Zwischen Green-IT-Fallstudie und Skipiste

Technologiemanagement, Energie [Quelle: freeimages, Autor: rolve]

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Beim Workshop 'Wechselwirkungen' hat Richard gelernt, wie Technik und Wirtschaft zusammenspielen. In einer Fallstudie hat er Software-Lösungen entwickelt, die CO2-Emissionen reduzieren sollen. Außerdem hat er gelernt, dass es in Sachen Tischfußball bei den McKinsey-Beratern noch Nachholbedarf gibt und dass es keine Frage des Alters ist, ob man auf der Skipiste eine gute Figur macht.

Titel der Veranstaltung

"Wechselwirkungen" des Business Technology Office von McKinsey & Company

Datum und Ort

10. bis 13. Mai, McKinsey Alpine University, Kitzbühel

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter

23 Teilnehmer

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe

Mit "Wechselwirkungen" könnte ich vor allem meine aktuelle Lebenssituation gut beschreiben - vor allem mit "Wechsel". Denn am Ende der Promotionszeit angelangt, kommt ständig die selbe Frage: "Und? Was machst du danach?" Tatsächlich würde ich nach drei Jahren am Entrepreneurship Center der LMU München auch weiterhin gerne die Wechselwirkungen zwischen Technologie und Wirtschaft erleben. Deshalb sprach mich der Titel des Workshops des Business Technology Office (BTO) von McKinsey gleich an. Laut Website sollte dort genau dieses Spannungsfeld vorherrschen.

Nach der Zusage musste die Skiausrüstung besorgt werden

Unter "Green IT" - darüber sollte die Fallstudie gehen - konnte ich mir zwar noch nicht unbedingt etwas vorstellen. Und Skifahren - damit sollten wir unsere Freizeit verbringen - war ich schon 15 Jahre nicht mehr. Trotzdem bewarb ich mich für den Workshop in Kitzbühel. Und nach der Zusage konnte ich auch die benötigte Skiausrüstung bei Kollegen und Freunden auftreiben.

Vorstellung der Lieblingsprojekte

Nach der Ankunft in der Alpine University, dem Grand Hotel in Kitzbühel, begann das dreitägige Programm mit einer Vorstellung der Teilnehmer und des BTO. Aus dem Frontalvortrag wurde schnell ein offenes Gespräch, in dem wir auch unsere Fragen loswerden konnten: Von der Möglichkeit, im Rahmen des "Fellow Programms" zu promovieren bis hin zu einer beispielhaften Arbeitswoche im BTO. Eine gute Idee war die Vorstellung des jeweiligen "Lieblingsprojekts" der anwesenden McKinsey-Berater. So bekamen wir schnell einen Überblick, womit sich das BTO beschäftigt.

Mit Software die CO2-Emission reduzieren

Wie der Alltag eines Beraters bei einem Projekt aussieht, sollten wir in einer Fallstudie selbst erleben. Als McKinsey-Berater sollten wir einem IT-Dienstleister Maßnahmen vorschlagen, wie er durch Softwarelösungen den CO2-Ausstoß seiner Rechenzentren reduzieren kann. Gleichzeitig wollte unser Kunde zum führenden Anbieter von Emissionen reduzierenden Software-Lösungen (also Green IT) werden. Der Vorschlag für das passende Produkt-Portfolio sollte auch von uns kommen. Wir merkten schnell, dass sich unser fünfköpfiges Team sehr gut ergänzte. Die IT-Cracks kümmerten sich um die technischen Lösungen, ich beschäftigte mich mit der Entwicklung der neuen Produkte und der Markteintrittstrategie.

Der Vorstandsvorsitzende stört die Pause

Wirklich durchgehend arbeiten konnten wir aber trotzdem nie. So mischten sich zum Beispiel plötzlich der Chief Information Officer des Kunden und ein "McKinsey-Experte" ein. Am Ende kam auch noch der Vorstandsvorsitzende des Klienten höchstpersönlich -  natürlich genau während unserer Kaffeepause. 

Die größte Herausforderung: Alle überzeugen

Trotz des permanenten Zeitdrucks konnten wir schließlich doch vor das "Steering Committee" (ja, es wird schon viel "Denglisch" gesprochen) treten. Dieses bestand  aus dem CIO, dem Finanzvorstand und dem Vorstandsvorsitzenden. In diesem Rollenspiel erlebten wir die wohl größte Herausforderung für Unternehmensberater: den Klienten zu überzeugen und dabei alle ins Boot zu holen. Während der CIO bei den technologiebezogenen Vorschlägen große Augen bekam, fürchteten die anderen beiden, dabei zu viel Geld zu verlieren. Präsentierten wir allerdings die Abschätzungen zu Einsparpotenzialen, war der Finanzvorstand begeistert, weil er dem CIO das Budget kürzen konnte - was dem wiederum gar nicht gefiel.

Das Ziel: Eine umsetzbare Strategie

Die Workshop-Organisatoren haben also ein sehr gutes "Spielfeld" geschaffen, auf dem wir den Alltag der McKinsey-Berater selbst erleben konnten. Auf der einen Seite das ständige Arbeiten unter Zeitdruck und das Sichten großer Datenmengen, das irgendwann zu einer umsetzbaren Strategie führen soll. Auf der anderen Seite die Arbeit in einem motivierten Team, das sich den Herausforderungen stellt, sich sehr stark mit dem Projekt identifiziert und die zeitliche Belastung gerne auf sich nimmt. Am Ende hatten wir das Gefühl, den hohen Ansprüchen gerecht geworden zu sein und wirklich etwas geschafft zu haben. 

Vom Berater zum Gründer

Abgrundet wurde der inhaltliche Teil von dem Vortrag "Wirtschaft und Finanzen für Einsteiger" und dem Vortrag von McKinsey-Alumnus Matthias Hoene. Er gründete die Firma ZebraMobil, ein Car-Sharing Angebot in München. In seinem Vortrag zeichnete er ein lebendiges Bild von seinem Werdegang vom Berater zum Gründer.

Tischfußball und Skifahren

Natürlich bot das Programm auch viele Möglichkeiten, die anwesenden McKinsey-Berater und die anderen Teilnehmer näher kennenzulernen: Egal ob bei der Ortsführung mit dem Kitzbüheler Original "Beppi", beim Tischfußball (da könnten sie bei McKinsey noch zulegen) oder beim Playstation-Spiel "Singstar" (was mit fortschreitendem Abend allerdings nicht mehr viel mit Singen zu tun hatte). Schließlich stand dann auch noch das Skifahren an. Wir in der Anfängergruppe wurden dazu an einen "gemütlichen Sonnenhang" gebeten, an dem uns dreijährige Kinder regelmäßig alt aussehen ließen. Dafür hatten wir aber Ausrüstung mitgebracht, die jedem Extremsportler zur Ehre gereicht hätte.

Von Kegel-Präsidenten und Ork-Jägern

Besonders spannend fand ich auch, etwas über die Hintergründe der anderen Teilnehmer zu erfahren. Da waren zum Beispiel der Präsident eines Kegelclubs und ein "Live-Action-Roleplayer", der am Wochenende in Wäldern auch mal gerne Orks jagt und deswegen von einer älteren Frau okkulter Handlungen verdächtigt wurde. Da bei der Auswahl der Teilnehmer dieselben Maßstäbe angelegt wurden wie bei den Einladungen zu Vorstellungssgesprächen, kann man davon ausgehen, dass bei McKinsey einige interessante Leute anzutreffen sind.

Erwartungen erfüllt!

Für mich war dieser Workshop wirklich eine lohnende Erfahrung. Es war interessant, zu sehen, wie die Berater sich tatsächlich im Spannungsfeld zwischen Technologie und Wirtschaft bewegen. Wenn sie daran arbeiten, bestehende Abläufe durch IT zu verbessern oder dadurch neue Geschäftsfelder erschließen. Alle, die aus der Naturwissenschaft, Technik oder Informatik kommen und hinter den neuen Technologien auch wirtschaftliches Potenzial sehen, sind bei diesem Workshop und beim BTO richtig.

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