Steuerwissenschaften (Universität Münster)

Kompetenzvorsprung dank Interdisziplinarität

Juristen und Wirtschaftswissenschaftler finden an der Universität Münster eine attraktive Zusatzausbildung: Mit dem berufsbegleitenden und akkreditierten Master-Studiengang "Steuerwissenschaften" erwerben sie in vier Semestern den Titel "LL.M." oder "EMBA".

Kontakt

Frau Rechtsanwältin Kirsten Schoofs und
Herr Jürgen Schäfer, M.A.
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
JurGrad gGmbH
Picassoplatz 3
48143 Münster
Telefon: (0251) 620 77 - 0
Fax: (0251) 620 77 - 17
E-Mail: info@steuerwissenschaften.net
Internet: www.steuerwissenschaften.net

Wenn du Fragen zum Studiengang hast, kannst du jederzeit Kirsten Schoofs oder Jürgen Schäfer anrufen.

Steuerrecht in der Beratungspraxis - wer es drauf hat, genießt einen Kompetenzvorsprung. Kanzleien und Wirtschaftsunternehmen suchen Mitarbeiter mit fundierten Kenntnissen im Steuerrecht. Doch die erhältst du kaum im Erststudium: Im Gegensatz zum europäischen Ausland kommt das Steuerrecht hierzulande in vielen Jura-Studiengängen so gut wie nicht vor. Wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge dagegen behandeln meist nur die ökonomischen Auswirkungen steuerrechtlicher Entscheidungen.

Master-Studiengang "Steuerwissenschaften" in Münster

Der Masterstudiengang "Steuerwissenschaften" der Universität Münster bietet beides: fundierte juristische Kenntnisse des Steuerrechts und seine betriebswirtschaftlichen Grundlagen. Zwei Fakultäten, die rechts- und die wirtschaftswissenschaftliche, sorgen für die nötige Interdisziplinarität. Damit bereitet der Studiengang optimal auf die Beratungstätigkeit und Fallbearbeitung vor.

Wissenschaftlich fundiert und paxisorientiert

Das Studium ist gleichermaßen wissenschaftlich aufgebaut und praxisorientiert gestaltet. "Von den Professoren lernen die Teilnehmer, den Stoff kritisch zu analysieren", sagt Prof. Dr. Dieter Birk, der ehemalige akademische Leiter des Studiengangs. "Von Bundesrichtern, renommierten Anwälten oder Betriebswirten erwerben sie Einblick in die Praxis." Ziel des Studiengangs ist es, die Teilnehmer für hochqualifizierte Tätigkeiten in einem steuer-, rechts- oder wirtschaftsberatenden Beruf zu qualifizieren.

Berufsbegleitend zum LL.M. oder EMBA
"Steuerwissenschaften" kannst du berufsbegleitend studieren - in einem Blockseminar im Monat, jeweils von Donnerstag bis Samstag. Somit hast du keinen Verdienstausfall und verlierst den direkten Bezug zur Praxis nicht. Nach vier Semestern in Teilzeit (drei Semester Kurs, ein Semester Masterarbeit) erwirbst du den international anerkannten Titel "Master of Laws" (LL.M.) bzw. "Executive Master of Business Administration" (EMBA). Zugleich ermöglicht der Studiengang den Erwerb der besonderen theoretischen Kenntnisse für die Verleihung des Titels "Fachanwalt für Steuerrecht".

Grundzüge von "Steuerwissenschaften" in Münster

  1. Studiengang mit begehrtem Titel
     In vier Semestern (drei Semester Kurs, ein Semester Masterarbeit) kommst du zum international anerkannten und akkreditierten Titel "Master of Laws" (LL.M.) oder "Executive Master of Business Administration" (EMBA). Zudem behandelt der Studiengang alle relevanten Bereiche des Fachgebiets "Steuerrecht" nach den §§ 4, 9 der Fachanwaltsordnung (FAO). Er ermöglicht dadurch den Nachweis der besonderen Kenntnisse im Sinne der FAO für die Verleihung der Fachanwaltsbezeichnung.
     
  2. Dozenten aus Wissenschaft und Praxis
     Der Lehrkörper setzt sich aus Professoren und Dozenten aus der Praxis zusammen: Bundesrichter, Anwälte, Betriebswirte und Finanzwissenschaftler. Eine Liste der Dozenten und deren Unternehmen findest du in der Broschüre auf der Homepage der Uni Münster.
     
  3. Interdisziplinär
     Zwei Fakultäten bieten den Studiengang an: die für Rechts- und die für Wirtschaftswissenschaften. Das kommt der Lehre zugute: Es werden fundierte Kenntnisse zum Steuerrecht vermittelt, eingebettet in die finanzwissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Hintergründe.
     
  4. Berufsbegleitendes Studium
     Der dreisemestrige Studiengang kann berufsbegleitend studiert werden: ein Blockseminar pro Monat (jeweils donnerstags bis samstags). Der Vorteil: kein Verdienstausfall und unmittelbarer Bezug zur Praxis.

Voraussetzungen

Zugelassen wirst du mit:

  • dem erstem juristischem Staatsexamen oder
  • Diplom in Wirtschaftswissenschaften oder
  • einem Masterabschluss in Jura oder Wirtschaftswissenschaften oder
  • einem Bachelorabschluss in Jura oder Wirtschaftswissenschaften sowie einschlägige Berufserfahrung.

Bewerbungsfrist

Der Studiengang "Steuerwissenschaften" beginnt jedes Jahr im Wintersemester (Oktober). Die Bewerbungsfrist endet am 15. Juli.

Tagesseminare an der Universität Münster

Ab Herbst 2014 bietet die Jurgrad gGmbH zusätzlich zu den Master-Studiengängen auch Tagesseminare zu aktuellen Fragen an. Die Seminare finden an wechselnden Standorten statt; die Referenten sind alle ausgewiesene Experten auf ihrem Gebiet.

Die Termine:

Die Veranstaltungen sind in der Regel für die Pflichtfortbildung nach § 15 FAO geeignet. Du erhältst eine Teilnahmebescheinigung. Die Kosten pro Veranstaltung betragen 480 Euro. Die Teilnahmegebühr beinhaltet die Kosten für die Teilnahme an der Veranstaltung, die Tagungsunterlagen, die Pausenbewirtung sowie einen Mittagsimbiss

Bewerbungsverfahren

Unter www.steuerwissenschaften.net findest du das Antragsformular. Weiterhin brauchst du folgende Unterlagen:

  • beglaubigte Abschrift des Studienabschlusszeugnisses
  • tabellarischer Lebenslauf

Studiengebühren

Die Studiengebühren betragen 12.600 Euro. Wer sich bis 15. Juni anmeldet, erhält einen Rabatt von 2.100 Euro.

Im Porträt: Dozenten und Programmteilnehmer

Prof. Dr. Dieter Birk (Universität Münster)

Prof. Dr. Dieter Birk (64) ist ehemaliger Direktor des Instituts für Steuerrecht an der Universität Münster und ehemaliger akademischer Leiter des Studiengangs Steuerwissenschaften.

Prof. Dr. Dieter Birk studierte Rechtswissenschaft in Tübingen, München und Regensburg. Von 1985 bis 1997 war er Richter am Finanzgericht Münster im Nebenamt. Seit der Zulassung zum Steuerberater 1998 arbeitet er nebentätig für die Sozietät Pöllath+Partner.

Herr Prof. Birk, warum sollte man "Steuerwissenschaften" in Münster studieren?
Weil Sie mit diesem Studiengang eine Schlüsselqualifikation für die anspruchsvolle Beratung in Kanzleien und Wirtschaftsunternehmen erwerben. Fundierte wissenschaftliche Kenntnisse des Steuerrechts mit starkem Praxisbezug.

Was ist das Besondere an "Steuerwissenschaften"?
Einerseits das hohe wissenschaftliche Niveau: Da vieles im Steuerrecht noch nicht geklärt ist, braucht es die kritische Analyse und Argumentationsfähigkeit. Anders als Fachhochschulen setzen wir deshalb auf die kritische Auseinandersetzung mit dem Stoff. Gleichzeitig beteiligen sich am Studiengang renommierte Dozenten aus der Praxis: Hochschullehrer, Bundesrichter, hohe Beamte und Anwälte, Betriebswirte und Finanzwissenschaftler. Damit bereiten wir unmittelbar auf den Berufsalltag vor.

Wofür qualifiziert der Studiengang?
Das interdisziplinäre Studium qualifiziert für die anspruchsvolle Beratung in Kanzleien und Wirtschaftsunternehmen. Juristen erwerben bei uns fundierte Kenntnisse im Steuerrecht, aber vor allem auch wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen wie Bilanzierung oder wirtschaftliche Planung. Wirtschaftswissenschaftler profitieren vor allem von den juristischen Inhalten, die unser Schwerpunkt sind. Sie sollen nach dem Studiengang Rechtsprobleme offensiv lösen und im Fall eines Rechtsstreits für den Mandanten auch vor Gericht ziehen können.

Welche Karrieremöglichkeiten bietet das Studium?
Für Juristen sind die Karriereaussichten heutzutage nicht mehr so rosig wie noch vor zehn Jahren - mit Ausnahme des Steuerrechts. Hier überwiegt nach wie vor die Nachfrage nach Spezialisten gegenüber dem Angebot. Von unserem Studiengang werden vor allem Freiberufler oder Angestellte in der Wirtschaft profitieren: in Versicherungen, Banken oder Industrieunternehmen. Spitzenkanzleien suchen Steuerspezialisten ebenso wie mittlere oder normale Kanzleien sowie Wirtschaftsunternehmen.

Was sollte man mitbringen?
Interesse an wirtschaftlichen und juristischen Zusammenhängen. Steuerrecht ist eine eigene Welt, die sich nicht gleich nach der ersten Woche erschließt. Am Anfang bedarf es einer gewissen Anstrengung. Sobald Sie die Zusammenhänge besser verstehen, kommt aber auch der Spaß.

Welche Vorteile bietet der Studiengang sonst noch?
Mit dem "Master of Laws" (LL.M.) beziehungsweise dem "Executive Master of Business Administration" (EMBA) erwerben Sie einen international angesehenen Titel. Außerdem kürzen Sie den Weg zum Steuerberater wie auch den zum Fachanwalt erheblich ab. Die Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung geht dann wesentlich schneller, und die Anwaltskammer erkennt das Studium für den theoretischen Teil der Fachanwaltsausbildung an. Wer nur die Ausbildung zum Steuerberater absolviert, kennt vor allem die Details. Mit dem Studiengang "Steuerwissenschaften" kennen Sie auch die Obertöne.

Christoph Philipp

Dr. Christoph Philipp LL.M. (38) arbeitet als Rechtsanwalt bei P+P Pöllath + Partners in München. Von September 2002 bis August 2003 absolvierte er den Weiterbildungsstudiengang Steuerwissenschaften der Universität Münster.
Nach einer Banklehre bei der Deutschen Bank studierte Philipp zunächst Jura in Berlin und Münster. Nach dem Referendariat arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Arbeits-, Sozial- und Wirtschaftsrecht an der Universität Münster. Dort wurde er auf den Studiengang Steuerwissenschaften aufmerksam.

Warum haben Sie sich für den Weiterbildungsstudiengang "Steuerwissenschaften" entschieden?
Das Studium vermittelt mit dem Steuerrecht eine der Schlüsselqualifikationen für eine Karriere in der Wirtschaft. Der Arbeitsmarkt für Juristen ist derzeit so schlecht, dass man sich nicht mehr lediglich durch gute Examina von den Kommilitonen absetzen kann; gefragt sind vielmehr Zusatzqualifikationen. Insbesondere im Beratungsbereich, das heißt in Unternehmensberatungen, in Wirtschaftsprüfungsgesellschaften aber auch in Wirtschaftskanzleien sind steuerrechtliche Kenntnisse zwingend erforderlich, wurden jedoch im Studium kaum vermittelt. Zudem reizte mich der Titel - der LL.M. ist international hoch angesehen.

Was hat Ihnen am Studium besonders gefallen?
Anders als aus Vorlesungen im Studium gewohnt, fand der Unterricht in einem kleinen und angenehmen Umfeld statt. Zudem beruhte die Motivation zur Teilnahme an den Vorlesungen auch auf den engagierten und renommierten Dozenten, die sich aus BFH-Richtern, Professoren und Anwälten aus Top-Wirtschaftsrechtskanzleien zusammensetzten.
Gut gefallen hat mir auch die Struktur des Studiums: einmal, dass man Steuerwissenschaften berufsbegleitend studieren kann. Dann aber auch, dass man immer zu Beginn des folgenden Moduls die Klausur zum vorangegangenen schreibt - und nicht wie im Jura-Studium alle Klausuren am Ende. Schließlich: die hervorragende Betreuung. Vor allem Frau Schoofs kümmerte sich sehr um uns, hielt uns mit Infos auf dem Laufenden und sorgte dafür, dass wir uns immer wohl fühlten.

Welchen Arbeitsaufwand hatten Sie?
Die Blockveranstaltungen fanden alle vierzehn Tage von Donnerstag bis Samstag statt (Anmerkung: Die Blockveranstaltungen finden seit dem Durchgang 2005/2006 nur noch einmal im Monat von Donnerstag bis Samstag statt). Zusätzlich musste ich meist noch einen Tag pro Woche investieren, an dem ich den Stoff nachbereitete. Dies war mit den umfassenden Skripten, mit denen uns jeder Dozent versorgte, sehr gut möglich.

Wie sicher fühlen Sie sich heute im Steuerrecht?
Ich fühle mich sicher. In meiner Arbeit kommen mir meine Kenntnisse sehr zugute, da ich zu Steuerfragen oft als Ansprechpartner gesucht werde.

Welchen Tipp können Sie künftigen Teilnehmern geben?
Mein Tipp ist: keine Berührungsängste haben, selbst wenn man keine Vorkenntnisse im Steuerrecht hat. Sicherlich ist der Studiengang mit Arbeit verbunden. Jedoch ist der mit diesem Arbeitseinsatz verbundene Wissensvorsprung immens, den man gegenüber Berufskollegen durch diesen Studiengang gewinnt. Zudem eröffnet man sich beruflich nahezu einen weiteren Arbeitsmarkt, da diese Kenntnisse sicherlich für sämtliche beratende Berufe förderlich sind.