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Kinder Fröhlich Experiment Spiel Spielen Dummheit [tempus corporate, Getty Images]

Quelle: tempus corporate, Getty Images

Was hast du dir dabei nur gedacht? Ziemlichen Quatsch, wetten? Otto Durchschnittsdenker trifft nämlich fast nie objektive Entscheidungen. Das ist ganz normal, aber trotzdem vermeidbar. Hier sind die sieben häufigsten Denkfehler.

1. Bestätigungsfehler: Sei ehrlich zu dir selbst

Du hast dir das neue Pur-Album gekauft. Endlich. Du kennst und liebst diese Band. Frontmann Hartmut Engler ist dein Götze, seine Texte begleiten dich überallhin: "Komm mit mir ins Abenteuerland", singst du vor dem Klospiegel, "der Eintritt kostet den Verstand".

Abends spielst du deinem Freund Carl-Constantin das neue Album vor. Er erklärt kühl, deine Bietigheim-Bissingen Pop-Götter hätten schon mal bessere Musik gemacht.

Darf Carl-Constantin so etwas sagen? Besteht gar die Möglichkeit, dass er Recht hat? Niemals nicht! Schließlich hat die Bild der Frau über die Platte geschrieben, sie sei der "Heuler der Herbstes"! Sofort beginnst du, deinem Freund alle Rezensionen entgegenzuschleudern, die du im Pur-Fan-Forum auftreiben kannst.

Auweh, und Glückwunsch! Du hast nicht nur einen fragwürdigen Musikgeschmack, sondern bist auch Opfer des Bestätigungsfehlers geworden.

Der Bestätigungsfehler ist ein weitverbreiteter Denkfehler. Dabei werden Informationen und Meinungen, die den eigenen Standpunkt bestätigen, höher bewertet als Gegeninformationen und -argumente. Oft nehmen Betroffene diese Gegeninformationen nicht einmal wahr.

So fallen bei wissenschaftlichen Arbeiten beispielsweise Forschungsergebnisse unter den Tisch, die der zentralen These der Arbeit widersprechen. Der Bestätigungsfehler vernebelt aber auch das Gehirn von Verschwörungstheoretikern, die jede Information so zurechtbiegen, dass sie ihrem Weltbild zuarbeitet (oder ihm zumindest nicht widerspricht).

Untersuchungen zum Bestätigungsfehler zeigen, dass Menschen dazu neigen, (potenzielle) Fehlentscheidungen nicht zu akzeptieren, sondern sie wegzuerklären. Wenn du den Bestätigungsfehler vermeiden willst, hilft nur, möglichst ehrlich zu dir zu sein. Und deine eigenen Argumente genauso kritisch zu prüfen wie die anderer.

Wer weiß, vielleicht entwickelst du dich sogar zum Ärzte-Fan weiter?

2. Quantitativer Fehler: Zahlen nur unter Qualen

Nein, beim Discount-Klitschen-Bäcker möchtest du nicht mehr schuften. Erstens geben die Kunden dort nie Trinkgeld. Zweitens punktiert der Chef die ollen Brötchen von gestern jeden Morgen mit einem braunen Edding, um sie als "Körnerknacker" noch mal unters Volk zu bringen.

Aber kannst du deshalb gleich das Angebot der Edel-Gebäckmanufaktur annehmen? Zwar ist das neue Gehalt 13 Prozent höher, der Weg zur Arbeitsstelle 13 Prozent kürzer und der Rock deiner neuen Kollegin auch. Allerdings verlangt die Gebäckmanufaktur von dir, in der Mittagspause flüssiges Kokain in die Mini-Eclairs zu spritzen und Kindern heimlich Weinbrandbohnen zuzustecken. Damit die Kunden wiederkommen.

Du schwankst. 13 Prozent hin, 13 Prozent her. Dann fällst du um. Du Narr.

Der quantitative Fehler bezeichnet die Tendenz, Entscheidungen ausschließlich auf der Basis von Zahlen und Statistiken zu treffen und sämtliche Faktoren zu ignorieren, die sich nicht quantifizieren lassen. Beim Blick auf die nüchternen Nummern musstest du den neuen Job annehmen: längerer Kontoauszug, kürzere Textilien, Unsinn: Arbeitswege.

Ob das mit deinem Gewissen vereinbar war? Egal: Schuldgefühle lassen sich schließlich nicht mit =SUMMEWENN addieren. Trotzdem: Deine Entscheidung war falsch. Kokain hat in glasiertem Brandmassengebäck so wenig verloren wie schokolierte Spirituosen in Kindermündern. Asche auf dein Haupt, Gebäckmanufaktur! Und Asche auch auf dich, du Zahlenhuber!

Den quantitativen Fehler begehen übrigens auch Unternehmen, die versuchen, sich allein auf der Basis von Kennzahlen gesundzusto­ßen. Dabei geht es nämlich oft zu wie in dem alten Witz: Wenn eine Freu neun Monate braucht, um ein Kind auszutragen, sollten es neun Frauen ja wohl in einem Monat schaffen.

Natürlich sind Zahlen wichtig, um gute Entscheidungen zu treffen. Moral, Gefühl und Vernunft darfst du deswegen aber nicht ausschalten.

3. Wunschdenken: Keep it real

Auf einem Wochenendausflug ragt plötzlich ein alter Bauernhof vor euch auf; ein schiefes "Zu verkaufen"-Schild davor. Teuer ist er nicht, und du hast dir etwas auf die Seite gelegt. Sofort springt dein Kopfkinoprojektor an: Du siehst dich, wie du das alte Dach ausbesserst, bei Sonnenaufgang den Acker bestellst, und überhaupt: Du wolltest schon immer aufs Land, mit eigenen Kühen und einem Pferd, das Rantantan heißt. Diesen verschimmelten Bauernhof zu kaufen, ist die beste Entscheidung deines Lebens, das weißt du plötzlich felsenfest.

Oder auch nicht.

Eine Entscheidung auf der Basis von Wunschdenken zu treffen, also auf das bestmögliche Ergebnis zu vertrauen, ist fast immer ein Fehler. Seien wir ehrlich: Du weißt nicht, wie man Pferde hält; wie es um die Gegend infrastrukturell bestellt ist; ob es möglich ist, von dieser Bruchbude zu leben; geschweige denn, wie man eigentlich ein Dach deckt. All das spielt in deinem Wunschdenken natürlich keine Rolle, das wirst du schon irgendwie schaffen, zumal sich das Ergebnis in deinem Kopf schon festgesetzt hat. So wird es werden und nicht anders! Das spürst du tief in dir, irgendwo links von der Milz.

Relax, don't do it.

Bei Untersuchungen hat sich zwar gezeigt, dass ein gesunder Optimismus zu vorteilhafteren Entscheidungen verhilft; gerade vor riskanten Entschlüssen ist es aber unbedingt ratsam, sich ebenso intensiv mit den möglichen Nachteilen zu beschäftigen. Rantantan kann warten.

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Kommentare (2)

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  1. Anonym

    Bitte das Thema Sexismus nicht überstrapazieren - wenn es um den "heißen Knackarsch des Kollegen" gegangen wäre, würde sich kein Mensch darüber beklagen...

  2. Anonym

    " Zwar ist das neue Gehalt 13 Prozent höher, der Weg zur Arbeitsstelle 13 Prozent kürzer und der Rock deiner neuen Kollegin auch." Wirklich? Das ist nicht lustig sondern sexistisch und hat in einem Text über Denkfehler absolut nichts zu suchen! Ich kann diesen Artikel absolut nicht ernst nehmen!

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