Catalina Schröder

Bewerben bei Begabtenförderungswerken

"Bauschen Sie Ihren Lebenslauf nicht auf"

Wie wichtig ist die Kaffeepause im Assessment-Center? Was hast du vom Mentorenprogramm? Und was hat Gerhard Schröder mit der Friedrich-Ebert-Stiftung zu tun? Vertreter der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Friedrich-Ebert-Stiftung antworten.

 

PEOPLE Katrin Dapp FES 77x100

Katrin Dapp arbeitet seit vier Jahren als Referentin im Studienförderwerk der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Frau Dapp, gibt es eigentlich berühmte Alumni der Friedrich-Ebert-Stiftung?
Gerhard Schröder ist beispielsweise einer unserer Alumni. Er hat vor einiger Zeit sogar ein eigenes Stipendium ins Leben gerufen, das dann von uns vergeben wurde. Auch Frank-Walter Steinmeier zählt zu unseren Absolventen. Er ist mittlerweile Schirmherr des Mentorenprogramms.

Was ist das Besondere an Ihrem Mentorenprogramm?
Knapp die Hälfte unserer Stipendiaten hat einen Alumnus als Mentor. Derzeit haben wir mehr als 1.000 Mentoren-Paare und somit eines der größten Mentorenprogramme innerhalb der Begabtenförderungswerke. In unserem Intranet können die Stipendiaten sich ihren Mentor nach Fach und Region aussuchen und dann eine Liste ihrer fünf Wunschkandidaten erstellen. Einer dieser Kandidaten wird dann ihr Mentor.

Welche Erfahrungen konnten Sie mit dem Programm bislang machen?
Je länger eine Mentoren-Mentee-Beziehung dauert, desto besser ist sie in der Regel. Denn ein Mentor kann natürlich bessere Tipps geben, wenn er seinen Mentee schon seit zwei Jahren kennt. Von Tipps zum Studium, zu Praktika oder zum Jobeinstieg bis hin zu gemeinsamen Forschungsprojekten oder auch echten Freundschaften reichen die Erfahrungen. Besonders für unsere ausländischen Stipendiaten ist das Programm auch auf persönlicher Ebene hilfreich. Manchmal werden sie regelrecht in die Familie ihres Mentors mit aufgenommen.

Wer trifft nach der schriftlichen Bewerbung die Vorauswahl der Kandidaten?
Mitarbeiter der Abteilung treffen eine erste Vorauswahl der Kandidaten. Dabei achten wir gleichermaßen auf gute Noten und Engagement. Das eine lässt sich durch das andere nicht ausgleichen. Bewerber um ein Promotionsstipendium reichen zusätzlich ein Exposé ihrer geplanten Arbeit ein. Die fachliche Beurteilung durch Gutachten übernehmen dann ein Vertrauensdozent und ein Mitglied des Auswahlausschusses der FES, die sich auf dem Gebiet auskennen.

Geben Sie den Bewerbern Feedback unabhängig davon, ob sie aufgenommen werden?
Die Bewerber erhalten grundsätzlich kein Feedback. Für die Vergabe von Stipendien stehen uns jährlich begrenzte Mittel zur Verfügung, und oftmals müssen wir daher auch Kandidaten ablehnen, die wir gerne genommen hätten.

PEOPLE Stefan Burgdörfer KAS 77x100

Stefan Burgdörfer (27) arbeitet als Referent im Begabtenförderungswerk der Konrad-Adenauer-Stiftung und kümmert sich besonders um die Journalistenakademie. In diesem besonderen Stipendienprogramm der KAS werden die Stipendiaten studienbegleitend zu Journalisten ausgebildet.

Herr Burgdörfer, gibt es etwas, das Bewerber um ein Stipendium auf jeden Fall vermeiden sollten?
Generell sollten Bewerber es vermeiden, ihren Lebenslauf aufzubauschen. Unsere Juroren merken spätestens bei der Auswahltagung, wenn jemand übertrieben hat. Ansonsten kann ich jedem nur raten, sich nicht zu verstellen und einfach er selbst zu sein.

Das Bewerbungsverfahren umfasst eine schriftliche Bewerbung und ein Assessment-Center. Wie schwierig ist es, eine Einladung ins Assessment-Center zu bekommen?
Die schriftliche Bewerbung ist definitiv die höhere Hürde. Hier prüfen wir intensiv auf Leistung, Engagement und Persönlichkeit. Wer eine Einladung zur Auswahltagung bekommt, kann schon stolz auf sich sein. Dort möchten wir dann, dass die Kandidaten den Eindruck auch bestätigen, den sie durch ihre Bewerbung auf uns gemacht haben.

Welche Aspekte sind bei der schriftlichen Bewerbung wichtig?
Wir verlangen einen mehrseitigen ausformulierten Lebenslauf, aus dem die persönliche Entwicklung, der Studien- und gegebenenfalls auch schon der Berufswunsch hervorgehen und wir möchten erfahren, warum der- oder diejenige sich gesellschaftlich engagiert. Im Abiturzeugnis ist uns nicht nur der Notendurchschnitt wichtig, sondern wir möchten auch sehen, in welchen Fächern der Bewerber besonders gut war. Daran kann man häufig schon erkennen, ob er sein gewähltes Studium zügig und erfolgreich abschließen wird.

Wie wichtig sind im Assessment-Center die informellen Momente wie beispielsweise das Abendessen oder die Kaffeepause?
Diese Teile der Auswahltagung zählen für uns nicht zum Prüfungszeitraum. Im Gegenteil: Die Bewerber haben hier die Chance, sich gegenseitig ganz ungezwungen kennenzulernen und werden von ihren Juroren weder beobachtet, noch bewertet.

Wie können sich die Kandidaten am besten auf die Auswahltagung vorbereiten?
Wir erwarten von unseren Bewerbern, dass sie gesellschaftlich und politisch interessiert sind. Daher sollten sie mindestens in den letzten drei Wochen vor der Auswahltagung aufmerksam die Nachrichten verfolgen. Wichtig ist auch, dass sie sich mit der Konrad-Adenauer-Stiftung als Organisation befassen und sich überlegen, wie sie zu den christlich-demokratischen Grundwerten stehen, die unserer Stiftung zu Grund liegen.

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