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Die Angst vor dem weißen Blatt

Nachdenkliche Studentin mit Schreibblockade [Quelle: contrastwerkstatt - Fotolia.com]

Quelle: contrastwerkstatt - Fotolia.com

Du starrst es schon seit Stunden an. Doch trotz Dauerbeobachtung will sich das Blatt nicht mit Buchstaben füllen – an eine komplette Hausarbeit ist gar nicht zu denken. Dir kommt diese Situation bekannt vor? Dann haben wir Tipps für dich, wie du deine Schreibblockade überwinden kannst.

Schreibblockaden sind so vielfältig wie das geschriebene Wort an sich. Beim einen hapert es an der Einleitung, der andere legt jedes Wort auf die Goldwaage und kommt so nicht voran. Oft wird das Schreiben als qualvoll empfunden, schon beim bloßen Gedanken an die Hausarbeit wird einem unwohl, es treten gar körperliche Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Migräne auf. Plötzlich wird alles wichtiger als das Schreiben: Du putzt, räumst dein Zimmer auf, zählst deine Bücher – klassische Vermeidungshandlungen, die vor dem Grauen der Hausarbeit ablenken sollen.

Egal, wie die Schreibblockade auftritt, sie ist lästig und vor allem in Hausarbeit-Hochzeiten fatal – aber auch vollkommen normal. Selbst berühmte Autoren wie Douglas Adams, Franz Kafka oder Leo Tolstoi mussten sich mit Blockaden quälen. Letzterer hat es trotzdem geschafft, 1.500 Seiten "Krieg und Frieden" niederzuschreiben - dagegen ist eine Hausarbeit doch ein Klacks.

Die Ursachen der Blockade

Zunächst solltest du dir über die Ursachen der Blockade klarwerden. Die Gründe für die Angst vor dem weißen Blatt können vielfältig sein. Dem einen mangelt es schlichtweg an Vorbereitung und einem passenden Plan. Auch scheitern viele an ihren persönlichen Ansprüchen. Perfektionisten sind nie mit dem Geschriebenen zufrieden, weil sie die Erwartung haben, sofort einen perfekten Text produzieren zu müssen. Diese hohe Erwartungshaltung an einen selbst kann eine große Hemmung sein, überhaupt mit dem Schreiben anzufangen. Manch einer fühlt sich unter Druck wie gelähmt, Zeitnot kann dich also direkt in eine Schreibblockade befördern. Andere dagegen fühlen sich mit zu viel Spielraum überfordert und können erst richtig loslegen, wenn der Abgabetermin näher rückt. Wenn du also vor dem weißen Blatt/Bildschirm sitzt, und nichts geschrieben bekommst, hinterfrage, warum das so ist. Vielleicht kannst du schon durch gezielte Ursachenbekämpfung deine Blockade überwinden.

Schreibblockade überwinden: Sieben Tipps

  1. Planen, planen, planen. Wer ein konkretes Konzept vor Augen hat, erliegt weniger der Gefahr, sich in Einfällen oder Kleinigkeiten zu verrennen. Zuallererst solltest du überlegen, was genau von dir verlangt wird. Was ist dein Thema? Wie sollst du es angehen? Steck den Themenbereich (zusammen mit deinem Dozenten) genau ab. Sei dir auch über die formalen und inhaltlichen Bedingungen im Klaren: Wie viele Seiten musst du schreiben? Welche Quellen sollst du nutzen? Danach geht es an die Struktur der Hausarbeit. Erstelle eine Gliederung und halte mit Stichpunkten fest, welche Inhalte wo stehen sollen. Schau dir alle gesammelten Informationen an und sortiere sie unter Überpunkten ein. Nummeriere deine Recherchen nach Wichtigkeit, auch Farbmarker oder Post-its können bei der Organisation helfen. So kannst du schnell auf dein gesammeltes Wissen zurückgreifen und hast einen guten Überblick über das Material.
  2. Bitte das Aufwärmen nicht vergessen. Betrachte das Schreiben einfach als Sport. Vor dem Gewichtheben musst du auch erst einmal deine Muskeln warm machen, das Gleiche gilt fürs Schreiben. Haue einfach fünf Minuten lang wild in die Tasten, ohne auf Fehler oder Stil zu achten. So kannst du dich quasi "warmschreiben" und musst keine Angst vor dem weißen Blatt haben, denn nun ist es ja nicht mehr ganz so weiß. Gleichzeitig kannst du beim unreflektierten Schreiben schneller gute Einfälle niederschreiben, so hast du dann schon einmal ein Grundgerüst an Ideen, das du nur noch ausbauen musst.
  3. Sei kein Hund, beiß dich nicht fest. An einer Stelle kommst du einfach überhaupt nicht weiter? Lass eine Lücke im Text und komm einfach später noch einmal darauf zurück, anstatt kostbare Zeit zu verschwenden. Manchmal kann es nützlich sein, die Hausarbeit einfach in der Mitte, bzw. an einem Punkt zu beginnen, bei dem dir am meisten einfällt. Den Rest kannst du dann angehen, wenn du dich ans Schreiben gewöhnt hast und gerade im Schreibfluss bist.
  4. Dein Job: Hausarbeiten schreiben. Behandle das Hausarbeitenschreiben wie einen Job, das heißt: Lege Zeiten fest, während derer du ohne Ablenkungen an der Arbeit schreibst. Das hilft dir, deinen Tag strukturiert zu planen und nicht den halben Tag mit Aufschieberitis zu verplempern. Kleiner Trick: Wenn du mit der Freizeitplanung anfängst, weißt du, dass auf anstrengende Schreibphasen auch Phasen der Erholung kommen, auf die du dich freuen kannst. Das spornt zusätzlich an.
  5. Geh offline. Die digitalen Medien sind für die Recherche ein Segen, allerdings auch eine der größten Ablenkungsquellen beim Schreiben einer Hausarbeit. Um ungestört schreiben zu können, lohnt es sich also auch einfach mal alle Ablenkungen zu beseitigen. Smartphone ausschalten, Router ausstecken oder zumindest bestimmte Webseiten wie Facebook mit Hilfe eines Browser-Add-Ons blockieren. Wenn du normalerweise zuhause schreibst (oder in dem Fall: eher nicht schreibst) wäre auch ein Umzug in die Bibliothek ein geschickter Schachzug, um konzentriert zu arbeiten und gleichzeitig Arbeitsumfeld und Freizeitumfeld voneinander zu trennen.
  6. Erst schreiben, dann korrigieren. Oft machen Schreibende den Fehler, immer wieder im Text zurückzugehen, um das Geschriebene zu überarbeiten. Das hemmt den Schreibfluss allerdings gewaltig und bringt dich immer wieder aus dem "Flow". Schreib also erst alles runter und mach dir dann im zweiten Arbeitsschritt Gedanken um Formulierungen und Verbesserungen.
  7. Arbeiten nach Herrn Pareto. Vom Ökonom Vilfredo Pareto stammt die bekannte 80:20-Regel. Auf Hausarbeiten übertragen besagt diese, dass 20 Prozent der Anstrengungen für 80 Prozent des Erfolges verantwortlich sind. Beim Schreiben der Arbeit solltest du also zuallererst ausmachen, was zu den 20 Prozent gehört (gut aufgestellte Thesen, ausführlich dokumentierte Versuche etc.) und dich darauf konzentrieren. Alle anderen Dinge (außergewöhnliches Design, weiterführende Gliederungspunkte) werden vernachlässigt und erst dann bearbeitet, wenn der Rest passt. Das Pareto-Prinzip ist allerdings keine Einladung zum Faulenzen, denn damit aus 20 Prozent der Arbeit 80 Prozent Leistung werden, musst du diese 20 Prozent gezielt und gewissenhaft bearbeiten.
Rat und Tat der e-fellows

Wir haben einige e-fellows gefragt, wie sie eine Schreibblockade überwinden. Das sind ihre Tipps:

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Im e-fellows.net wiki kannst du dein Wissen teilen und von den Erfahrungen anderer Stipendiaten profitieren.

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