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Welcher Hochschultyp passt zu mir?

Studienberatung, Success, Failure, Schilder[Quelle: freeimages.com, Autor: cobrasoft]

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Eigentlich ist doch alles ganz einfach: Man studiert an einer Uni. Eine Fachhochschule (oder auch Hochschule bzw. Hochschule für angewandte Wissenschaften) … na, das ist doch keine Uni. Da ist alles sehr verschult, für die, die nicht so gut im selbstständigen Lernen sind. Oder?

Diese Vorurteile stimmten noch nie weniger als heute. Längst haben sich die Grenzen zwischen den Hochschultypen verwischt. Zunehmend, so die Meinung zahlreicher Experten, wird bei der Einstellung neuer Mitarbeiter nicht mehr auf den Typ der Hochschule geachtet, sondern auf den Ruf der jeweiligen Institution. Einige grundlegende Unterschiede zwischen Universität und Fachhochschule gibt es dennoch.

Ab in die Forschung? Ab an die Uni!

Die universitäre Ausbildung ist meist recht theorielastig. Es geht – vereinfacht ausgedrückt – nicht nur darum, etwas zu wissen, sondern auch zu verstehen, weshalb man das wissen muss und was man aus diesem Wissen machen kann. Das Stichwort lautet "Verknüpfung von Forschung und Lehre". Das bedeutet: Studenten an der Uni werden nicht zu reinen Anwendern ausgebildet, sondern sollen die theoretische Basis ihres Studiums auch selbstständig weiterentwickeln – eben forschen können. Dafür lernen sie nicht nur mehr Hintergrundwissen, sondern auch Relevantes aus verwandten Fächern (Interdisziplinarität).

Uni-Absolventen: theoretisch gebildet, praktisch mit Lücken

Dieser theoretische Hintergrund, für den oft eine gewisse Praxisferne in Kauf genommen wird, hat seine Berechtigung – vor allem in Forschung und Lehre. Wenn du dort hinwillst, bist du an der Uni gut aufgehoben. Du willst zum Beispiel Naturwissenschaften studieren und danach eine Karriere in der Forschungsabteilung eines Unternehmens machen? Dann empfiehlt sich für dich die Uni. Bei bestimmten Studiengängen wie Physik und Chemie wird in großen Unternehmen ein "Doktor" praktisch vorausgesetzt – und den kannst du (fast) nur nach einem Universitätsstudium erwerben. Was du dafür in Kauf nehmen musst? Dass du viel Zeit damit verbringen wirst, deinen Lernstoff zu finden und zu strukturieren. Zwar gibt es auch an der Uni stärker und weniger stark verschulte Studiengänge. In jedem Fall aber sollen die Studenten zu Eigenständigkeit und Selbstmotivation ausgebildet werden – und das geschieht, indem man sie nicht bei jedem Lernschritt "an die Hand nimmt".

Fachlich top – die Fachhochschulen

Anders an den Fachhochschulen: Kleine Unterrichtsgruppen, ein fester Stundenplan, ein relativ enges Verhältnis zu den Dozenten – übermäßig viel Eigenständigkeit ist hier nicht nötig. Damit wird das Studium aber nicht zum Kindergeburtstag. Eine Menge Lernstoff ist dennoch zu bewältigen. Neben einer stärkeren Verschulung zeichnet sich das Studium an einer FH auch durch eine größere Praxisnähe aus als das an der Uni.

Von der FH direkt an den Arbeitsplatz

An den FHs wird der Student zum Anwender – er lernt wissenschaftliche Skills, um diese in der Praxis einsetzen zu können. Für Forschung und Weiterentwicklung ist er nicht zuständig. Dafür kann er in verschiedene Berufsfelder direkt einsteigen und mitarbeiten, wo mancher Uni-Student erst noch praktische Kenntnisse erwerben muss. Wer für theoretische Forschung weniger übrig hat und "handfestes" Wissen bevorzugt, der ist an einer Fachhochschule gut aufgehoben. Wenn du dir noch mehr Praxisbezug wünschst und dein theoretisches Wissen sofort anwenden willst, kannst du dich auch parallel zum Uni-Studium im Betrieb ausbilden lassen. Das Ganze nennt man dann duales Studium.

Und wie soll ich mich entscheiden?

Einige Studiengänge gibt es tatsächlich nur an einem bestimmten Hochschultyp. Wenn du aber die Qual der Wahl hast, stelle dir am besten folgende Fragen:

  • Arbeite ich gerne wissenschaftlich und auch über Monate hinweg rein theoretisch, indem ich über den Büchern grüble? Will ich in die Forschung oder Hochschullehre oder aus irgendeinem anderen Grund meinen Doktor machen? Bin ich in der Lage, mir aus eigenem Antrieb und in Eigenorganisation große Wissensmengen anzueignen? Dann ist eine Universität vermutlich das Richtige für dich.
  • Ist es mir wichtig, das Gelernte rasch in der Praxis umsetzen zu können, um es zu überprüfen und weil ich es mir so besser merken kann? Will ich nach dem Studium nicht mehr nur lernen, sondern gleich zu arbeiten beginnen? Fällt mir Lernen ohne klare Zeit und Inhaltsvorgaben eher schwer? Dann wäre die FH vielleicht die beste Wahl.
  • Will ich während des Studiums bereits Geld verdienen, auch wenn mein Gehalt anschließend eventuell etwas niedriger ausfällt als bei einer rein akademischen Ausbildung? Ist es mir wichtig, auch während der Ausbildung bereits dauerhafte Kontakte zu späteren Arbeitgebern zu knüpfen und so schon früh relative Sicherheit in Hinblick auf meine berufliche Zukunft zu erlangen? Kann ich mich mit einem eher verschulten Studium arrangieren? Dann sieh dir mal die dualen Studiengänge an.
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