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Rainer bei Bosch in Suzhou/China I

Montag, 6. September 2005
 Dies ist meine vierte Woche bei Bosch in China. Heute muss ich eine Personalaufstellung (Headcount) erstellen. Die Daten liegen für einzelne Bereiche wie Produktion, fertigungsnahe Bereiche (wie Logistik oder Qualitätsmanagement) auf Kostenstellenebene in Excel vor und müssen nun nach "business unit" dargestellt werden. Das ist eine der Hauptaufgaben im Controlling: Bestehende Daten den Anforderungen des Managements und der Zentrale entsprechend darzustellen. Gute Excel Kenntnisse sind dafür sehr hilfreich und ich habe hier schon viele neue Funktionen entdeckt. Nach dem Essen gibt es ein kurzes Meeting mit dem Leiter der Abteilung "Controlling and Financial Accountin" und einer Werkstudentin. Wir sollen in Excel oder Access Gängigkeitsabschreibungen auf Vorräte berechnen, die für den Jahresabschluss benötigt werden. Es sind Abschreibungen für Positionen, die keine oder wenige Abgänge haben. Danach arbeite ich an der Personalaufstellung weiter.
 

Dienstag, 7. September 2004
 Heute habe ich die Personalaufstellung fertig gestellt. Es war ziemlich viel Arbeit, aber die Personalaufstellung ist ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaftsplanung, da damit gleichzeitig die Höhe der Personalkosten festgelegt wird. Über diese Zahlen wird sicherlich diskutiert, und die Rückfragen muss ich beantworten. Das ist dann sehr interessant. Heute essen wir in der Firmenkantine. Das Essen ist kostenlos und typisch chinesisch, für einen europäischen Magen teilweise etwas gewöhnungsbedürftig. Zum Beispiel, wenn Hühnerfüße angeboten werden. Es gibt aber auch immer Gemüse, Reis und Salat und Fleischgerichte. Heute Nachmittag muss ich eine Aufstellung der Vertragsangestellten erstellen. Vertragsangestellte sind Ausländer, meistens Deutsche, die für einige Jahre in China arbeiten. Diese Darstellung ist wichtig, denn die Vertragsangestellten (VA) stellen einen großen Block der Personalkosten dar – ein VA kostet ein Vielfaches eines Arbeiters an der Montagelinie. Morgen werden wir uns mit dem Lagermeister treffen, da wir von ihm Daten über die Vorratsveränderungen benötigen, um die Gängigkeitsabschreibungen zu berechnen. Ich bereite mich kurz vor, um genau zu wissen, welche Daten wir brauchen.
 

Mittwoch, 8. September 2004
 Das Meeting mit dem Lagermeister dauert nicht lange, da er alle Daten, die wir benötigen, ohne Probleme aus SAP exportieren kann. Die Verständigung läuft wie mit allen chinesischen Mitarbeitern auf Englisch. Dies ist hier die offizielle Firmensprache, aber mit den vielen Deutschen, die in der Aufbauphase hier sind, spricht man natürlich Deutsch. Nach dem Mittagessen führt mich Miriam, eine deutsche Praktikantin des Geschäftsbereichs "Diesel Systems", durch die Produktionsanlagen des Bereichs. Davon bekomme ich im Controlling sonst nicht so viel mit und ich finde es interessant, einen Einblick zu bekommen. Am Abend nach der Arbeit fahre ich mit einer chinesischen Praktikantin zu einer Galerie eines chinesischen Künstlers. Der Inhaber ist sehr interessiert, wenn Ausländer kommen und so unterhalten wir uns eine ganze Zeit. Zum Glück kann Li übersetzten, denn ich kann bis jetzt nur ein paar Worter Chinesisch. Danach treffen wir uns mit anderen Praktikanten zum Essen und gehen in die Bar "Pulp Fiction", einem beliebten Treffpunkt für Chinesen und Ausländer.
 

Donnerstag, 9. September 2004
 Mal wieder steht das Thema Headcount auf dem Programm. Die Aufstellung vom Anfang der Woche muss ich noch um das Jahr 2007 ergänzen und zusätzliche Daten einarbeiten, da sich die Planungsprämissen für das China Geschäft etwas gändert haben. Es ist typisch, dass nach der Abgabe der ersten Version der Planung an die Zentrale noch Änderungen erfolgen. Außerdem muss ich die Auswirkung dieser Änderung auf die Personalkosten ausrechnen. Zum vorläufigen Abschluss des Themas Headcount erstelle ich eine Überleitung von dem alten auf den neuen Headcount, damit das Management die Auswirkungen direkt sieht. Nachmittags beginne ich mit der Ermittlung der kalkulatorischen Abschreibung und der Kapitalkosten für das im Anlage- und Vorratsvermögen gebundene Kapital. Die Daten liegen wieder für den Geschäftsbereich als Ganzes vor und müssen anhand geeigneter Schlüssel auf die einzelnen Business Units aufgeteilt werden.
 

Freitag, 10. September 2004
 Bis zum Mittagessen ist die Aufteilung der kalkulatorischen Abschreibungen und der Kapitalkosten fertig. Zusammen mit einem Mitarbeiter der IT-Abteilung installiere ich das Konsolidierungsprogramm Hyperion auf dem Rechner meines Kollegen. Hier ist Teamarbeit gefragt, da das Installationshandbuch in Deutsch vorliegt und ich es dem IT-Mitarbeiter in Englisch übersetze. Nachmittags holt mich das Thema Headcount doch noch mal ein: Die Berechnungen und Auswertungen vom Anfang der Wochen beinhalten Durchschnittswerte. Jetzt werden noch die Personalzahlen zum Jahresende benötigt. Diese Aufgabe ist schnell erledigt. Um 18 Uhr mache ich pünktlich Schluss, damit ich den Shuttlebus der Firma nach Shanghai nicht verpasse, wo ich das Wochenende verbringen werde.

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