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Gestik und Mimik

Gestik geballte Faust [© Laurent Hamels - Fotolia.com]

© Laurent Hamels - Fotolia.com

Rhetorik bedeutet nicht nur verbale Kommunikation, sondern auch nonverbale. Mit Gestik und Mimik kannst du deine Worte abschwächen oder betonen. Und schließlich entscheidet der Gesamteindruck über Erfolg und Misserfolg einer Rede. Experten verstehen Rhetorik sogar als das Verkaufen von Körpersprache. Um andere zu überzeugen, braucht man sieben Prozent Fachwissen, 38 Prozent Stimme und 55 Prozent Körpersprache, sagen sie.

Besonders in den letzten beiden steckt noch viel unausgeschöpftes Potenzial, das gezielt trainiert werden kann: Mehr als die Hälfte der Informationen über einen anderen Menschen erhalten wir über seine Mimik und Gestik. Sie können die Rede quasi zeitgleich kommentieren. Natürlich aber sollst du dich nicht theatralisch verstellen. Schauspieler werden schnell durchschaut. Eine ungezwungene Körpersprache verbessert die Redeatmosphäre und zeugt von Natürlichkeit und Selbstbewusstsein. Doch es gibt einige standardisierte Ausdrucksformen, die du beachten musst:

Standards bei der Körpersprache

  • Hände: Klammern sie sich verkrampft um Pult oder Stuhllehnen, so zeugt das von mangelnder Souveränität. Baumeln sie unbeteiligt neben dem Körper wirkt das linkisch. Aufwärtsbewegungen kennzeichnen einen positiven Ausdruck. Gesten sollten stets im Raum oberhalb der Hüfte stattfinden, um nicht abwertend zu wirken. Gehen sie über den Kopf hinaus, wirken sie unglaubwürdig. Die Hände gehören auf keinen Fall in die Hosentaschen!
  • Haltung: Sie ist maßgeblicher Bestandteil eines erfolgreichen Vortrags. Eine möglichst lockere, unverkrampfte und natürliche Redehaltung spricht für Sicherheit. Im besten Fall löst sich der Redner vom Pult und bewegt sich frei. Dabei ist der Stand auf beiden Beinen ausbalanciert. Wanken am Pult wirkt konzentrationsstörend und zeugt von Unsicherheit.
  • Augen: Direkter Blickkontakt zeugt von Selbstsicherheit. Halbgeschlossene Augen vermitteln den Eindruck von Langeweile, Gleichgültigkeit oder auch Arroganz. Klare und weit geöffnete Augen wirken wach und begeisterungsfähig.

Einstudierte Gestiken wirken meist künstlich und unehrlich. Was nicht aus der Persönlichkeit heraus entsteht, hat im Auftreten nichts verloren. Denn immerhin ist Reden zu einem großen Teil Selbstdarstellung. Perfektion ist eine Sache. Persönlichkeit eine ganz andere.

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Kommentare (3)

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  1. Anonym

    In dem Experiment ging es darum, ob man einzelne Worte positiv, neutral oder negativ bewertet. Da verstehe ich wirklich nicht, wie man daraus ableiten will, wie wichtig Fachwissen für die Überzeugungskraft in einer Rede ist. Wenn ich mit minimalem Fachwissen (7%) eine These aufstelle und eine geniale Rede halte, wird doch trotzdem jeder wissen, dass ich Unsinn erzählt habe. Welche Quellen vertreten denn noch diese Deutung?

  2. Anonym

    Hallo Nikolas, danke für diese Quellen, es scheint wirklich so, als wäre das eine etwas verallgemeinernde und veraltete Regel. Soweit ich das aber aus meinen Quellen erkennen kann, behaupten das aber immernoch viele Rhetorik-Coaches - also haben wir den Satz zumindest ein wenig umformuliert, um klar zu machen, dass es nicht stimmen muss. Im Endeffekt kann man wahrscheinlich bei fast jeder Statistik darüber streiten, ob man das repräsentativ findet oder nicht :) Liebe Grüße Annika

  3. Anonym

    Quellen

    Zur 55-38-7-Regel: http://blog.my-skills.com/2007/10/18/mythos-93-der-kommunikation-ist-nonverbal.html http://www.rhetorikmagazin.de/?p=121 Sieht also aus, als hätte sich diese Regel nie auf einen Vortrag bezogen.

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