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Brainstorming ist Bullshit

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Gute Ideen braucht jeder. Vier Methoden, mit denen es leichter fällt, kreativ zu sein. Und eine, die zwar alle anwenden – die aber leider völlig nutzlos ist.

1. Ziele setzen

Zunächst hilft es, ein klares Ziel zu formulieren. Dieses sollte die Kriterien der SMART-Formel erfüllen. S steht dabei für "situationsspezifisch" – jede Situation erfordert ein anderes Ziel. M steht für "messbar", A für "attraktiv", R für "realistisch": Positiv formulierte Ziele motivieren, unrealistische deprimieren und blockieren den Lösungsweg, der zum messbaren Ergebnis führt. T steht schließlich für "Terminierung", also das Festlegen eines Datums, bis zu dem Sie mit ihrer Arbeit fertig sein sollten.

Ein Beispiel (S): Sie brauchen bis Ende der Woche (T) fünf mögliche Themen (M) für die nächste Hausarbeit. Ziemlich R! Die Themen sollten Sie interessieren (A). Besprechen Sie auch den Abgabetermin, dann haben Sie genug Druck, um fertig zu werden.

2. Die Mind-Map

Auch wenn diese Technik in der Schulzeit genervt hat – die Mind-Map ist besser als ihr Ruf. Listen und Tabellen können Sie später noch anlegen, aber Ideen werden nicht in linearen Denkprozessen geboren. Eine Mind-Map ermöglicht es, zwischen Gedankengängen und Ideen zu einem Thema hin und her zu springen, ohne den Faden zu verlieren.

Malen Sie als Erstes ein Bild in die Mitte eines weißen Blattes. Das empfiehlt Tony Buzan, der 80 Jahre alte Erfinder der Mind-Map, weil Bilder stärkere Assoziationen auslösen als Worte. Das Bild sollte zum Thema oder zur Fragestellung passen, zu der Sie sich Gedanken machen. Wenn Sie zum Beispiel ein Thema für eine Politologiehausarbeit suchen: Malen Sie den Reichstag. Oder einen Euro-Rettungsschirm. Oder eine Wahlurne. (Muss nicht hübsch aussehen.) Daneben notieren Sie Einfälle und Schlagwörter, die Sie in geschwungenen Linien mit dem Bild verbinden. Auch das empfiehlt Tony Buzan. Er glaubt: Gerade Linien langweilen das Gehirn. Verwenden Sie außerdem immer nur ein Wort pro Verästelung. So hat das Hirn eine größere Chance, Assoziationen zu entwickeln. Sie können die Begriffe mehrfach miteinander verknüpfen, um neue Assoziationen hervorzurufen

3. Disney-Methode

Wer auf gute Ideen kommen will, darf nicht zu viel gleichzeitig probieren. Man kann nicht über die Umsetzung einer Idee nachdenken und sie gleichzeitig hinterfragen. Beides ist wichtig, doch wenn Sie diese Prozesse nicht trennen, blockieren Sie sich und kommen nie zum Ergebnis. Walt Disney hat so gearbeitet: Er teilte sein Team in Träumer, Realisten und Kritiker ein. Jeder im Team argumentierte nacheinander und ausschließlich aus seiner Rolle heraus.

Ähnlich funktionieren die sechs Denkhüte von Edward de Bono: Bei dieser Technik wird ein Problem von sechs Seiten betrachtet. Von einer analytischen, einer emotionalen, einer zweifelnden, einer positiven, einer verrückten und einer vermittelnden. De Bono fordert, sich für jede Perspektive einen Hut in einer anderen Farbe aufzusetzen. Klingt albern, aber: Mit dieser Technik zwingt man sich zu verschiedenen Sichtweisen, ohne Ideenfindung und Kritik miteinander zu vermischen.

4. Negativ denken

Fragen Sie sich: Was wäre das Worst-Case-Szenario? Zum Beispiel: In der Nacht vor der Abgabe Ihrer Hausarbeit geht die Festplatte kaputt. Sie haben keine Sicherungskopien gemacht, und Ihr Hund hat alle handschriftlichen Notizen gefressen.

Sich dieses Horrorszenario auszudenken hilft. Denn nun wissen Sie, was zu tun ist: Regelmäßig Sicherheitskopien machen! Notizen wegsperren! Hund füttern! Manchmal lohnt es sich, pessimistisch zu denken.

5. Niemals brainstormen!

Brainstorming ist Bullshit. Gemeinsam kreativ sein geht einfach nicht. Das ist wissenschaftlich belegt. Ein Experiment der Universität Utrecht zeigte, dass Gruppen 20 bis 50 Prozent weniger Ideen hervorbringen als Einzelne, die konzentriert nachdenken. Und die wenigen in der Gruppe produzierten Ideen sind nicht mal origineller.

Die Gründe: Hierarchien und Konkurrenzdenken verhindern, dass jeder sagt, was ihm gerade einfällt – und das ist ja eigentlich der Sinn des Brainstormens. Wenn andere reden, sind Sie damit beschäftigt, sich Ihre Ideen für später zu merken, statt frei zu denken und zuzuhören.

Etwas abgewandelt funktioniert die Methode aber durchaus: Dann arbeitet jeder Teilnehmer allein und hält seine Ideen in einem Dokument fest, auf das alle Zugriff haben. So kann jeder dort denken, wo er will und wie lang er will.

© ZEIT ONLINE (Zur Original-Version des Artikels)

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