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Wie aus dem Bilderbuch

Stadt Bamberg [© FRANK - Fotolia.com]

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Drei Dinge sind fest mit Bamberg verbunden: Bierkeller, Rauchbier, Bamberger Reiter. Aber nicht nur die Touristen denken so, die vielleicht mal ein Wochenende in Bamberg verbringen - sondern auch Studenten, die seit Jahren in der Stadt mit den vielen Bierkellern leben.

Bamberg ist eigentlich eine Studentenstadt wie aus dem Bilderbuch. Eigentlich, weil sie auf den ersten Blick vielleicht gar nicht so studentisch wirkt. Eher touristisch - mit Ansichtskartenmotiven und Kiosken, die Postkarten und Eis verkaufen. Aber da gibt es ja noch die vielen kleinen Kneipen, die zahllosen Seitenarme der Regnitz, die sich durch die Innenstadt schlängeln, und das romantische 'Klein-Venedig'. Es ist doch eine Studentenstadt mit Charme. Erbaut auf sieben Hügeln - wie Rom. Mit dem Inselgebiet, den Fischerhäusern von 'Klein-Venedig' und den vielen Brücken, die südländischen Charme vermitteln.

Glockenläuten als Background

Den meisten Studenten, die neu in die Stadt ziehen, wird eines schnell bewusst: Diese Stadt wird von Traditionen bestimmt. Da ist einerseits die lange (Kirchen-)Geschichte. Erste Ansiedlungen gab es bereits 1.000 Jahre vor Christus. Bamberg liegt ein frühmittelalterlicher Plan zugrunde, der ein Kreuz darstellt: Vier Kirchen weisen in die vier Himmelsrichtungen. Überhaupt bestimmen Kirchen ganz wesentlich das Stadtbild und die Geräuschkulisse Bambergs. Eine Wohnung zu finden, von der aus keine läutenden Kirchenglocken zu hören sind, gilt unter Studenten als echte Herausforderung.

Studentenleben zwischen zwei Standorten

Das Unileben spielt sich wesentlich zwischen zwei Standorten ab: Die "Geisties", also Studenten mit geisteswissenschaftlichen Fächern, sind in den historischen Gebäuden mitten in der Altstadt untergebracht. Es gibt dort eine regelrechte 'Unimeile' mit zahlreichen Gebäuden aus dem Mittelalter. Damit trägt auch die Uni zum Erhalt des historischen Erbes der Stadt bei, die Deutschlands größten denkmalgeschützten Stadtkern besitzt. 1993 wurde Bamberg von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt. Stilepochen von der Gotik über Barock bis zur späten Romantik prägen die Architektur der über 1.000 Jahre alten Kaiser- und Bischofsstadt.

Wo die WiWis wuseln

Der zweite Unistandort Bambergs ist die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Fakultät in der Feldkirchenstraße, unter Insidern kurz: die 'Feki'. An beiden Standorten gibt es eine Mensa, CIP-Pools und die entsprechenden Teilbibliotheken. Eigentlich sind sie also autark, die beiden Standorte, und dennoch kann der eine nicht so recht ohne den anderen. Grund: Die Innenstadt-Uni wird von Frauen beherrscht, an der Feki gibt es einen Männerüberschuss. Vorurteile zwischen diesen beiden Polen werden in den Mensen eifrig diskutiert und verlieren wahrscheinlich nie an Aktualität.

Hier verläuft sich niemand

Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg mit einer Studentenzahl von etwa 8.500 wird gern mit dem Adjektiv "überschaubar" charakterisiert. Das trifft den Kern, denn allein durch die Aufteilung der sieben Fakultäten in unterschiedliche Gebäude, wird sich in Bamberg an der Uni niemand verlaufen. In kürzester Zeit können Studierende hier nicht nur ihre Kommilitionen, sondern auch die Dozenten kennen lernen und wieder treffen. Man verliert sich in Bamberg nicht aus den Augen, außer man beabsichtigt es.

Weltoffen und basketballbegeistert

Was die Stadt an Traditionen vielleicht zu viel hat, macht sie durch Weltoffenheit wieder wett. So nutzen über 20 Prozent der Studierenden eines Jahrgangs die zahlreichen studentischen Austauschprogramme mit Universitäten auf dem ganzen Globus. Da verwundert es vielleicht auch nicht, dass hier mit Basketball schon seit langer Zeit eine amerikanische Sportart das Sagen hat. Wenn die Brose Baskets, die mittlerweile sechsfacher Deutscher Meister im Basketball sind, spielen, dann fiebert die ganze Stadt mit.

Ein außergewöhnlicher Abschluss: das Bierdiplom

Was wäre Bamberg ohne Biergärten? Das "Seidla" (so heißt die Halbe in Bamberg) Bier kostet "auf dem Keller" nur rund zwei Euro - auch für Studenten erschwinglich. Es ist schwierig, die Vielfalt zu beschreiben, die kann man nur selbst testen. Dazu eignet sich auch das offizielle Bamberger "Bierdiplom". Keine Angst, hier bleibt ihr von muffigen Vorlesungssälen verschont. Ganz im Gegenteil: Bierdiplomanden besuchen an einem Tag alle zehn Brauereien Bambergs. Bei jeder Besichtigung dürfen sie dann natürlich einen kühlen Schluck kosten - oder auch zwei. Besonders bei ausländischen Studierenden ist dieser Abschluss sehr beliebt.

Bierkeller, nicht -gärten!

Ihr fragt euch jetzt bestimmt noch, wieso man denn in und um Bamberg nicht "in Biergärten", sondern "auf Bierkeller" geht? Der Grund dafür liegt - wie so vieles in Bamberg - in der Tradition: Früher wurde das Bier in kühlen Sandsteingewölben gelagert, die in die Hügel rund um die Stadt gegraben wurden. Auf diesen pflanzten die Bierbrauer dann große Bäume zum weiteren Schutz vor der Sonne. Unter diesen Bäumen findet man heute einige der schönsten Biergärten Frankens. Wenn das kein Grund für die Immatrikulation in Bamberg ist?

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