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Jobben plus BAföG, Kindergeld oder Stipendium

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© fotolia.com - Franz Pfluegl

Reich sollst du nicht werden als Student - zumindest nicht mit Hilfe des Staates. Je mehr du arbeitest, desto weniger unterstützt er dich. Deswegen musst du aber nicht die Hände in den Schoß legen: Schließlich gibt es Freibeträge für den Zuverdienst.

Man sollte meinen, dass Vater Staat sich freut, wenn seine Kinder arbeiten gehen. Wenn du studierst und ein Stipendium der Begabtenförderungswerke oder BAföG beziehst, solltest du dich aber mit deinem Arbeitseifer zurückhalten. Ab einem gewissen Betrag, dem sogenannten Freibetrag, wird dir nämlich jeder Cent, den du dazuverdienst, von der Förderung abgezogen. Schließlich könnte dich die Arbeit vom zügigen Studieren abhalten und der Nebenjob so zur Haupttätigkeit werden.

BAföG und Mini-Job? Kein Problem

Von einem staatlichen Darlehen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz kannst du, selbst wenn du den Höchstbetrag erhältst, nur selten leben. Schließlich handelt es sich um maximal 735 Euro pro Monat. In teuren Städten reicht das oft gerade einmal für Miete, Essen und Monatsticket - deswegen arbeiten auch rund zwei Drittel der Studenten nebenher. Zum Glück darfst du als BAföG-Empfänger im Jahr bis zu 5.400 Euro dazuverdienen, ohne dass dir dein Fördergeld gekürzt wird. Das entspricht, durch zwölf Monate geteilt, einem 450-Euro-Job.

Keine Freibeträge beim Bafög für Pflichtpraktika

Zum persönlichen Einkommen zählen übrigens auch freiwillige Praktika in den Semesterferien. Für Pflichtpraktika, also solche, die in deinem Studiengang vorgeschrieben sind, gibt es gar keinen Freibetrag. Dein Einkommen aus dem Pflichtpraktikum wird also vom ersten Cent an von deinem BAföG-Satz abgezogen.

Kindergeld - für das Kind im Studenten

"Kindergeld" ist ein etwas irreführender Begriff: Immerhin erhalten deine Eltern diese Unterstützung, und zwar bis zu deinem 25. Lebensjahr. Vorausgesetzt, du studierst brav und oder bist in Ausbildung. Seit dem 1. Januar 2012 gibt es keine Einkünfte- und Bezügegrenze mehr. Das heißt, das Kindergeld wird auf jeden Fall ausgezahlt, egal wie viel du verdienst oder was du sonst an BAföG, Stipendien, Renten etc. beziehst. Einschränkungen gibt es nur, wenn du vorher bereits ein Studium oder eine Berufsausbildung abgeschlossen hattest. Die aktuelle Höhe des Kindergeldes kannst du auf der Website der Bundesagentur für Arbeit einsehen.

Kindergeld plus Einkommen plus BAföG

Für dein monatliches Budget bedeutet das: Bekommst du den BAföG-Höchstsatz und schöpfst auch den Freibetrag voll aus, hast du pro Jahr 14.220 Euro zur Verfügung. Das Kindergeld kommt noch oben drauf. Bist du das erste oder zweite Kind, sind das noch mal 190 Euro pro Monat.

Stipendien - Geldgeschenk mit Auflagen

Wie beim BAföG ist auch bei den staatlichen Begabtenförderungswerke die finanzielle Förderung vom Einkommen deiner Eltern abhängig. Die 300 Euro Büchergeld im Monat sind davon zwar glücklicherweise nicht betroffen. Ansonsten gilt aber auch hier die Annahme: Wer fleißig arbeitet, kann nicht zugleich fleißig studieren. Die meisten Förderwerke orientieren sich an den BAföG-Regelungen.

Du sollst keine Stipendien neben mir haben

Die Begabtenförderungswerke nehmen mit wenigen Ausnahmen nur Studenten auf, die von keinem anderen staatlichen Stipendiengeber gefördert werden. Den finanziellen Zuschuss kannst du ohnehin nur von einem einzigen Förderwerk erhalten. Stipendien der Privatwirtschaft wie e-fellows.net sind dagegen meist unproblematisch. Diese Stipendien beziehen sich zudem meist auf die Leistung und nicht auf die finanzielle Situation der Studenten. Sie müssen ihre Einnahmen und Guthaben daher in der Regel nicht offenlegen. Das Gleiche gilt für das Deutschlandstipendium, welches unabhängig vom Einkommen sowohl des Studenten als auch dem seiner Eltern ist. Auch viele Hochschulen bieten eigene Stipendienprogramme an. Da die Modalitäten sehr unterschiedlich sind, ist eine pauschale Aussage über Freibeträge und mögliche Zuverdienste nicht möglich. Die einzige Empfehlung lautet hier also: Lies das Kleingedruckte.

Noch Fragen offen?

Im BAföG-FAQ findest du Antworten auf typische Fragen rund um die Ausbildungsförderung.

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Der BAföG-Rechner hilft dir, deinen möglichen BAföG-Satz auszurechnen, bevor du dich durch den Antrag kämpfst.

In der Stipendien-Datenbank von e-fellows.net findest du 800 Stipendien von 400 Institutionen.

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Kommentare (9)

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  1. Vlad

    Schulden als Freibetrag?

    Hey, ich arbeite schon 2. Monat als Werkstudent und verdiente schon mehr als 3.000 EUR, kriege auch Bafög in Höhe von 670 EUR dazu. Ich habe Schulden, die ich damit ausgleichen wollte. Können meine Schulden beim Bafögsamt als Freibetrag angesehen werden, damit ich mehr als 4800 pro Jahr ohne Abzüge verdienen möchte. Ich habe noch Hörgeräte gekauft, für die ich 3 000 EUR zahlen soll. Bitte um die Antwort

  2. stefan

    halli hallo! bin student und arbeite nebenbej. manche monate verdiene ich weniger als 400,-, machmal auch mehr als 400,- ist das ok??? denn ich dachte hauptsache nicht die 4800,- überschreiten:

  3. Melanie Grell

    Hallo Magdalena, hm, das weiß ich leider nicht. Ich schätzen, am besten fragst du beim Bafög-Amt nach. Viele Grüße, Melanie

  4. Magdalena

    BAföG und Jobben

    Hallo zusammen, wenn ich also BAföG beziehe, aber nicht das ganze Jahr arbeite, könnte ich auch etwas mehr als 400€ pro Monat verdienen, wenn ich insgesamt unter 4800€ im Jahr bleibe? Vielen Dank für die Hilfe!

  5. Dietzel Heidrun

    Hinzuverdienst in Semesterferien bei Masterstudium

    Wieviel darf ich in den Semesterferien beim Masterstudium verdienen, Werde als kurzfristige Aushilfe abgerechnet. Kommt es hier auf eine Stundenbegrenzung an. Wie läuft das alles ab? Erhalte ich trotzdem noch das Kindergeld? Arbeite vom 01.08.-16.09.2012. Wer kann mir Auskunft erteilen.

  6. Melanie Grell

    Hallo Marcel, danke für den Hinweis. Die Zahl haben wir bei der Aktualisierung übersehen. Es sind 400 Euro. Melanie

  7. Marcel

    255 oder 400 Euro?

    Hallo! Was stimmt den nun? 255 oder 400 Euro Zuverdienst im Monat? Finde es grade ein wenig widersprüchlich!

  8. Anonym

    Hallo Thomas, danke für den Hinweis, das haben wir tatsächlich übersehen. Sehr gut, dass du das gemerkt hast, ich werde es gleich ändern! Melanie

  9. Anonym

    Veraltete Information

    Wenn man einen veralteten Artikel schon auf "16.01.2012" datiert, sollten wenigstens essenzielle Gesetzesänderungen berücksichtigt werden. Die Einkünftegrenze für den Kindergeldbezug wurde nämlich zum 01.01.2012 abgeschafft, nachzulesen etwa hier: http://www.arbeitsagentur.de/nn_26532/zentraler-Content/A09-Kindergeld/A091-steuerrechtliche-Leistungen/Allgemein/Aenderungen-Steuervereinfachungsgesetz-2011.html

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