Hertie School of Governance
Master of Public Policy (MPP)
Der zweijährige englischsprachige Master of Public Policy ist das Paradestück der Hertie School of Governance. Er richtet sich an Absolventen der Wirtschafts-, Rechts- und Politikwissenschaften. Teilnehmer lernen, sich sicher auf und zwischen dem öffentlichen, privatwirtschaftlichen und zivilen Sektor zu bewegen. Daher ist der MPP ein ausgezeichnetes Sprungbrett für Führungspositionen im öffentlichen Dienst und in internationalen oder Nichtregierungsorganisationen.
Kontakt
Hertie School of Governance
MPP Application Team
Quartier 110
Friedrichstraße 180
10117 Berlin
Telefon: +49 (0)30 259 219 -114
E-Mail: mpp-applications@hertie-school.org
"Public Policy" ist ein interdisziplinäres staatswissenschaftliches Fach. Es behandelt Fragen aus dem Spannungsfeld von Wirtschaft, Gesellschaft und Recht. Der Master of Public Policy beschäftigt sich also mit Wirtschafts- und Ordnungspolitik im weiteren Sinne. Dabei vertritt der MPP einen so genannten "trisektoralen" Ansatz: Er bezieht neben dem öffentlichen und privatwirtschaftlichen auch den zivilen Sektor mit ein.
Wieso ein Master of Public Policy?
Um den großen makrostrukturellen Veränderungen erfolgreich zu begegnen, bedarf es nicht nur einer Reform der politischen Institutionen. Auch das Führungspersonal im öffentlichen Sektor braucht eine bessere und vor allem berufsspezifischere Ausbildung. Denn in der Ministerialbürokratie herrschen noch immer recht traditionelle Verhältnisse: Juristen sind deutlich in der Überzahl, wodurch Standpunkte anderer Disziplinen nur selten Berücksichtigung finden, und nach oben kommt oft leichter, wer das richtige Parteibuch besitzt. Dass dies ein Manko ist, haben die Ministerien mittlerweile verstanden und beginnen, sich auch für andere Karrierepfade zu öffnen.
Ein Studiengang, der eine wichtige Lücke schließt
Doch erstklassige universitäre Ausbildungsangebote für Nachwuchskräfte im öffentlichen Sektor waren bis vor wenigen Jahren in Deutschland noch Fehlanzeige - ganz im Gegensatz zum Ausland, wo Hochschulen wie die Sciences Po in Paris oder die Harvard Kennedy School of Government in den USA längst als exzellente Schmieden für Führungskräfte im öffentlichen Bereich anerkannt sind. Der Master of Public Policy der Hertie School schließt nun auch in Deutschland diese Lücke.
Grundzüge des Studiengangs
Praxisorientiertes Studium: Die Hertie School of Governance möchte Forschung und Anwendung sowie Wissenschaft und Politik verbinden. Die Lehre ist daher stark fallstudienorientiert ausgerichtet.
Trisektoraler Ansatz: MPP-Studenten sollen vor allem eines lernen: Über den Tellerrand der eigenen Disziplin und des eigenen Sektors hinauszublicken. Deshalb liegt ein besonderer Schwerpunkt auf sektorübergreifenden Problemlösungen wie Public-Private Partnerships oder Transnational Self-Governance.
Renommierte Professoren: Der Lehrkörper besteht aus international anerkannten Professoren und Dozenten. Hinzu kommen Dozenten aus der Praxis, Gast-Dozenten, wissenschaftliche Mitarbeiter und Doktoranden. Sie decken zusammen ein breites Spektrum an politischen Themen ab.
Hochkarätige akademische Partnerschaften
Als MPP-Student hast du die Möglichkeit, dein zweites Studienjahr an einer der folgenden Partner-Hochschulen zu verbringen:
- London School of Economics and Political Science (LSE)
- Sciences Po in Paris
- SIPA an der Columbia University in New York
- Bocconi University in Milan
- Graduate School of Public Policy (GraSPP) an der University of Tokyo
Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du Diplome beider Universitäten.
Alternativ kannst du ein Semester an folgenden Partner-Universitäten verbringen:
- Georgetown Public Policy Institute (GPPI) in Washington, DC
- Terry Sanford Institute of Public Policy at Duke University
- Maxwell School of Citizenship and Public Affairs an der Syracuse University
- Lee Kuan Yew School of Public Policy an der National University of Singapore
- School of Public Policy & Management at Tsinghua University
Attraktive Stipendien: Die Hertie School wählt ihre Studenten ausschließlich nach ihren Qualifikationen aus. Wer finanziell nicht in der Lage ist, die Studiengebühren zu bezahlen, kann eine der zahlreichen Finanzierungshilfen in Anspruch nehmen.
Internationale Studienatmosphäre: Die Hälfte der Studierenden stammen aus dem Ausland. Dazu kommt das Flair von Berlin, einer internationalen Metropole.
Career Service: Ein professioneller Karriereberatungs-, Job- und Praktikavermittlungs- service unterstützt dich bei Praktikumsauswahl und Berufsplanung.
Alumni-Netzwerk: Absolventen können über die Alumni-Plattform in Kontakt bleiben und ihr berufliches Netzwerk stärken.
Studieninhalte und Ablauf
Im ersten Semester lernst du die Grundzüge verschiedener Fächer ("core courses") kennen. Du belegst Kurse in Volkswirtschaftslehre, statistische Methoden, Public Management, Governance und politische Prozesse. Im zweiten Semester vertiefst du dann deine Kenntnisse vor allem in politischer Ökonomie, Recht und Governance. Im dritten Semester nimmst du dann an einem "Projektkurs" teil, den ein Professor zusammen mit einem Praxispartner anbietet.
Im dritten und vierten Semester belegst du Wahlkurse ("electives"), um entweder deine Kenntnisse der quantitativen Analysemethoden oder dein Public Management-Wissen zu vertiefen. Welche der Vertiefungen du belegen möchtest, entscheidest du nach dem ersten Semester und belegst dazu im zweiten Semester die ersten Kurse. Zusätzlich belegst du vier Wahlkurse aus den Bereichen Volkswirtschaftslehre und Finanzen, Wohlfahrt und Nachhaltigkeit, Innovation und Regulierung oder Demokratie und Ethik. In diesen letzten beiden Semestern verfasst du auch deine Master-Arbeit.
Studienablauf des Master of Public Policy
Professional Year
Die Hertie School of Governance bietet ihren MPP-Studierenden die Gelegenheit, zwischen dem ersten und zweiten Studienjahr ein so genanntes "Professional Year" zu absolvieren. Derzeit kooperiert die Hertie School of Governance dafür mit einer Reihe von deutschen Bundesministerien und Organisationen.
Master-Arbeit
Im dritten und vierten Semester arbeitest du an deiner Master-Arbeit. Sie besteht aus einem Forschungsprojekt, das von einem Forschungskurs und einem Kolloquium begleitet wird. Der Vorteil: Im Kurs lernst du gängige Forschungsmethoden kennen und kannst dich mit deinen Kommilitonen über dein Thema austauschen.
Studienvoraussetzungen
Erster Studienabschluss, idealerweise in den Rechts-, Politik- oder Wirtschaftswissenschaften sowie nachgewiesene Englischkenntnisse. Anerkannt werden: Cambridge ESOL: CPE (C), CAE (B), IELTS (7.0 und mindestens 7.0 im "writing"-Teil), oder TOEFL (PBT 600, CBT 250, IBT 100).
Bewerbung
Erste Runde: 1.2.2013 (für alle Interessenten, die sich um financial assistance bewerben wollen)
Zweite Runde 1.5.2013 (reguläre Frist)
Zulassungskriterien sind dabei ausschließlich deine akademischen und persönlichen Qualifikationen sowie deine Motivation. Das Auswahlverfahren umfasst zwei Stufen.
Online-Bewerbung
Neben den üblichen Bildungs-, Arbeits- und Sprachnachweisen reichst du folgende Unterlagen in jeweils englischer Sprache ein:
- tabellarischer Lebenslauf (nicht länger als zwei Seiten)
- Motivationsschreiben (500-800 Wörter)
- mindestens ein akademisches Empfehlungsschreiben
Studiengebühren und Finanzierung
Bestehst du das Bewerbungsverfahren, erhältst du einen Zulassungsbescheid. Erst dann erteilst du Auskunft über deine finanziellen Möglichkeiten, solltest du an einem Teilerlass der Studiengebühren oder einem Stipendium interessiert sein. Jedes Jahr unterstützt die Hertie School je nach finanzieller Lage und akademischer Exzellenz bis zu 40 Prozent der MPP-Studenten mit Stipendien in unterschiedlicher Höhe. Die Studiengebühren betragen 6.750 Euro pro Semester.
Im Porträt: Programmteilnehmer
Sina Übelacker (25) hat zunächst Politikwissenschaft und öffentliches Recht an der Universität Hamburg studiert. Da das Studium ihr nicht interdisziplinär genug war, hat sie sich für einen Master in "Public Policy" an der Hertie School of Governance in Berlin entschieden - und diesen Schritt nicht bereut.
Wieso hast du dich für diesen Studiengang und diese Uni entschieden?
Auch an der Uni Hamburg habe ich schon versucht, interdisziplinär zu studieren, was leider manchmal schwierig zu organisieren war. Ich wollte mehr Wirtschaft und Jura machen, aber abgestimmt auf mein Politikstudium. Gleichzeitig habe ich nach mehr Praxisbezug gesucht. Das hat die Hertie School angeboten. Mich hat das Gesamtpaket überzeugt: Interdisziplinarität, Praxisbezug, internationale Studenten und Professoren und die Möglichkeiten, ein Auslandssemester oder einen Doppelabschluss zu machen. Außerdem kann man ein "Professional Year" in das Studium integrieren, in dem man zum Beispiel in einem Ministerium oder einer Beratung arbeitet. Und dann gibt es natürlich noch den Standortvorteil Berlin, denn Public Policy kann man am besten in einer Stadt studieren, in der das politische Leben stattfindet.
Was gefällt dir besonders an deinem Studium?
Ich fühle mich sehr wohl hier. Die Studenten kommen aus verschiedenen Ländern und Fachrichtungen und bringen die unterschiedlichsten Erfahrungen mit. Das bereichert die Diskussionen, die in der Regel auf sehr hohem Niveau stattfinden. Die familiäre Atmosphäre schafft besondere Bedingungen. Man kann bei den Professoren und Sekretärinnen jederzeit anklopfen und es gibt kaum Wartezeiten. Das spart sehr viel Zeit, so dass man sich auf die wichtigen Sachen konzentrieren kann. Außerdem kennen die meisten Professoren uns sehr gut, nicht zuletzt, da jeder Student einen eigenen Mentor hat.
Gab es ein persönliches Highlight?
Für mich war es ganz wichtig, ein Auslandsemester in den USA zu machen. Da gab es mehrere tolle Programme und ich habe mich für ein Semester an der Duke University entschieden. Das hat mir viele wertvolle Eindrücke und Erfahrungen ermöglicht.
Wie sieht es mit dem Praxisbezug aus?
Der ist definitiv vorhanden. Wir hatten beispielweise im vorletzten Semester ein Projekt, in dem ich in einer kleinen Gruppe von Professoren und Studenten das Arbeitsministerium bei der Umsetzung der UN-Behindertenkonvention beraten habe. Derzeit laufen gerade die Vorbereitungen für ein weiteres spannendes Projekt mit dem Verteidigungs- und dem Familienministerium, bei dem es um die Reform der Bundeswehr und des Zivildienstes geht. Auch in den Kursen behandeln wir aktuelle Themen, zum Beispiel habe ich mich letztes Jahr mit der Energiekrise in der Ukraine beschäftigt, Handlungsoptionen entwickelt und gegeneinander abgewogen.
Wem würdest du ein Studium an der Hertie School of Governance empfehlen?
Wichtig ist, dass man aufgeschlossen ist für ein sehr internationales Umfeld. Zudem sollte man neugierig darauf sein, wie Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft interagieren und aufeinander einwirken. Viele Studenten interessieren sich für eine Karriere in der Verwaltung, Verbänden und internationalen Organisationen. Außerdem würde ich das Studium denen empfehlen, die Probleme lösungsorientiert angehen und Praxisbezug schätzen.
Hast du Tipps für die Bewerbung?
Aus der Bewerbung sollte deutlich werden, weshalb man sich für den MPP interessiert und was man sich von dem Studium an der Hertie School verspricht. Natürlich sollte man an politischen Fragestellungen interessiert sein und das aktuelle Tagesgeschehen verfolgen. Sicherlich ist es auch von Vorteil, wenn man bereits eine Vorstellung davon hat, wie es nach der Hertie School weitergehen soll.
