International Helmholtz Research School BioSoft

Promotionsprogramm für Physiker, Chemiker und Biologen

Die "International Helmholtz Research School BioSoft (IHRS BioSoft)" bietet Physikern, Chemikern und Biologen ein interdisziplinäres wissenschaftliches Umfeld für Doktorarbeiten in Weicher Materie und Biophysik. An der Research School sind das Forschungszentrum Jülich, die Unis in Düsseldorf und Köln sowie das Forschungszentrum caesar in Bonn beteiligt.

Kontakt

Thorsten Auth
Telefon: (49) (0)2461 61 1735
E-Mail: admission_biosoft(at)fz-juelich.de
Internet: www.ihrs-biosoft.de

Fragen an Thorsten Auth? Tritt der BioSoft-Gruppe in der e-fellows.net community bei.

Die IHRS BioSoft fördert den Austausch und das interdisziplinäre Arbeiten in Physik, Biologie und Chemie. Die Forschungsthemen in den 13 teilnehmenden Gruppen sind vielfältig und reichen von Alzheimerforschung bis zur Physik der Kolloide, von Bioelektronik bis zu komplexen Flüssigkeiten. Gemeinsame Projekte der Gruppen sind zum Beispiel das Schwimmen von Spermien (experimentell von Biologen und mit Hydrodynamik-Simulationen von Physikern untersucht) oder Polymere in Mikroemulsionen (eine Zusammenarbeit von Chemie- und Physikgruppen). Interdisziplinäre Zusammenarbeit findet häufig auch innerhalb einer Gruppe statt.

Kursprogramm und Soft Skills

Die Doktoranden erhalten neben der Förderung des dreijährigen Promotionsprojekts in den beteiligten Gruppen in Jülich, Köln, Düsseldorf oder Bonn eine interdisziplinäre wissenschaftliche Ausbildung im Grenzbereich von Biologie, Chemie und Physik. Seminare über Schlüsselqualifikationen - von der Vorbereitung auf die Doktorarbeit bis hin zu Bewerbungs- und Führungstraining - werden vom Imperial College London durchgeführt und ergänzen das wissenschaftliche Programm.

Austausch zwischen den Doktoranden

Jeder Doktorand des Promotionsprogramms bekommt Unterstützung von einem Komitee, das ihn bei der Durchführung der Doktorarbeit und vor allem in interdisziplinären Aspekten des Projekts berät. Im Studentenseminar berichten IHRS-BioSoft-Doktoranden regelmäßig über den Fortschritt der Arbeit und lernen, ihr Projekt im interdisziplinären Umfeld verständlich darzustellen. Gemeinsame Veranstaltungen mit Doktoranden anderer Helmholtz-Forschungszentren sorgen dafür, dass die Doktoranden ihre Netzwerke ausbauen.

Promovieren testen als Gaststudent

Promovieren - wie ist das eigentlich? An der IHRS BioSoft in Jülich können Master-Studenten vom 27. Juli bis 2. Oktober zehn Wochen lang in die Promotion hineinschnuppern. Du wirst von einem Doktoranden oder einem anderen erfahrenen Wissenschaftler betreut, führst ein eigenes Forschungsprojekt durch und bekommst in Laborkursen auch einen Einblick in die Forschungsgebiete anderer Gruppen. 

Samuel Hanot hat im Jahr 2011 am Gaststudenten-Programm teilgenommen. Im Interview erzählt er von seinen Erfahrungen.

Weitere Informationen über die Bewerbung findest du auf der Website der IHRS BioSoft. Bewerbungsschluss ist der 31. März 2014.

Forschungsschwerpunkte

  • komplexe Flüssigkeiten
  • Kolloid- und Polymerphysik
  • Dynamik von Makromolekülen
  • supramolekulare und amphiphile Systeme
  • Flüssigkeitsdynamik und Mikrofluidik
  • Bioelektronik und Biomechanik
  • Zell-Biophysik
  • Pflanzenbiologie
  • Strukturbiologie
  • zelluläre Signalverarbeitung
  • Rezeptor-Liganden-Wechselwirkung
  • künstliche und biologische Membranen

Methoden

  • optische Spektroskopie und Mikroskopie
  • statistische Physik und Computersimulationen
  • NMR, PET
  • Licht-, Neutronen- und Röntgenstreuung
  • Rheologie
  • Einzelmolekülexperimente
  • und viele mehr

Bewerbung

Du kannst deine Bewerbung jederzeit einschicken, sie werden monatlich geprüft. Zu den Unterlagen gehören:

  • Lebenslauf
  • ausgefülltes Bewerbungsformular
  • Kopien des Diplom- oder Master-Zeugnisses sowie des Vordiplom- oder Bachelor-Zeugnisses ( einschließlich Noten in den Prüfungsfächern)

Bewerbungen von Studenten in der Endphase des Studiums können ebenfalls bearbeitet werden. In der Regel bieten die an der IHRS BioSoft teilnehmenden Gruppen weitere Doktorarbeiten an, für die jederzeit Bewerbungen entgegengenommen werden. Nähere Informationen dazu gibt es auf den Webseiten der Gruppen.

Programmteilnehmer im Interview:

International Helmholtz Research School BioSoft

Vanessa Maybeck (29) ist gebürtige New Yorkerin mit einem Faible für Drosophila melanogaster und Genetik. Aus diesem Grund ist sie nach Ende ihres Master-Studiums in Cambridge nach Jülich gezogen. In der International Helmholtz Research School BioSoft hat sie am Forschungszentrum Jülich über elektrische Impulse in Zellkernen promoviert und mit Diamanten-Herstellern zusammengearbeitet.

Was hat dich von Cambridge nach Jülich verschlagen?
Ich habe im Bachelor of Science Biologie in New York studiert und mich auch im Master of Philosophy in Bioscience Enterprise in Cambridge mehr mit dieser Fachrichtung beschäftigt. Dort habe ich auch viele Physiker kennengelernt. Deren Arbeit finde ich sehr spannend und wollte sie mit meiner verknüpfen. Mein Physik-Hintergrund ist allerdings recht mau. Also habe ich einer Doktorandenstelle gesucht, in der ich zum einen mehr über Physik lernen und zum anderen interdisziplinär arbeiten kann.

Was war ausschlaggebend für deine Entscheidung, in der IHRS BioSoft zu promovieren?
Ich wollte gern wirklich interdisziplinär arbeiten. Das Forschungszentrum Jülich liegt recht abgeschieden von anderen Universitäten, so dass Physiker und Biologen eng zusammenarbeiten. Man ist aufeinander angewiesen und bekommt so viel von der Arbeit der anderen mit. Das hat mich sehr gereizt.

Du hast deine Doktorarbeit fast fertig - was ist dein Thema?
Mein Forschungsschwerpunkt sind elektrogene Zellen. Um miteinander zu kommunizieren, senden sie elektrische Impulse aus. Wir versuchen nun, uns diese Kommunikation zunutze zu machen. Mit künstlich hergestellten Diamanten bauen wir kleine Sensoren, die diese Signale aufnehmen. Zudem beschäftige ich mich mit licht-sensitiven Proteinen. Mit Licht können wir den Zellen Signale geben und deren Antwort dann mit den Diamant-Sensoren aufnehmen. Mit diesem Verfahren versuchen wir, die Kommunikation in neuronalen Netzwerken zu verstehen.

Wie ist denn die Arbeit in der Research School organisiert?
In der IHRS BioSoft gibt es mehrere Institute, die jeweils von einem Professor geleitet werden. Die Doktoranden verschiedener Institute treffen sich in der Schule, haben ähnliche Herausforderungen und können von anderen Disziplinen lernen. In meinem ersten Jahr habe ich mit einem Biologen und einem Elektroingenieur gearbeitet. Anschließend war mein Arbeitspartner ein Physiker, was mir natürlich sehr gefallen hat. In der IHRS BioSoft habe ich enge Kontakte zu Forschern an den Unis in Bonn und Düsseldorf und außerhalb der Schule habe ich mit Laboren in Paris und London zusammengearbeitet, die Diamanten herstellen.

Hast du während der Promotion die ganze Zeit im Labor gesessen?
Nicht nur. Es gibt ja auch noch die sogenannten Student Seminars. Darin hat jeder PhD-Student einmal im Semester die Gelegenheit, sein Forschungsprojekt vorzustellen. Das ist eine einmalige Chance, sich mit anderen Experten zum eigenen Thema auszutauschen. Außerdem haben wir Vorlesungen zu allen möglichen anderen Themen gehört. In den Vorlesungen und Laborkursen, von denen man ca. zwei pro Semester belegen sollte, kann man einen tieferen Einblick in bestimmte Themen bekommen, in denen man nicht forscht.

Hast du auch Soft-Skill-Seminare belegt?
Ja, und sie waren wirklich hilfreich. Die Seminare sind in drei Teile unterteilt - Gruppendynamik, Wissenschaftliche Kommunikation und Wissenschaftliche Karriere. Im ersten Teil kannte ich schon viel aus England, aber die deutsche Sichtweise war für mich noch mal interessant. Im zweiten Teil haben wir gelernt, wie man Papers und Veröffentlichungen ansprechend gestaltet, so dass sie auch gelesen werden. Im dritten Teil ging es um die akademische Karriere: Wie man sie plant, worauf man achten sollte und wie man Gelder beantragen kann.

Wie würdest du denn die Atmosphäre am Institut beschreiben?
Als sehr positiv und sehr international. In meinem Institut arbeiten Studenten aus zahlreichen Ländern, momentan beispielsweise Brasilien, USA, England, Italien, Südkorea und China. Alle sind sehr offen für neue Ideen und neue Herangehensweisen. Was mir besonders gut gefällt ist, dass man so viele Gelegenheiten hat, über den akademischen Tellerrand zu schauen.

Wie geht es jetzt mit dir weiter?
In den letzten Jahren habe ich festgestellt, dass mir die Arbeit im Labor wirklich gut gefällt. Daher bewerbe ich mich gerade für weitere Kooperationen mit den Diamanten-Herstellern. Vielleicht finde ich auch etwas in der forschenden Industrie, aber das steht noch in den Sternen. Grundsätzlich möchte ich erstmal in Europa bleiben.

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