von Regina Greck

LaTeX - Arbeiten professionell Layouten

Gut gesetzt mit LaTeX

Vor allem Naturwissenschaftler stehen drauf: LaTeX. Denn das Satzprogramm lässt große Brüche, lange Gleichungen und chemische Strukturformeln bestechend gut aussehen.

Die Idee zu dem Programm hatte Donald E. Knuth Anfang der 70er Jahre. Der Informatiker schrieb gerade an seinem Buch "The Art of Computer Programming". Er war mit den damaligen Satzsystemen unzufrieden und entwickelte deshalb ein eigenes Programm. Er nannte es TeX (gesprochen "Tech"). Leslie Lamport schenkte dem TeX das "La". Er schrieb LaTeX - ein Computerprogramm, das auf TeX aufbaut. Es vereinfacht TeX, indem es auf vorgefertigte Layouts zurückgreift.

Gutenberg spielen

LaTeX ist heute wahrscheinlich die gängigste Methode, um mit TeX zu arbeiten. Der Grundgedanke ist immer noch der gleiche, den Johannes Gutenberg vor über 500 Jahren hatte: Der Autor kümmert sich um den Inhalt des Texts. Ein Gestalter überlegt, wie er aussehen soll und der Setzer macht aus diesen Anweisungen den fertigen Druck. Schreibt man seine Uni-Hausarbeit in LaTeX, ist man selbst der Autor, das Design übernimmt LaTeX und TeX setzt das Ganze um. Im Gegensatz zum menschlichen Designer ist LaTeX "nur" ein Programm. Es erkennt nicht automatisch, wann man ein Kapitel beginnt, eine Überschrift schreibt oder eine Formel zeichnen möchte. Deswegen muss man dem Satzsystem mit Befehlen sagen, was es aus seinem Text machen soll.

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You don't see what you get - but it's nice

Deswegen ist LaTeX kein so genanntes WYSIWYG-Programm ("What you see is what you get"). Im Gegensatz zu Word sieht man den Text, den man gerade tippt, nicht so, wie er am Ende im Layout aussieht. Um in dem Satzsystem bequem schreiben zu können, braucht man nicht nur das Programm selbst, sondern auch einen Editor. Im Editor arbeitet man am Inhalt und der logischen Struktur seiner Arbeit. Man muss sich nicht gleichzeitig auf das Aussehen des Texts konzentrieren, denn das übernimmt LaTeX. Gängige Editoren sind zum Beispiel das TeXnicCenter, der TeXmaker oder der LEd (LaTeX Editor). Mit einem Mausklick im kompiliert LaTeX den Quelltext, den man im Editor geschrieben hat und spuckt ihn als PDF aus.

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Setzen wie ein Profi

Bekanntlich machen ja Kleider Leute. Das gilt im Prinzip auch für Haus- und Abschlussarbeiten. Natürlich ist es am wichtigsten, dass der Inhalt richtig und der Text gut geschrieben ist. Aber die Gestaltung schraubt die Note vielleicht doch noch um das eine oder andere Zehntel nach oben. Die PDF-Dateien, die LaTeX generiert, sehen schlicht, einheitlich und professionell aus. Das erleichtert den Lesefluss des Korrektors. So lenken ihn keine hässlichen Zeilenumbrüche oder falsch formatierten Überschriften ab.

Formatfehler ausgeschlossen

Im Gegensatz zu Word schleichen sich in LaTeX keine falschen Formatvorlagen ein, und doppelte Leerzeichen sind unmöglich, weil das Programm mehrere Leerstellen immer als eine interpretiert. Man muss sich überhaupt keine Gedanken darüber machen, in welchen Verhältnis die Schriftgrößen von Fließtext und Überschrift stehen sollen, denn das weiß das Satzsystem schon. Im LaTeX-PDF finden sich keine falschen Seitenzahlen im Inhaltsverzeichnis. Denn das erstellt das Programm automatisch aus der logischen Struktur des Quelltexts – mit nur einem Befehl. Und auch Fußnoten und ein Literaturverzeichnis mit Verweisen darauf sind recht einfach zu erstellen.

Präambel - nicht nur was fürs Grundgesetz

Ganz wie von Zauberhand arbeitet LaTeX allerdings nicht. Man muss dem Programm die richtigen Anweisungen geben, damit man eine gut aussehende Arbeit in den Händen halten kann. Am Anfang eines jeden Quelltexts steht deswegen eine so genannte Präambel, die dem Satzsystem die grundlegenden Dinge für das Dokument sagt. Welche Art Dokument will man anlegen? Aufsatz, Brief oder Buch? Man legt hier zum Beispiel auch Papier- und Schriftgröße und Schriftart fest oder teilt LaTeX mit, dass man den mathematischen und chemischen Formelsatz braucht.

\textit - mit LaTeX-Befehlen

Genau dieser Formelsatz macht das Programm bei Naturwissenschaftlern so beliebt. Mit LaTeX machen die kompliziertesten Gleichungen und die wildesten Brüche eine gute Figur. Auch Azofarbstoff-Ringe und lange Kohlenwasserstoffmoleküle lassen sich relativ einfach schön darstellen – natürlich auch nur mit den richtigen Befehlen im Quelltext. Der sieht zugegebenermaßen anfangs etwas gewöhnungsbedürftig aus, wenn man WYSIWYG-Programmen wie Word gewohnt ist. In den Fließtext fügen sich die Backslashs, geschweiften und eckigen Klammer sowie die Buchstabenkombinationen der Befehle nahtlos ein. Durch diese Anweisungen weiß LaTeX, wann ein Kapitel beginnt und es eine Überschrift setzen muss oder wann es ein Wort fetten soll. Um zu prüfen, ob man die richtigen Tasten gedrückt hat, kann man sich jederzeit ein PDF ausgeben lassen.

Übung macht den Meister

Wie bei so vielem gilt auch für LaTeX: Mit ein bisschen Übung lernt man das Programm relativ schnell und kann es fast intuitiv bedienen. Wenn man sich in die Befehlswelt von LaTeX hineingefuchst hat, dann sind auch etwas aufwändigere Befehlsstrukturen wie Listen und Tabellen kein unlösbares Problem mehr. Und der Lohn für den Kampf mit dem Quelltext ist schließlich eine optisch bestechende Arbeit.

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