PhD-Programme an der Università Bocconi
Italiens best-gerankte Business School
Ein deutscher Doktor? Nicht schlecht. Für eine internationale Karriere allerdings ist ein englischsprachiger PhD an einer der zehn angesehensten Business Schools Europas sicher die bessere Wahl. Die fünf PhD-Programme der Wirtschaftsuniversität Luigi Bocconi in Mailand sind unter anderem für ihre anspruchsvollen Kurse bekannt.
Kontakt
Università Commerciale Luigi Bocconi
PhD School Office
1st Floor
Via Roentgen 1
20136 Milan
Italy
Tel.: +39 02 5836.2482
E-Mail: infophd@unibocconi.it
Website: www.unibocconi.eu/phds
Die Wirtschaftsuniversität Luigi Bocconi (italienischer Name: Università Commerciale Luigi Bocconi) wurde 1902 als private Hochschule in Mailand gegründet. Sie gilt als die führende italienische Business School und bildet Führungskräfte und Forscher von internationalem Rang aus. Das Business School Ranking von Forbes sieht die Bocconi auf Platz sieben der besten Business Schools außerhalb der USA.
Forschung oder Wirtschaft?
An der Bocconi kannst du einen angesehenen internationalen PhD machen, der dich auf eine Karriere in der Forschung oder in Regierungsstellen, Zentralbanken und internationalen Firmen vorbereitet. Etwa 40 Studenten werden jedes Jahr zu den fünf Programmen zugelassen, rund die Hälfte kommt aus dem Ausland.
Gute Kontakte zu anderen Top-Unis
Die Bocconi ist bekannt für ihre guten Kontakte zu international renommierten Business Schools. Durch diese Beziehungen kannst du während deines PhDs leicht für ein Jahr an eine andere Universität im Ausland wechseln. In folgenden Netzwerken ist die Bocconi Mitglied:
-
Vereinigung europäischer Wirtschaftshochschulen
(CEMS), - European Doctoral Group in Economics (EDGE)
- AMID (Actors, Markets, and Institutions in Developing Countries: A micro-empirical approach)
- Marie Curie Initial Training Networks (ITN)
An folgenden Universitäten bekommst du als PhD-Student an der Bocconi ein Stipendium: Harvard University, MIT, Northwestern University, San Diego University.
Die fünf PhD-Programme
PhD in Business Administration and Management
In diesem Vier-Jahres-Programm erarbeitest du dir zunächst die methodischen Grundlagen, die dich zur Forschung im Fach Management befähigen. Dazu besuchst du Kurse, in denen du quantitative und qualitative Methoden erlernst, führst Feldstudien durch und nimmst an Austauschprogrammen teil. Anschließend hast du zwei Jahre Zeit für dein Dissertationsprojekt, das von drei Professoren betreut wird.
PhD in Law of Business and Commerce (italienisch)
Dieses dreijährige, interdisziplinäre Programm bildet Forscher aus, die sich mit der rechtlichen Kultur von Unternehmen und Märkte befassen. Es umfasst die Themen Wirtschaftsrecht, Wettbewerbsrecht, Zivil-und Insolvenzrecht, Strafrecht für Unternehmen und Arbeitsrecht. Ergänzt wird es durch Kurse in Geschichte, Wirtschaft und Management. Das Programm wird derzeit nur auf italienisch angeboten.
PhD in International Law and Economics
Das Drei-Jahres-Programm befasst sich in erster Linie mit rechtlichen Fragen, bezieht aber wirtschaftliche und geopolitische Probleme mit ein. Schwerpunkte sind Internationales Recht, Internationales Handelsrecht, Internationale Wirtschaft, Europäisches Recht, Öffentlichkeitsrecht, Internationales Steuerrecht, Wettbewerbsrecht sowie die Prinzipien und Funktionsweise der wichtigsten Wirtschaftsorganisationen
(WTO, IMF, Weltbank, OECD). Während des ersten
Jahres besuchst du Kurse und Seminare. In den letzten zwei Jahre verfolgst du deine Dissertation in Italien oder in anderen Ländern.
PhD in Economics and Finance
In diesem vierjährigen, multidisziplinären Programm haben die Studenten eine breite Palette von Fächern zur Auswahl. Zunächst erwirbst du theoretische und methodische Fertigkeiten in Wirtschaft und Finanzen. Im zweiten Jahr wählst du deine Fachrichtung. Im dritten und vierten Jahr widmest du dich deiner Forschung und nimmst an regelmäßigen Seminaren teil, die von international renommierten Dozenten gehalten werden. Dabei tauschst du dich mit PhD-Kandidaten aus Wirtschafts- und Finanzwissenschaft, Ingenieurwesen und Statistik aus. Ein Auslandsaufenthalt im Rahmen der European Doctoral Group in Economics (EDGE) ist vorgesehen.
PhD in Statistics
Das vierjährige Vollzeit-Programm bietet dir eine fundierte Ausbildung sowohl in klassischer als auch in baysianischer Statistik. Die Statistik-Fakultät ist weltweit bekannt für ihre Spezialisten in Bayes-Statistik. Bewerben können sich Studenten mit höheren Abschlüssen in Mathematik, Statistik, Wirtschaftswissenschaften oder Ingenieurwissenschaften aber auch quantitativ orientierte Studenten mit Abschlüssen in anderen Bereichen.
Im Profil: PhD-Programm an der Bocconi
Titel
PhD
Programmtyp
Vollzeitprogramm
Akkreditierung
Rankings
Forbes Business School Ranking: Platz 7 aller nicht US-amerikanischen Business Schools weltweit THE - World University Rankings 2007: Platz 9 weltweit nach Ansicht von Arbeitgebern
Unterrichtssprache
Englisch (Ausnahme: Der PhD in Law of Business and Commerce ist auf italienisch.)
Dauer
International Law and Economics / Law of Business and Commerce: drei Jahre
Business Administration and Management / PhD in Economics and Finance / Statistics: vier Jahre
Studienbeginn
September/Oktober
Ablauf
Je nach Gesamtdauer des Programms belegst du im ersten oder in den ersten beiden Jahren Kurse und führst Feldstudien durch. Dabei steht es dir frei, auch Kurse aus anderen als deinem gewählten Programm zu besuchen. Anschließend arbeitest du zwei Jahre lang an deiner Doktorarbeit, die von bis zu drei Professoren betreut wird. Ein Gastjahr an einer anderen Universität ist jederzeit möglich.
Dozenten
Neben der ständigen Fakultät unterrichten auch Professoren anderer anerkannter PhD Schools an der Bocconi. Diese kommen zum Beispiel von der
- University of Minnesota
- University of California at Berkeley
- Copenhagen Business School
- China Europe International Business School
- Stanford University
- Harvard University
Alumni-Netzwerk
Das Alumni-Netzwerk der Bocconi umfasst 80.000 Absolventen und bietet eine Reihe von Aktivitäten, die die Alumni zum Teil selbst organisieren. Über Newsletter, das Online-Netzwerk und Vereinstreffen in Mailand und an weiteren 64 Orten weltweit bleiben sie in Kontakt. Als Alumnus kannst du an Meetings, Diskussionsrunden, Geschäfts- und sportlichen Treffen teilnehmen.
Top-Recruiter
PhD-Absolventen der Bocconi arbeiten an renommierten Universitäten und großen Institutionen wie zum Beispiel: ESSEC Business School, Uppsala University, Harvard School of Public Health, Xiamen Unversity of China, Toulouse School of Economics, University of London, Queen Mary College, Max Planck Institute, OECD, World Bank, Europäische Zentralbank, Bank of England, Platinum Grove Asset Management, Reserve Bank of New Zealand, Italian Treasury, Bank of Italy, Eurostat, CONSOB.
Studiengebühren und Finanzierung
Alle angenommenen Studenten für die Programme "Economics and Finance", "Statistics" sowie "Business Administration and Management" erhalten ein vierjähriges Stipendium zwischen 13.600 und 15.000 Euro je nach Bedürftigkeit und vorbehaltlich ihrer akademischen Leistungen. Die PhD-Studiengänge in "International Law & Economics" und "Law of Business and Commerce" könnte mit oder ohne Stipendium absolviert werden. In letzterem Fall wird ein Studienbeitrag von 2.000 ("International Law & Economics") beziehungsweise 4.000 Euro erhoben. Außerdem kannst du dir deinen PhD durch deine Mitarbeit als wissenschaftlicher Assistent oder Tutor finanzieren.
Bewerbung
Die Bewerbungsunterlagen findest du online. Diese musst du ausfüllen, ausdrucken und per Post einreichen.
Unterlagen
- Lebenslauf
- Zeugnisse und Noten
- GRE- oder GMAT-Ergebnisse
- TOEFL oder IELTS
- Zwei Referenzschreiben von Professoren
- Kopien von Publikationen oder weiteren Zertifikaten
- Motivationsschreiben (optional)
Bewerbungsfrist
15. Februar
Im Porträt: Programmteilnehmer
Björn Uhl (31) hat von 2005 bis 2010 seinen PhD in Economics an der Bocconi gemacht. Jetzt arbeitet er beim Asset Manager MEAG der Munich RE Group. Das Kursprogramm an der Bocconi, meint Björn, ist im Bereich Quantitative Finance mindestens so gut wie das in Cambridge, wo er ein Austauschjahr verbrachte.
Wie kamst du auf die Idee, an die Bocconi zu gehen?
Das Kursprogramm in Finance, Statistik und Ökonometrie ist sehr gut. Insbesondere in Bayesianischer Statistik zählt die Uni zu den international führenden Hochschulen. Baysianische Statistik ist eine Fachrichtung, die es in Deutschland nicht sehr ausgeprägt und daher nicht sehr stark vertreten ist. Toll war auch die Möglichkeit, interdisziplinär arbeiten zu können. Ich bin Wirtschaftsmathematiker und wollte auch weiterhin an dieser Schnittstelle forschen.
Wie war die Betreuung während deines PhDs?
Ich hatte während meines PhDs drei Betreuer, einen Professor für empirische Finanzmarktforschung, einen für theoretische Statistik und einen für Finanzmathematik. Dabei ist ein Professor der Hauptansprechpartner, aber man hat in der Regel noch einen oder zwei weitere. Das ist gut, um Expertise nicht nur aus einer Fachrichtung zu bekommen.
Was hat dir an dem Programm besonders gefallen?
Das waren drei Dinge: Einmal das Kursprogramm. Ich war während meines PhDs auch ein Jahr in Cambridge über das Netzwerk der Bocconi. An der Bocconi waren die Kurse im Bereich Quantitative Finance mindestens auf gleichem Level wie in Cambridge. Das zweite war der Zusammenhalt unter den Studenten. Sie kommen aus vielen verschiedenen Ländern und bilden eine Gemeinschaft, mit der man arbeitet, aber auch oft seine Freizeit verbringt. Das dritte war die gute Betreuung. Außerdem braucht man an der Uni tatsächlich keine Italienisch-Kenntnisse - man kann sogar Lehrerfahrung sammeln, denn die Uni bietet genügend englischsprachige Kurse in den Bachelor- und Masterprogrammen an.
Würdest du das PhD-Programm weiterempfehlen – und wenn ja, wem?
Ich würde es Leuten empfehlen, die relativ unabhängig arbeiten können. Gerade in den ersten Monaten muss man sehr selbständig arbeiten. Wenn man erste Ergebnisse hat, wird die Betreuung enger. Eine gewisse Weltoffenheit gehört auch dazu. Das bezieht sich einerseits auf die Studenten, die aus allen Ländern kommen, aber auch auf einige italienische "Macken" – Pünktlichkeit ist nicht unbedingt die Stärke aller Professoren und auch so manche E-Mail bleibt unbeantwortet. Und wer glaubt, Deutschland sei bürokratieverliebt, der hat Italien nicht erlebt.
Ist ein PhD an der Bocconi für eine wissenschaftliche Karriere besser als ein deutscher Doktortitel?
Wenn man an einer der amerikanischen Ivy-League-Universität angenommen wird, ist das natürlich eine noch bessere Option. Allerdings haben eine Reihe von Bocconi-Absolventen sehr gute akademische Positionen erreicht. Man muss allerdings bedenken, dass jemand, der im Ausland promoviert, in Deutschland meist schlechter vernetzt ist. Das kann ein Nachteil sein. Wer schon vor seiner Promotion weiß, dass er nach Deutschland zurückkommen und keine internationale Karriere verfolgen möchte, ist mit einem Doktor an einer sehr guten deutschen Uni möglicherweise besser beraten.
Die Uni ist stolz auf ihr gutes Netzwerk – wie konntest du davon profitieren?
Durch das EDGE-Netzwerk ist es sehr unkompliziert, an einer der teilnehmenden Unis drei bis zwölf Monate für einen Forschungaufenthalt zu verbringen. Sonst hängt viel von den Kontakten des Doktorvaters ab. Die etablierten Professoren haben Kontakte unter anderem zu den Ivy-League-Unis. Viele Doktoranden sind für ein oder zwei Jahre nach Amerika gegangen. Auch der Draht in die Wirtschaft ist sehr gut. Zum Beispiel kommen einmal im Jahr alle großen Investment-Banken zum Investment Banking Day an die Uni und man kann zum Teil gleich vor Ort Erstrundengepräche führen.
Hast du noch einen Tipp für künftige Bewerber?
Man sollte früh Kontakt mit dem potenziellen Doktorvater aufnehmen und dabei schon möglich Themenvorschläge besprechen. Dadurch kann man schon früh erkennen, ob und in wie weit sich der Professor für das Thema interessiert. Außerdem sollte man vor der Bewerbung den GRE gemacht und eine gute Punktzahl im quantitativen Teil erreicht haben.
