Recherche-Software für Studenten
Die Platzhirsche der Quellenjagd
EndNote, Citavi und JabRef sind die Standards der computergestützten Literaturverwaltung. Seit Jahren gehören sie zu den beliebtesten Programmen bei Studenten und Wissenschaftlern gleichermaßen. Hier findest du einen Überblick über die wichtigsten Funktionen.
Seite 1: Einführung
Seite 2: Programme zur Literaturverwaltung
Seite 3: Datenaustausch im Internet
Seite 4: Netzwerke in der Forschung
EndNote
Aus Erfahrung gut
EndNote wird vor allem für naturwissenschaftliche Arbeiten gern genutzt. Es eignet sich aber auch für Geistes-, Rechts- oder Ingenieurwissenschaften. Das Programm ermöglicht die Recherche in Online-Datenbanken, Bibliothekskatalogen und wissenschaftlichen Fachpublikationen. Viele nationale und internationale Kataloge sind bereits voreingestellt. Die Liste lässt sich erweitern und beispielsweise mit dem Verzeichnis der eigenen Hochschulbibliothek ergänzen. Für die Arbeit in Dokumenten stehen dir mehr als 2.000 Zitierstile (Output Styles) zur Verfügung. Damit kannst du zum Beispiel deinen Artikel für die Veröffentlichung in einer juristischen Fachzeitschrift vorbereiten.
Word-verliebt
Die Formate können außerdem beliebig verändert werden. EndNote arbeitet sehr gut mit Microsoft Word zusammen. Über eine Leiste in Word integriert, lassen sich die wichtigsten Funktionen von EndNote jederzeit aufrufen. Beim Schreiben kannst du die Quellennachweise der angelegten Datenbank so problemlos in den Text integrieren. Die große Stärke von EndNote ist einfache Handhabung durch viele Voreinstellungen. Die erleichtert dir den Einstieg. Allerdings wird die Benutzeroberfläche bisher nur Englisch angeboten.
EndNote Web - Darf es etwas weniger sein?
Mit seiner Web-Version versucht EndNote, sich der gemeinsamen Projektarbeit zu öffnen. Das Programm ermöglicht den Austausch und die Nutzung der Quellendatenbanken mehrerer Nutzer über das Internet. Allerdings ist sein Funktionsumfang eingeschränkt. Du darfst nur noch 10.000 Einzelnachweise verwalten.
Was kosten die Programme?
EndNote
Einzelplatzlizenz:
180,00 Euro (Downloadpreis)
210,00 Euro (Versandpreis)
Campus-, Volumen- und Firmenlizenzen auf Anfrage
Bestellung unter www.adeptscience.de
Citavi
Einzelplatzlizenz: 91,63 Euro
Viererlizenz: 295,95 Euro
Für Geschäftskunden gibt es Staffelpreise je nach Anzahl der Lizenzen.
Bestellung unter www.citavi.com
JabRef
kostenloser Download unter sourceforge.net
Citavi
Ich habe zitiert
Citavi (lateinisch für "Ich habe zitiert.") ist mindestens so leistungsstark wie EndNote. Auch mit Citavi kannst du einfach und schnell Literaturverzeichnisse erstellen. Zusätzlich bietet es dir vielfältige Hilfe bei der Planung und Umsetzung deiner Projekte. Du kannst Aufgaben und Ideen im Programm strukturieren und mit Terminen versehen. Um Zitate in deiner Datenbank aufzuspüren, gibt es eine Stichwort- oder Volltextsuche.
Eine Frage des richtigen Filters
Auch online stehen dir über 3.600 Datenbanken zum Stöbern zur Verfügung. Für die Nutzung von einigen ist Citavi bereits eingerichtet. Die Möglichkeit, in verschiedenen Katalogen parallel zu suchen, ist eine gute Idee, die in der Praxis aber noch Schwierigkeiten hat. Resultate lassen sich schwer filtern. Deshalb gibt es leicht viele unbrauchbare Treffer. Der Hersteller aktualisiert die Verbindungsdaten zu den Katalogen automatisch, während du im Netz bist. In der Trefferliste kannst du über Links Bestellungen in Fachbuchhandlungen aufgeben. Dabei lassen sich Bücher auch bei Händlern bestellen, die keinen Online-Shop betreiben.
Suchen und Picken
Der "Citavi Picker" bietet dir die Möglichkeit, Webseiten in deinen Katalog aufzunehmen. Für die Suche werden sie mit dem aktuellen Datum und dem Titel versehen. Das Programm arbeitet schnell. EndNote-Dateien lassen sich problemlos importieren, was die Zusammenarbeit mit anderen Nutzern erleichtert. Die Bibliografie-Erstellung ist kompatibel zu Word und Open Office.
Erst die Arbeit, dann die Ansicht
Allerdings siehst du Veränderungen im Dokument nicht direkt. Citavis arbeitet mit Platzhaltern. Um das Dokument fertigzustellen, fügst du mit der Option "Publikation formatieren" deine Zitate, das Literaturverzeichnis und die Fußnoten nachträglich ein. Dafür erstellt Citavi eine Kopie deines Textes. Wie EndNote ist Citavi leicht bedienbar und gut für die Arbeit im Studium geeignet. Es genügt auch wissenschaftlichen Ansprüchen und bietet einen großen Funktionsumfang. Die Anzahl vorgegebener Zitierstile ist kleiner, die Formate lassen sich jedoch einfach editieren. Ein Manko ist die fehlende Rechtschreibprüfung, und auch der Picker arbeitet noch nicht problemlos.
JabRef
Sprichst du TeX?
Das Programm JabRef basiert auf der BibTeX-Syntax (siehe oben). Das erklärt die komplizierte Handhabung im Vergleich zu EndNote. Dafür hast du die volle gestalterische Freiheit des TeX-Codes. Die Funktionen der Literaturverwaltung gleichen weitgehend der Konkurrenz. Die Organisation der eigenen Datenbank und die optische Gestaltung der Resultate unterscheidet sich jedoch. Für die Arbeit mit der eigenen Datenbank musst du so genannte BibTeX-Keys anlegen. Sie funktionieren ähnlich wie die Stichwörter bei Citavi. Bei der Recherche verwendest du logische Operatoren. Eine typische Suche im Verzeichnis sieht ungefähr so aus:
(author = mann OR title|keywords = "Der Untertan") AND NOT -
author = thomas
Das Programm ist sehr flexibel konfigurierbar. Einträge werden dynamisch mit bestimmten Gruppen verbunden. Entspricht ein Datensatz bestimmten Kriterien, kann er automatisch weiteren Daten zugeordnet werden. Um dir Arbeit zu ersparen, kannst du mit "Strings" arbeiten. Das entspricht einer Art Autotextfunktion. Längere Eingaben können so durch Kurzzeichen ersetzt werden. Statt des vollen Namens einer Fachzeitschrift, zum Beispiel "Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht", kannst du ein Buchstabenkürzel wie ZaöRV verwenden. Obwohl das Programm auf LaTeX basiert, ist es im Prinzip kompatibel zu EndNote oder Citavi. Allerdings gestalten sich Im- und Export von Dateien etwas komplizierter.
Die Gedanken sind frei
Die lange Einarbeitungszeit und die kompliziertere Handhabung sind zunächst eine Hürde für den Einsatz von JabRef. Die Stärken liegen jedoch auf der Hand: Die freie Gestaltung des Layouts ermöglicht auch die Darstellung aufwändiger Formeln. Das ist vor allem für technische Studiengänge interessant. Außerdem lässt sich das Erscheinungsbild der eigenen Arbeit jeder Anforderung seitens der Medien anpassen. Viele Verlage nutzen beispielsweise TeX zur Gestaltung ihrer Publikationen.
Seite 3: Datenaustausch im Internet
