Die Kunst, in Erinnerung zu bleiben

Publikum, Vortrag, Präsentation (Quelle: freeimages.com, Autor: kkessler83)

Quelle: freeimages.com, kkessler83

Jeder weiß aus eigener Erfahrung, dass manche Vorträge interessanter sind als andere. Das liegt nicht immer am Inhalt. Manche Dozenten beherrschen es einfach, Vorlesungen so zu halten, dass man sie nicht vergisst. Andere reden stundenlang, und am Ende ist man so schlau wie zuvor. Natürlich hat das etwas mit Talent zu tun. Aber nicht nur!

Tatsache ist: Präsentieren kann man lernen, und man kann es trainieren. Manch ein Student arbeitet ein halbes Jahr an einem Referat oder einer Arbeit, aber nur ein paar Stunden an deren Präsentation. Das Ergebnis: Oft schneidet die Arbeit schlechter ab, als sie sollte.

Inhalt und Verpackung

Ein guter Inhalt setzt sich von alleine durch - ein weit verbreiteter Irrtum! Die Form und die Art der Vermittlung sind fast ebenso wichtig. Ein Beispiel: Schon der Großvater von Charles Darwin, Erasmus Darwin, hatte die Grundlagen der Evolution erkannt. Allerdings hat er seine Erkenntnisse in Form von langen Gedichten präsentiert, weshalb sie die Fachwelt ignoriert hat.

Natürlich ist das ein extremer Fall. Aber im Prinzip gilt: Der Inhalt bestimmt nur zu 60 Prozent, was die Zuschauer von einer Präsentation halten und wie viel sie sich davon merken. Die restlichen 40 Prozent werden von der Darstellung bestimmt.

Richtig präsentieren

Eine gute Darstellung hängt von sehr unterschiedlichen Details ab. Übersichtlichkeit und Professionalität sind ebenso wichtig wie eine passende Sprache und das richtige Auftreten. Präsentationen sind eine Wissenschaft für sich, und man kann auch nach Jahren immer noch etwas dazulernen. Aber du musst kein Profi sein, um Inhalte gut darzustellen. Wir zeigen dir die Grundlagen der Präsentation, wie du am besten wirkst, und welche Tricks du anwenden kannst.

Der erste Schritt: Die Zielgruppe

Bevor du anfängst, deine Präsentation zu planen, musst du dir Gedanken über deine Zuhörer machen:
Wer hört deinen Vortrag und was sind seine Erwartungen?

Je nachdem, welches Publikum du hast, musst du deine Inhalte anders aufbereiten.
Grundsätzlich gilt: Je weniger dein Publikum von dem Thema versteht und je geringer sein Interesse ist, desto verständlicher und spannender muss deine Präsentation sein.

Diese Punkte solltest du vorher klären:

  • Welche Fachkenntnisse haben deine Zuhörer? Wenn das Niveau deines Vortrags zu hoch ist, wird man dich nicht verstehen. Ist es zu niedrig, wirst du deine Zuhörer langweilen.
  • Wie groß ist das Interesse an deinem Vortrag? Finden die Zuschauer das Thema interessant, kannst du es sachlicher präsentieren. Wenn nicht, musst du mehr um die Aufmerksamkeit kämpfen.
  • Was sind deine Zuhörer gewöhnt? Das beeinflusst beispielsweise dein Auftreten. Bei manchen Studenten machst du dich lächerlich, wenn du bei einem Vortrag Anzug und Krawatte trägst. Bei manchen Geschäftsleuten eher, wenn du es nicht tust.

Der zweite Schritt: Die Gegebenheiten

Als nächstes kümmerst du darum, welche Ausstattung dir zur Verfügung steht. Auch diese Frage solltest du gleich man Anfang klären. Damit ersparst du dir später viel Arbeit.

Wichtig sind unter anderem folgende Punkte:

  • Wie viele Zuhörer gibt es? Bei hundert Zuhörern kannst du schlecht auf Zwischenfragen eingehen. Bei einem großen Publikum sind die Leute abgelenkter. Du musst mehr bieten, um sie zu fesseln.
  • Wie groß ist der Raum? Größe, Akustik, Verteilung der Sitzplätze... All das beeinflusst, wie gut man dich hört und sieht. Je schlechter die Verhältnisse, desto interessanter muss deine Präsentation sein.
  • Welche technischen Mittel stehen dir zur Verfügung? Für eine Powerpoint-Präsentation brauchst du beispielsweise zumindest einen Computer. Bei mehr als drei Zuschauern brauchst du zudem einen Video-Beamer von ausreichender Stärke. Wenn ein Raum keine Jalousien hat, kannst du im Sommer keinen Overhead-Projektor verwenden.

Der dritte Schritt: Die Zeit

Wie lange soll dein Vortrag werden? Die Antwort musst du gleich zu Anfang kennen. Dann sparst du dir späteres Zusammenkürzen. Auch wenn du kein Zeitlimit hast, denk an die Grundregel der Präsentation: Man kann über alles reden, aber nicht über 45 Minuten.

Wenn du die Grundfragen geklärt hast, kannst du dich an den Aufbau der Präsentation machen.

Warum ist es wichtig Soft Skill-Seminare schon während des Studiums zu besuchen?

Als Forscher ist es nicht nur wichtig, seine Experimente richtig zu wählen und die Ergebnisse entsprechend auszuwerten, um zu neuen Erkenntnissen zu kommen. Man muss die Erkenntnisse auch auf Konferenzen vorstellen und so präsentieren, dass sie für die Zuhörer verständlich sind. Um eine ansprechende Präsentation zu erstellen und sicher vorzutragen, benötigt man neben Fachkenntnissen Soft Skills. Aus diesem Grund sind Soft Skills genauso wichtig wie Fachwissen - und das erlernt man ja auch im Studium.

Werden an deiner FH Soft Skills vermittelt?

In meinem Studiengang werden Soft Skills nicht direkt gelehrt. Man hält zwar ab dem Vordiplom ein bis zwei Vorträge pro Semester, jedoch gibt es keine Veranstaltung darüber, wie ein Vortrag aufgebaut ist und wie er gehalten wird. So lernt man das Präsentieren nicht richtig und deshalb hat Vorträge halten immer etwas Unangenehmes an sich. Die Seminare beim Meyer-Camberg Institut habe ich als große Bereicherung empfunden. Sie haben mir merklich bei großen Vorträgen vor wichtigen Personen geholfen. Ich empfehle daher auch immer den Studenten, die ich im Praktikum betreue, Soft Skill-Seminare zu besuchen.

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