Partner von:

Stipendium fürs Reich der Mitte

Die chinesische Stadt Qingdao

Die chinesische Stadt Qingdao

Kegelförmige Berge in grünen Flusslandschaften, quirlige Märkte, buddhistische Tempel und unzählige rote Mauern in der verbotenen Stadt. Dies alles kommt einem bei China sofort in den Sinn. Jeden Tag liest man in der Zeitung über Chinas Wirtschaftswachstum oder seine Großstädte wie Shanghai.
 

Qingdao ist anders!
 Qingdao ist der Name der Stadt, in der unser Sprachkurs stattfand. Es gibt natürlich auch hier buddhistische Tempel, quirlige Märkte und sogar zerklüftete Berglandschaften in der Nähe. Qingdao war früher eine deutsche Kolonie. Daher gibt es etliche Häuser und sogar ganze Viertel, die auch in einer deutschen Stadt nicht weiter auffallen würden. Vorausgesetzt man montiert die Straßenschilder mit den chinesischen Schriftzeichen ab. Auch das berühmte Tsingtao-Bier ist ein Überbleibsel der Deutschen. Ein Besuch in der 1903 gegründeten Brauerei lohnt sich übrigens auf jeden Fall. Das deutsche Reinheitsgebot wurde allerdings den lokalen Gegebenheiten ein wenig angepasst. Neben Gerste enthält das Bier aus Tsingtao auch Reis.
 

Sprachkurs an der Huayi-Sprachschule
 Heute ist Qingdao eine chinesische Provinzstadt mit immerhin über sechs Millionen Einwohnern. Es liegt ungefähr eine Flugstunde südlich von Peking direkt am Meer. Es gibt Sandstrände und immer frische Meeresfrüchte. Oft weht aber noch im März ein kalter Wind. Hier lernten wir, zehn weitere Deutsche und ich, an der Huayi-Sprachschule Chinesisch. Unsere Lehrer und vor allem die Schulleiter kümmerten sich sehr freundlich um uns. Unser Kurs bestand vormittags aus intensivem Aussprachetraining und dem Üben einfacher Sätze. Hinzu kamen noch Einheiten zu verschiedenen Themen, wie eine Einführung in die Kalligraphie oder wie man sich in China bei Tisch benimmt. Ganz schlecht ist es beispielsweise, wenn man die Essstäbchen aufrecht in die Reisschale steckt. Eingeladene Redner hielten Vorträge zu Themen wie der chinesischen Wirtschaft oder dem Tourismus. Auch zusätzliche Aktivitäten standen auf dem Programm. Wir fuhren unter anderem zum Wandern ins nahe gelegene Laoshan-Gebirge, wagten uns zum Mittagessen in die Mensa der Qingdao Universität, ließen uns massieren und kochten zusammen Jiaozi (chinesische Maultaschen). Highlights waren sicherlich die Besuche in einer chinesischen Middle School und in einer WuShu Schule (Kungfuschule).
 

Überall ins kalte Wasser
 Fast überall auf der Welt kommt man mit Englisch irgendwie durch. Das ist (noch) anders in China. Ich habe keinen einzigen englischsprachigen Taxifahrer in Qingdao getroffen. Die Bedienungen in den Restaurants konnten, bis auf eine Ausnahme, ebenfalls kein Englisch. Perfekte Bedingungen also, um die im Sprachkurs erlernten Sätze auszuprobieren. Einfache Dinge wie "ni hao" (Hallo", "mi fan" (Reis) und "zai jian" (Auf Wiedersehen) beherrscht man schon nach den ersten Tagen. Mit der Zeit gesellen sich weitere sehr nützliche Sätze dazu, wie "tai gui le" (Das ist zu teuer! - unentbehrlich beim Verhandeln auf Märkten), "teng ma" (Tut es weh? - das hört man öfter bei den traditionellen Fußmassagen) und "ting bu dong" (Ich höre es, aber ich verstehe es nicht), wenn gar nichts mehr geht. Chinesische Wörter müssen übrigens mit dem richtigen Tonfall ausgesprochen werden, sonst kann die Bedeutung eine ganz andere sein. Das treibt einen manchmal zur Verzweiflung, sorgt aber auch immer wieder für Lacher. Wenn wir mit unserem Chinesisch am Ende waren, improvisierten wir einfach. Wir haben uns beispielsweise die Namen von leckeren Gerichten für das nächste Mal aufschreiben lassen. Manchmal liefen wir auch einfach mit der Bedienung auf der Suche nach gutem Essen durch das Restaurant. So kamen wir schon nach erstaunlich kurzer Zeit im Alltag ganz gut zurecht.
 

Schachspielen in Shanghai
 Zu viert nutzten wir die Gelegenheit und flogen für ein Wochenende nach Shanghai. In Shanghai tut sich nicht nur architektonisch sehr viel. Extreme Gegensätze sind hier deutlich sichtbar. Shanghai hat glitzernde Hochhäuser und den schnellen Transrapid mit 431 Stundenkilometern. Nebenan hängen die Leute in den interessanteren alten Wohnvierteln ihre Wäsche zum Trocknen auf die Straße oder spielen dort "xiang qi" (chinesisches Schach). Die letzte Woche unseres China-Aufenthaltes verbrachten wir in Peking. Auf mich machte die Hauptstadt im Vergleich zu Qingdao einen unfreundlicheren Eindruck. Dafür bietet Peking viele beeindruckende Sehenswürdigkeiten wie die Verbotene Stadt, den Platz des Himmlischen Friedens, den Himmelstempel, die Große Mauer und vieles mehr.
 

Entenzungen und Seegurken
 Ich hatte eine sehr interessante Zeit in China mit vielen neuen Eindrücken. Das reichhaltige Essen, die bunten chinesischen Schriftzeichen überall und auch den Lärm werde ich vermissen. Nirgendwo sonst sieht man morgens um sechs alte Frauen im Park, die mit Schwertern Tai Chi üben oder kann Entenzungen und Seegurken in Restaurants probieren. Ich werde sicher noch einmal wieder kommen. China ist ein großes Land, in dem es noch viel zu entdecken gibt.
 

China Stipendien & Praktika
 Stepintochina vergibt übrigens wieder Stipendien für Sprachkurse in Qingdao. Bis zum 11. Juni 2006 könnt ihr Euch direkt auf der Homepage bewerben (www.stepintochina.de). Man kann auch Praktika bei chinesischen Firmen oder direkt bei Stepintochina machen. Den Sprachkurs und die Unterkunft übernimmt die Organisation. Wendet euch einfach an e-fellow Christian, einem der Initiatoren von Stepintochina.

nach oben

Hol dir Karriere-Infos,

Jobs und Events

regelmäßig in dein Postfach

Comments (0)

You don't have access to post comment.