Recherche-Software für Studenten
Forscher ohne Grenzen
CiteULike, BibSonomy und Zotero setzen einen anderen Schwerpunkt als die klassischen Zitierkünstler. Die webbasierten Programme ermöglichen dir, deine eigene Datenbank mit den Fundstellen anderer Nutzer zu erweitern. Das kann viele Stunden der Recherche sparen und ist obendrein kostenlos.
Seite 1: Einführung
Seite 2: Programme zur Literaturverwaltung
Seite 3: Datenaustausch im Internet
Seite 4: Netzwerke in der Forschung
CiteULike
Stichwortwolken
Bei CiteULike können Literaturnachweise manuell oder per importierten Daten ergänzt werden. Dabei kannst du ihnen PDF-Dateien, Internetadressen und Artikelidentifikatoren (DOI) für Webseiten beifügen. Den Einträgen ordnest du Stichworte zu, sogenannte "Tags". Die Tags kannst du selbst festlegen oder sie aus den generierten Vorschlägen auswählen. Auf diesen Tags basiert auch die Suche nach abgelegten Zitaten. Tag-Wolken, wie man sie von Suchmaschinen wie quintura kennt, sollen dabei helfen, effektiver auf relevante Ergebnisse zu stoßen.
Neighbourhood Watch
CitULike hat Optionen, die EndNote und Kollegen nicht bieten. Du kannst gefundene Nachweise mit anderen Nutzern teilen. Dafür organisieren sich die Anwender in Gruppen. Um eine zu große Zahl an Gruppen zu vermeiden, müssen Neugründungen von Webmastern bestätigt werden. Eine "Watch"-Funktion, ähnlich wie die "Live"-Option der Suchmaschine Fireball, zeigt dir nach welchen Tags andere Nutzer gerade suchen. Wenn du über bestimmte Projekte auf dem Laufenden gehalten werden willst, kannst du RSS-Feeds abonnieren. CiteULike eignet sich gut für wissenschaftliche Arbeiten und bietet Zugriff auf über 11.000 Fachzeitschriften. Allerdings orientiert sich das Programm sehr am englischsprachigen Raum. Der Im- und Export von BibTeX- und EndNote-Formaten ist möglich.
BibSonomy
Gemeinsam sind wir klüger
BibSonomy ist ein Social-Bookmarking-Dienst, ähnlich wie "Mr. Wong" oder "Del.icio.us", der auf Projektarbeit von Akademikern ausgerichtet ist. Der Name des in Kassel entwickelten Portals leitet sich von den Worten "Bibliography" und "Folksonomy", dem gemeinsamen Kategorisieren von Inhalten, ab. Die Begriffe ordnen die Nutzer manuell bestimmten Kategorien zu. Dabei werden die Daten im BibTeX-Format gespeichert. Dadurch sind Ex- und Import von Quellendaten aus anderen Programmen und von anderen Anwendern möglich. Bibsonomy ist auch zu JabRef und Del.icio.us kompatibel.
Hilfe im Blog
Um die Früchte deiner Recherche-Arbeit zu schützen, kannst du zwischen öffentlichen und privaten Einträgen unterscheiden. Ähnlich wie bei CiteULike weist du deine Funde verschiedenen Gruppen zu. BibSonomy nutzt für die Suche die bekannten Tags. Außerdem lassen sich Firefox-Lesezeichen in die eigene Quellensammlung importieren. Besonders gelungen ist die Unterstützung der Nutzer mittels eines eigenen Blogs.
Hier findest du Zotero & Co. im Internet
CiteULike: www.citeulike.org
BibSonomy: www.bibsonomy.org
Zotero: www.zotero.org
Zotero
Der Browser als Bibliothekar
Zotero ist eine Erweiterung des Firefox-Browsers und beherrscht ebenfalls die Erstellung von Bibliografien. Wie alle webbasierten Literaturverwaltungen nutzt das Programm Tags zum Ablegen und Suchen. Sammeln kannst du bibliografische Angaben, aber auch vollständige Textdokumente. Die Quellenangaben lassen sich durch Vorschläge der "intelligenten" Suchfunktion ergänzen.
Der Seitenversteher
Mittels eines von vielen Websites verwendeten "Seitenübersetzers" kann Zotero Inhalte erkennen und bestimmte Informationen automatisch filtern. Zum Beispiel lassen sich die bibliografischen Angaben zu einem Buch, das du gerade in einem Bibliothekskatalog gefunden hast, direkt importieren. Schlagwörter, die von einem solchen Open Public Access Catalog (OPAC) genutzt werden, kannst du ebenfalls in die eigene Sammlung übertragen. Zotero-Zitate lassen sich problemlos in Word und ähnlichen Editoren verwenden.
Expansion geplant
Für die Zukunft ist Großes geplant. Um die Zusammenarbeit der Nutzer zu ermöglichen, soll bald ein eigener Server eingerichtet werden. Über ihn kannst du dann mit anderen Anwendern Sammlungen austauschen und gemeinsam an Projekten arbeiten. RSS-Feeds werden ebenfalls angeboten. Die Fähigkeiten des Archivs scheinen unbegrenzt: Neben Textdokumenten lassen sich Bilder und ganze Websites ablegen.
Seite 4: Netzwerke in der Forschung
