Melanie Grell

Gaststudenten an der IHRS BioSoft

Bin ich für die Promotion geschaffen?

Das Gaststudenten-Programm der IHRS BioSoft ist die Gelegenheit, in ein Promotionsprogramm hineinzuschnuppern. So hat man schon vor dem Studienabschluss die Möglichkeit, tiefer in ein Forschungsthema einzusteigen und sich mit den Angeboten der Graduiertenschule vertraut zu machen. Die IHRS BioSoft bietet das Programm ein Mal im Jahr an - es ist für deutsche und für ausländische Master-Studenten offen.

 

Gaststudenten-Programm an der IHRS BioSoft

Der Franzose Samuel Hanot (23) studiert Physik an der Université Lausanne. Weil sein Professor viel mit einer Arbeitsgruppe in der IHRS BioSoft zusammenarbeitet, wurde er auf das Gaststudenten-Programm aufmerksam und gab die Info an seinen Schützling weiter. Für Samuel eine gute Gelegenheit um festzustellen, ob er promovieren möchte oder lieber in die Industrie geht.

 

Dein Professor hat dich auf das Programm aufmerksam gemacht?

Ja, er hat mir erzählt, dass es das gibt. Ich habe dann mal die Website angeschaut und fand die Idee sehr interessant. Das war im Februar 2011. Nach meiner Bewerbung bin ich im August nach Jülich gekommen und werde bis Dezember bleiben. Ich habe um zwei Monate verlängert, weil es mir wirklich sehr gut hier gefällt. Außerdem habe ich so das ganze nächste Semester Zeit für meine Master-Arbeit.

Was hat den Ausschlag gegeben, dass du dich für das Programm beworben hast?

Ich wollte mal sehen, wie es ist, wenn man promoviert. Das klingt vielleicht banal, aber an der Uni hat man ja eigentlich nie die Situation, dass man über Wochen und Monate in einem Team an einem Thema arbeitet - und das jeden Tag. Und so konnte ich wirklich mal in den Doktoranden-Alltag reinschnuppern. Ich habe an einem Projekt gearbeitet und konnte viel selber machen.

Hast du dich thematisch jetzt schon auf deine Master-Arbeit vorbereitet?

Nein, in Lausanne arbeite ich mit numerischer und statistischer Physik. In meiner Gruppe in Jülich kreisen viele Themen um Proteine, so auch das, an dem ich gearbeitet habe und noch arbeite. Wir arbeiten daran zu entschlüsseln, wie sich Proteine bewegen und wie wir das für die Forschung nutzen können. Ich habe dafür eine Methode entworfen, wie wir die zahlreichen Informationen, die wir aus den Experimenten bekommen, mit einer Computer-Simulationen auswerten können.

Wurden deine Erwartungen an das Programm erfüllt?

Ja, auf jeden Fall und in jeder Hinsicht. Sonst wäre ich auch nicht länger geblieben. Das Programm hat mir einen authentischen Eindruck davon vermittelt, wie es ist, mit anderen Wissenschaftlern - auch aus fremden Disziplinen! - zu arbeiten. Außerdem habe ich einen guten Überblick über andere Forschungsfelder bekommen. Das sieht man ja an der Uni sonst nicht so. Was ich besonders gut finde: Man lernt, mit anderen Wissenschaftlern zu kommunizieren und seine Ergebnisse so zu präsentieren, dass auch Fachfremde sie verstehen. Das ist ein enormer Mehrwert.

Gibt es etwas, dass du aus dem Programm für dich mitnimmst?

Ich habe vor allem viel über ein neues Forschungsgebiet erfahren. Mit molekularer Biologie hatte ich ja bislang nichts zu tun. Auch habe ich gelernt, wie man im Team arbeitet und - und das ist nicht zu unterschätzen - dass ich auch gut eine Weile im Ausland leben kann und dort klarkomme. Das gibt mir Sicherheit im Hinblick auf meine künftigen Entscheidungen.

Willst du denn nach deinem Uni-Abschluss nach Jülich zurück?

Das weiß ich noch nicht. Vielleicht ergibt sich ein interessantes Thema für mich, dann würde ich mir das sicher mal überlegen. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, in der Industrie zu arbeiten.