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Seinfelds Kette

Kette, Zusammenhalt, Einschränkung [Quelle: pixabay.com]

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Wie schafft man es, über längere Phasen produktiv zu sein? Der amerikanische Komiker Seinfeld empfiehlt eine verblüffend einfache Methode.

Der amerikanische Komiker Jerry Seinfeld gilt als einer der erfolgreichsten Vertreter seiner Zunft. Er ist nicht zuletzt für seine Fähigkeit bekannt, einen konstant hohen Output zu produzieren.

Brad Isaac, ein Blogger und Software-Entwickler, der einst selbst gerne Komiker werden wollte, fragte Seinfeld einmal nach dem Geheimnis seines Erfolges. Seinfelds einfacher Rat: "Don’t break the chain."

Dahinter steckt eine simple, aber höchst effektive Idee. Zunächst definierte Seinfeld für sich, was er tun müsste, um in seinem Beruf erfolgreich zu sein. Er kam zu dem einfachen Ergebnis, dass es das Kerngeschäft eines Komikers ist, neue Witze zu erfinden. Er setzte sich also das Ziel, jeden Tag mindestens einen neuen Witz zu schreiben. Um es zu erreichen arbeitet er mit einem großen Wandkalender, der ein ganzes Jahr zeigt. Immer wenn Seinfeld sein Ziel erreicht, markiert er den Tag im Kalender mit einem dicken roten Kreuz. So entsteht nach und nach eine "Kette". Je länger sie wird, umso größer wird auch seine Motivation, sie nicht zu unterbrechen – "Don’t break the chain!"

Hier die Geschichte in Brad Isaacs Worten:

He [Seinfeld] said the way to be a better comic was to create better jokes and the way to create better jokes was to write every day. But his advice was better than that. He had a gem of a leverage technique he used on himself and you can use it to motivate yourself—even when you don’t feel like it

He revealed a unique calendar system he uses to pressure himself to write. Here’s how it works.

He told me to get a big wall calendar that has a whole year on one page and hang it on a prominent wall. The next step was to get a big red magic marker.

He said for each day that I do my task of writing, I get to put a big red X over that day. "After a few days you’ll have a chain. Just keep at it and the chain will grow longer every day. You’ll like seeing that chain, especially when you get a few weeks under your belt. Your only job next is to not break the chain."

"Don’t break the chain," he said again for emphasis.

Die Methode lässt sich sehr gut auf jede Art von kreativer Arbeit anwenden. Das Geheimnis lautet, nicht auf Inspiration oder Motivation zu warten, sondern das Tagesziel, das man sich gesetzt hat, ganz unabhängig von der Stimmung oder der Tagesform zu erledigen. Das geht natürlich nur, wenn man sich ein realistisches Ziel setzt, indem man klein anfängt.

Und wenn man es doch einmal nicht schafft, das selbst festgelegte Tagessoll zu erfüllen, sollte man nicht frustriert sein, sondern einfach am nächsten Tag mit einer neuen Kette beginnen.

Nur nicht übernehmen

Die Idee von Jerry Seinfelds Kette beruht auf der einfachen Beobachtung, dass kleine Handlungen langfristig große Auswirkungen haben können – sofern man sie jeden Tag ausführt. Der Komiker nutzt die Methode, um trotz seiner vielfältigen sonstigen Verpflichtungen kontinuierlich neue Witze zu schreiben, und zwar jeden Tag mindestens einen. Ein Autor, der schon 70 Romane veröffentlicht hat, arbeitet nach dem selben Prinzip. Als er einmal gefragt wurde, wir er es eigentlich schaffe, ein Buch nach dem anderen zu schreiben, antwortete er: "200 crappy words per day, that’s it".

Seinfelds Kette lässt sich auf jeden beliebigen anderen Bereich übertragen, in welchem man durch kleine, tägliche Fortschritte langfristig viel bewirken will. Hier ein paar Beispiele:

  •     Meditieren
  •     Krafttraining machen
  •     Yoga üben
  •     eine Fremdsprache lernen
  •     Zeichnen
  •     Chemische Formeln lernen
  •     Haikus schreiben

Egal was man sich vornimmt – das Potential der Methode ist erheblich. Entscheidend ist dabei, dass man sich nicht übernimmt, sondern in einem kleinen Umfang beginnt, den man wirklich jeden Tag bewältigen kann, zum Beispiel täglich drei Minuten meditieren, täglich drei neue Sätze in einer Fremdsprache lernen, täglich fünf Minuten Yogaübungen machen oder täglich 100 Wörter für ... schreiben (füll die Lücke selbst). Was auch immer man tut: Alles wird sehr schnell leichter, wenn man es jeden Tag tut.

Wer die Methode zum ersten Mal ausprobiert, sollte sich nicht zu viele neue Gewohnheiten auf einmal vornehmen. Es genügt völlig, erst einmal eine oder zwei in den Tagesablauf zu integrieren. Erst wenn sie zuverlässig zu einem Teil der täglichen Routine geworden sind, sollte man ihren Umfang erweitern oder eine weitere Gewohnheit ergänzen.

Um die eigenen Fortschritte zu dokumentieren, kann man wie Seinfeld mit einem Wandkalender arbeiten. Man kann aber auch auf seinem Smartphone eine App wie Loop Habit Tracker (Android) oder Way of Life (iPhone) installieren. Mit ihnen lassen sich sogar mehrere Gewohnheiten auf einmal erfassen und dokumentieren. So kann man alle "Ketten", die man nicht abreißen lassen möchte, immer in einer Übersicht im Blick behalten. Und wer auf Zahlen steht, kann sich jederzeit in verschiedenen statistischen Auswertungen anzeigen lassen, wie gut er eine bestimmte Gewohnheit in der letzten Zeit durchgehalten hat.

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