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So punktest du bei Prof und Publikum

Vortrag Präsentation Referat Professor [© morganimation - Fotolia.com]

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Die wenigsten Studenten mögen sie, für einige sind sie gar ein echter Alptraum: Die Rede ist von Referaten. Unglücklicherweise sind sie eine häufige Prüfungsform – davor drücken kannst du dich also nicht. Musst du auch gar nicht, denn mit unseren Tricks verlieren Referate ihren Schrecken.

Böse Zungen behaupten, dass Dozenten Referate nur vergeben, weil es ihnen Arbeit erspart. Schließlich übernehmen dann die Studenten die Vorbereitung des jeweiligen Themas. Und als Grundlage für die Note können die Vorträge auch gleich herhalten. Ob wahr oder nicht: Tatsache ist, dass du als Referent in die Rolle des Lehrers schlüpfst. Es ist deine Aufgabe, dem Publikum - also deinen Kommilitonen - einen  Sachverhalt zu erklären und etwas Neues beizubringen. Gleichzeitig befindest du dich in einer Prüfungssituation, in der du deinen Dozenten von dir überzeugen musst. Beides gelingt dir nur, wenn du von Beginn an alle Fehlerquellen meidest.

Vorbereitung für Fortgeschrittene

Dass bei einem Referat die Vorbereitung mindestens genauso wichtig ist wie die Präsentation an sich, dürfte allgemein bekannt sein. Doch gerade, weil man diesen vermeintlich offensichtlichen Punkt nur allzu leichtfertig abhakt, läuft bei der Vorbereitung häufig einiges schief!

Zeit für die Literaturrecherche beispielsweise - ob nun je nach Fach und Thema in Datenbanken, im Internet oder in der Bibliothek - wirst du vermutlich ohnehin vorgesehen haben: Doch hast du auch bedacht, dass gerade die Bücher, die du benötigst, nicht sofort verfügbar sein können? Sie könnten zum Beispiel ausgeliehen sein oder erst per Fernleihe bestellt werden müssen. Plane deshalb neben der reinen Recherchezeit auch die oft wochenlange Wartezeit für Bucher ein, damit du nicht schon zu Beginn deiner Vorbereitungen unter Druck gerätst.

Hast du dann endlich die begehrten Bücher auf dem Tisch, geht es an die Eingrenzung des Themas - denn die wenigsten Sachverhalte lassen sich in einem 30-minütigen Vortrag erschöpfend behandeln. Wer sich bezüglich der Schwerpunktsetzung unsicher ist und seinen Dozenten um Rat bitten möchte, stößt schon auf das nächste Problem: Sprechstundentermine sind rar und der nächste freie Termin in drei Wochen könnte für dich schon zu spät sein. Sichere dir deswegen frühzeitig einen Platz in der Sprechstunde und plane deine Vorbereitung so, dass du an diesem Tag möglichst konkrete Fragen stellen kannst.

Dann geht es endlich an die Konzeption des eigentlichen Vortrags. Dazu erstellst du eine Gliederung, die du mit den entsprechenden Inhalten ergänzt. Schreibe dir nach Möglichkeit nur Stichpunkte auf, dann läufst du nicht Gefahr, dein Referat abzulesen statt frei zu sprechen. Außerdem solltest du bedenken, dass du nach all der Vorarbeit sehr viel tiefer eingearbeitet bist, als es deine Kommilitonen am Tag des Referats sein werden. Überlege dir also genau, wie viel Vorwissen du voraussetzen kannst und wo du noch Erklärungen liefern musst. Vielleicht gibt es auch Anknüpfungspunkte zu einem vorangegangenen Referat, die sich als Überleitung eignen?

Keine Textwüsten und Effekthascherei

Für deine Powerpoint-Präsentation solltest du ein einfaches Design wählen und Effekte sparsam einsetzen - viele Dozenten haben für solche Spielereien ohnehin nichts übrig. Durchaus gern gesehen ist es jedoch, wenn du Folien nur an bestimmten Stellen deines Vortrags zeigst und ansonsten einen weißen oder schwarzen Bildschirm einblendest. So liegt alle Aufmerksamkeit auf dem Gesagten. Mache dich dafür im Voraus mit den Tastatur-Shortcuts vertraut.

Vergiss bei all den inhaltlichen Grübeleien nicht, dass das Gelingen einer Präsentation auch von der schnöden Technik abhängt. Nutze deswegen die Vorlaufzeit, um zu beobachten, was technisch alles schiefgehen könnte, und sei darauf vorbereitet. Es wäre zum Beispiel fatal, bei einem Referat an einem Juli-Nachmittag und in einem nicht abdunkelbaren Raum allein auf Powerpoint zu setzen und das Handout dementsprechend schlank zu halten. Umso mehr, als schon das Anschließen deines Laptops an den Beamer zum Hindernis werden kann. Adapter zu besorgen gehört also ebenso zur Referatsvorbereitung wie eine schnelle Kompatibilitätsprüfung in der Vorwoche. Kleiner Expertentipp: Wenn alle Stricke reißen, wirst du froh sein, deine Powerpoint-Datei als PDF-Folien dabei zu haben. Die werden immer richtig angezeigt - auch auf einem geborgten Laptop - und ersparen dir im Notfall viel Schweiß und Ärger.

Neben Powerpoint bieten sich ein Flipchart oder die gute alte Tafel an, zum Beispiel für eine Skizze oder ein kurzes Brainstorming im Plenum. Ein solcher Wechsel zwischen verschiedenen Medien erhöht die Aufmerksamkeit der Zuhörer, und du bist gewappnet für den Fall, dass die Technik streikt.

Wozu ein Handout?

Die Powerpoint-Folien sind fertig, jetzt einfach in ein Text-Dokument kopieren und schon hast du ein Handout? So machen es zwar viele Studenten, der richtige Weg ist es aber nicht. Das Handout soll nämlich nur die wichtigsten Inhalte zum Thema festhalten, aber gleichzeitig detailliert genug sein, um als Erinnerungsstütze zu dienen. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn deine Kommilitonen sich damit auf Prüfungen vorbereiten müssen. Kopiere deshalb nie eins zu eins die Stichpunkte aus deinen Folien, sondern prüfe nach, wo du etwas kürzen oder ergänzen musst. Trotzdem sollte die Gliederung des Handouts natürlich die gleiche sein wie die des Vortrags, sonst ist das Publikum verwirrt.

Ob man das Handout besser vor oder nach dem Vortrag austeilt, ist strittig - beides hat Vor- und Nachteile: Bekommen es deine Kommilitonen zu Beginn, können sie dort mitlesen und Notizen machen. Du riskierst aber auch, dass sie vom Vortrag abgelenkt werden. Gibst du das Handout erst nach dem Vortrag heraus, verlierst du den direkten Bezug zwischen Vortrag und Handout.

Peinlich, doch schon vorgekommen: Handouts, bei denen dem Drucker auf halber Strecke die Tinte ausgegangen ist. Damit du gar nicht erst in eine solche Situation gerätst, drucke einfach an einem Tag, an dem du zur Not noch eine neue Patrone kaufen oder zum Copyshop gehen kannst.

Nicht ohne Probelauf

Bevor du vor dein Publikum trittst, solltest du dein Referat mitsamt Präsentation zumindest einmal durchgespielt haben. Das gibt nicht nur zusätzliche Sicherheit im freien Reden - man merkt so auch am schnellsten, wo es in der Struktur noch hakt oder wo man etwas streichen kann. Wenn es dir komisch vorkommt, mit dir selbst zu sprechen, oder du mit Publikum proben willst, bitte Freunde um Hilfe.

Was tun im Ernstfall?

Du bist bestens vorbereitet, geübt hast du auch - jetzt kann es losgehen. Doch wie es Murphys Gesetz so will, steckst du vermutlich genau an diesem Tag in der U-Bahn fest oder hast einen platten Fahrradreifen. Es schadet daher nie, die Nummer des Sekretariats deines Dozenten und/oder eines Kommilitonen parat zu haben. So kannst du deine Verspätung zumindest ankündigen.

In der Regel schaffst du es natürlich pünktlich in dein Seminar, und die Stunde der Wahrheit hat geschlagen. Achte trotz aller Nervosität beim Vortragen darauf, deutlich zu sprechen, und halte den Blickkontakt zum Publikum. Lass dich von Zwischenfragen und Einwänden nicht irritieren, sondern versuche, sie freundlich zu beantworten. Hier zahlt sich deine Vorbereitung aus, denn mit deinem großen Hintergrundwissen kannst du entsprechend argumentieren. Simpel, aber wirkungsvoll: „Ja, und …“  ist häufig eine geschicktere Antwort als „Ja, aber …“, da du so die Kontroverse nicht zusätzlich befeuerst. Und falls du den Faden verlierst: Einfach wiederholen oder zusammenfassen, was du zuletzt gesagt hast. Wenn das nicht ausreicht, helfen vielleicht diese Tricks.

Viele Dozenten wünschen sich nach dem Referat eine Diskussion, die du moderieren sollst. Wie gut oder schlecht dieser Part gelingt, hängt natürlich stark von der Mitarbeitsbereitschaft und Diskussionsfreude der Kommilitonen ab. Indem du im Vorfeld einige Fragen vorbereitest, kannst du die Diskussion steuern und neue Impulse geben, wenn sie ins Stocken gerät.

Ansonsten gilt bei Referaten vor allem eins: Mit der Routine kommt die Sicherheit. Also üben, üben, üben.

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