LL.M. Medizinrecht (Universität Düsseldorf)
Der Königsweg zum Experten für Medizinrecht
Arzthaftung, Medizinische Versorgungszentren, Krankenhausrecht, Pharmarecht und Sterbehilfe: Weite Teile der Medizin werden durch komplexe Gesetze und Rechtsnormen geregelt. Der ein- bis zweijährige LL.M. in Medizinrecht der Universität Düsseldorf vermittelt dir berufsbegleitend umfassendes Fachwissen in diesem vielfältigen Rechtsgebiet.
Kontakt
Institut für Rechtsfragen der Medizin
Gebäude 24.91
Universitätsstr. 1
40225 Düsseldorf
E-Mail: InstitutRechtsfragendermedizin(at)uni-duesseldorf.de
Website: http://studiengang-medizinrecht.de
Im Medizinrecht kommt keine Langeweile auf, umfasst es doch alle drei großen Rechtsgebiete: Strafrecht, Öffentliches Recht und Zivilrecht. Seit 2007 bietet die juristische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf den Weiterbildungs-Studiengang LL.M Medizinrecht an. Dieser Studiengang richtet sich als einziger in Deutschland allein an Juristen.
Fachanwaltsprüfung: Spar dir den Theorie-Teil
Der LL.M. in Medizinrecht vermittelt dir die fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten, die du brauchst, um den Anforderungen an einen Juristen im gesamten Medizinrecht gerecht zu werden. Der Stundenplan des Weiterbildungs-Studiengangs geht dabei weit über das hinaus, was du für die Verleihung des Titels "Fachanwalt für Medizinrecht" brauchst. Zwar erteilen die Fachanwaltskammern regelmäßig keine Anerkennungen im Vorhinein. Du darfst aber damit rechnen, dass du dir mit dem LL.M. – Medizinrecht den Fachanwaltslehrgang ersparst.
Arbeitsfeld Gesundheit
Mit dem Zusatztitel erschließt sich dir ein breites Berufsfeld: Ob als Richter, Rechtsanwalt oder Staatsanwalt - Juristen mit Schwerpunkt Medizinrecht beraten neben Privatpersonen zum Beispiel Krankenhausträger, Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Apotheken, Industrie, Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen, öffentlich-rechtliche Institutionen oder Berufsverbände im Gesundheitswesen.
Im Profil: LL.M. Medizinrecht der Universität Düsseldorf
Titel
Master of Laws (LL.M.)
Programmtyp
berufsbegleitend
Studienbeginn
Oktober
Studiendauer
Wahlweise ein oder zwei Jahre
Ablauf
Die Vorlesungen finden in der Regel donnerstags und freitags an den Abenden sowie an Samstagen statt. So können auch Berufstätige teilnehmen. Je nach Dozent sind auch Blockveranstaltungen am Wochenende möglich.
Der Studiengang erstreckt sich wahlweise über zwei oder vier Semester und gliedert sich in vier Module. Jedes Modul umfasst mindestens sechs Semesterwochenstunden in den ersten drei Modulen sowie mindestens vier Semesterwochenstunden im vierten Modul.
Studieninhalte
Modul 1
Grundlagen des Medizinrechts
- Verhältnis zwischen Arzt und Patient
- Besonderheiten des Arztvertrags
- Arzthaftung
- Besonderheiten des Arzthaftungsprozesses
- Standardprobleme des materiellen Arztstrafrechts
- Einführung in medizinische Grundbegriffe
- verfassungs- und europarechtliche Probleme des Medizinrechts
- Grundzüge der Ethik in der Medizin
Modul 2
- Recht der gesetzlichen Krankenversicherung, besonders das Vertragsarzt-/Vertragszahnarztrecht
- Grundzüge der privaten Krankenversicherung und der Pflegeversicherung
- Ärztliches Berufsrecht
Modul 3
- Ärztliche Selbstverwaltung, Zulassung und Approbation
- Krankenhausrecht
- Vertrags- und Gesellschaftsrecht der Heilberufe
- öffentlicher Gesundheitsdienst
- Betreuungsrecht
- Steuerrechtliche Fragestellungen für Ärzte und Krankenhäuser
- Vertiefung Arztstrafrecht
Modul 4
- Seminare unter anderem zum Arzneimittel-, Medizinprodukte- und Apothekenrecht, besondere medizinische Technologien, Zusammenschlüsse von Ärzten, Ärzte als Sachverständige, ärztliche Sterbehilfe
Obligatorisches Praktikum
Zwischen dem zweiten und dritten Modul musst du ein vierwöchiges medizinrechtliches Praktikum ableisten - zum Beispiel in einer Anwaltskanzlei mit Schwerpunkt im Medizinrecht, der Rechtsabteilung eines Pharmaunternehmens, in einem Gesundheitsministerium oder einer Ärztekammer.
Master-Prüfung
Der weiterbildende Studiengang "Medizinrecht" wird durch eine Master-Prüfung abgeschlossen. Dazu musst du insgesamt 60 Kreditpunkte erwerben. Davon stammen 40 Kreditpunkte aus den Modulen, 5 erwirbst du im Praktikum und weitere 15 durch die Master-Arbeit.
Studienvoraussetzungen
- Juristisches Staatsexamen mindestens mit der Endnote "befriedigend" in der Ersten Juristischen Staatsprüfung oder gleichwertiger ausländischer Abschluss.
- Ein wenigstens mit der Endnote "voll befriedigend" bewerteter Seminarschein.
- Bewerber mit Erster Juristischer Staatsprüfung, bei denen die obigen Voraussetzungen nicht vorliegen, können zugelassen werden, wenn ihnen der Doktorgrad der Rechte mit mindestens dem Prädikat "cum laude" verliehen worden ist, oder wenn sie die Zweite Juristische Staatsprüfung mindestens mit dem Prädikat "befriedigend" absolviert haben.
- Berufspraktische Erfahrung.
Bewerbungsfrist
15. Juli
Bewerbungsunterlagen
Schicke folgende Unterlagen per Post an die obenstehende Adresse:
- Anschreiben, in dem du deine Motivation darlegst
- Anmeldeformular
- Nachweis der in der Zulassungsordnung vorausgesetzten Qualifikationen durch beglaubigte Kopien.
Über die Zulassung wird unmittelbar nach Bewerbungsschluss entschieden.
Teilnehmer
Um die besondere Qualität der Ausbildung zu sichern, ist der Studiengang auf maximal 25 Teilnehmer begrenzt. Er richtet sich zudem nur an Juristen.
Studiengebühren
3.000 Euro pro Semester. Für Referendare und Teilnehmer mit vergleichbarem Einkommen gilt eine ermäßigte Gebühr von 2.000 Euro pro Semester. Stipendiaten und Alumni von e-fellows.net erhalten einen Rabatt über 500 Euro.
Im Porträt: Programmteilnehmer
Konstantinos Vitkas, LL.M. (27) hat Mitte April 2008 sein Erstes Staatsexamen abgelegt und macht derzeit sein Referendariat im Oberlandesgerichtsbezirk Düsseldorf. Parallel dazu hat er den LL.M. in Medizinrecht absolviert.
Warum haben Sie sich für den LL.M. in Medizinrecht entschieden?
Schon an der Uni habe ich erste Erfahrungen im Medizinrecht gesammelt und gemerkt, dass mir dieses Rechtsgebiet viel Spaß macht. Interessant ist das Medizinrecht für mich vor allem, weil es alle drei großen Rechtsgebiete umfasst: Strafrecht, Öffentliches Recht, Zivilrecht. Nun wollte ich das Thema in einem LL.M.-Studiengang vertiefen und so herausfinden, ob dieses Rechtsgebiet wirklich etwas für mich ist. Darin wurde ich vollkommen bestätigt. Ich habe das Studium parallel zu meinem Referendariat absolviert. Die Arbeitsbelastung war dadurch zwar hoch, aber es ist durchaus machbar.
Planen Sie, anschließend die Fachanwaltsprüfung abzulegen?
Ja. Das Gute an diesem Studiengang ist, dass man den theoretischen Teil der Fachanwaltsprüfung eigentlich schon absolviert hat. Man hat am Ende also nicht nur den Titel LL.M., sondern darf auch darauf hoffen, dass die Anwaltskammern den LL.M. als theoretischen Teil der Fachanwaltsprüfen anerkennen werden. Der Fachanwaltslehrgang kostet ja auch noch mal 1.000 bis 2.000 Euro, die spart man sich also auch, wenn die Anwaltskammer ihre Anerkennung ausspricht. Für den praktischen Teil der Prüfung muss man dann nur noch 60 Fälle aus diesem Rechtsgebiet bearbeitet haben.
Was gefällt Ihnen an dem Programm?
Wir waren eine kleine Gruppe, maximal 25 Leute bei 25 bis 30 Dozenten, die Betreuung ist also optimal. Man kann immer Fragen stellen, das Umfeld ist hochmotiviert. Die Dozenten sind außerdem ausgewiesene Kenner: Hochschullehrer, Anwälte, Richter, Staatsanwälte, Mitarbeiter aus Ministerien. Da kann man gut netzwerken. Ich habe mir so meine Wahlstation in einer Kanzlei organisiert, deren Anwalt Dozent bei uns ist.
Wem würden Sie das Studium empfehlen?
Das Studium ist für einen großen Adressantenkreis geeignet: für Referendare, für Doktoranden, für Berufsanfänger und -fortgeschrittene. Wer noch keine Kenntnisse hat, kann folgen, aber auch Berufstätige können hier noch etwas dazulernen.
