafür bekannt, dass sie eine sehr gute Ausbildung genossen haben und im europäischen Umfeld eng vernetzt sind. Zudem ist die Alumni-Organisation des Colleges sehr aktiv und im Brüsseler Umfeld äußerst hilfreich.

Was hat Ihnen an Ihrem Studium am besten gefallen?

Aus meinen Recherchen zu meinem Buch "Master nach Plan" weiß ich, dass die Verbindung zwischen Theorie und Praxis bei einigen Hochschulen zu Lasten der Inhalte geht und der Begriff Internationalität manchmal Etikettenschwindel ist. Doch in Brügge findet Wissensvertiefung statt und Internationalität ist Realität. Jeder Mitgliedstaat der EU entsendet eine Auswahl von Studierenden. Der europäische Gedanke verbindet die Studenten und sorgt schnell für eine gemeinsame Wertegrundlage. Persönliche Eitelkeiten treten dadurch schnell in den Hintergrund. Dann kann gearbeitet werden. Das bedeutet allerdings auch, dass das Studienjahr in Brügge kein Spaziergang ist. Ein intensives Studium ist notwendig, um in diesem Umfeld mithalten zu können.

Wie ging es nach Ihrem Studium weiter?

Ein Großteil meiner Kommilitonen ist sofort nach dem Studium im europäischen Umfeld gestartet - über ein Drittel arbeitet heute für Institutionen der EU, der Rest in deutschen Ministerien oder im europanahen Sektor. Ich habe mich nach Abschluss meines Studiums zunächst für ein Promotionsstudium an der Uni Köln entschieden. Seit dem Abschluss meiner Dissertation arbeite ich als Analyst für Europäische Wirtschafts- und Währungspolitik bei DB Research, dem Think Tank der Deutschen Bank. Das Brügge-Netzwerk nützt mir dabei sehr.

Wem würden Sie ein Studium am CoE empfehlen - und warum?

Das Zusammenleben auf dem internationalen Campus ist eine Herausforderung. Daher sind in Brügge Köpfe gefragt, die zwischenmenschlich offen und fachlich hell sind. Ich empfehle das Master-Studium denjenigen, die ihre berufliche Zukunft in Europa sehen. Leistungswilligen Studenten bietet Brügge eine Steilvorlage, Europa nicht nur zu studieren, sondern dort auch wirklich anzukommen.

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