MBA bei Roche
Roche Diagnostics: Klaus Schewe
Warum haben Sie sich für das MBA-Studium entschieden?
Als 1998 mein damaliger Arbeitgeber Boehringer Mannheim von Roche Diagnostics übernommen wurde, erhielt ich die Chance, ein MBA-Studium zu absolvieren und dabei gefördert zu werden. Zuvor hatte ich zwar schon mehrfach mit dem Gedanken gespielt. Die konkrete Förderung durch Roche
Diagnostics aber erst gab den entscheidenden Ausschlag.
Wie hat Sie Roche Diagnostics gefördert?
Roche Diagnostics übernahm die Hälfte der Studiengebühren - bei Gesamtkosten von rund 20.000 Euro kein geringer Betrag. Vor allem aber empfand ich es als motivierend, dass mein Arbeitgeber ausdrücklich hinter dieser Weiterbildung stand.
Wie wirkte sich der MBA auf Ihre Karriere aus?
Ganz klar: Ohne den MBA wäre ich nicht da, wo ich heute stehe. Schon während des MBA-Studiums wurde meine freiwillige Weiterbildung honoriert - zum Beispiel in internen Vorstellungsgesprächen. Schließlich hatte ich auch in dieser Zeit anspruchsvolle Jobs, und die freiwillige Weiterbildung kam gut an. Nicht zuletzt deshalb konnte ich den Bereich Personalmarketing aufbauen, den ich heute global von Basel aus betreue.
Wie ist das Programm aufgebaut?
Das MBA-Programm ist auf drei Jahre als berufsbegleitendes Fernstudium ausgerichtet. Es kann aber auch in zweieinhalb oder zehn Jahren absolviert werden. Dadurch ergibt sich eine hohe Flexibilität für Berufstätige. Ich selbst habe mein Studium für ein halbes Jahr unterbrochen, als ich mit der Übernahme einer neuen Funktion/Abteilung vor meiner Zeit im Personalmarketing beschäftigt und damit sehr in Anspruch genommen war. In der ersten Hälfte lernen Sie Grundlagen wie Personalwesen, Organisation, Marketing und Finanzen. In der zweiten Hälfte haben Sie für ein Semester das Fach Business Strategy sowie mehrere Wahlfächer.
Enthält das Fernstudium auch Präsenzzeiten?
Regelmäßig finden so genannte Residential Days statt, in denen man zwei bis drei Tage lang gemeinsam Fallstudien bearbeitet. Außerdem Tutorials, in denen man Fragen etwa zum Lernstil stellen und sich inhaltlich austauschen kann. Die Residential Days fanden für mich in Leiden (Niederlande) statt, die Tutorials in Deutschland.
Welchen Zeitaufwand muss man einplanen?
Anfangs müssen Sie auf jeden Fall 13 bis 17 Stunden pro Woche einplanen. Später, wenn Sie etwas routinierter sind, kommen Sie vielleicht mit 12 bis 13 Stunden hin.
Wie schafften Sie die Balance zwischen Studium und Job?
Ich bin fast jeden Morgen um halb fünf aufgestanden und absolvierte mein Pensum vor der Arbeit. Das entsprach eher meinem Biorhythmus als abends zu lernen, wenn man müde ist. Dazu kam noch das ein oder andere Wochenende. Ich kannte aber auch einen Italiener, der nur jedes zweite Wochenende lernte - von Freitag Abend bis Montag früh. Ob er den MBA geschafft hat, weiß ich aber nicht...
Was ist der Hauptnutzen des MBA-Studiums?
Herausforderungen gehe ich heute viel leichter an als vor dem MBA. Nicht dass ich früher keine Problemlösekompetenz gehabt hätte. Der MBA fördert aber genau diese Kompetenz - es gibt heute kaum eine Herausforderung mehr, bei der ich nicht wüsste, wie ich sie anzugehen hätte. Außerdem legt die OUBS besondere Schwerpunkte hinsichtlich sozialer Kompetenzen. Das klingt zunächst trivial. Man lernt aber zu verstehen, warum sich jemand auf eine bestimmte Weise verhält, die einem nicht gefällt. Um dann doch noch eine Lösung für ein Problem zu finden. Ich glaube auch, dass ich mich durch den MBA als Vorgesetzter weiterentwickelt habe.
Welchen Tipp können Sie jemandem geben, der ein MBA-Studium aufnehmen möchte?
Er sollte sich auf jeden Fall im Klaren sein, dass ein MBA-Studium 12 bis 15 Stunden in der Woche erfordert. Weiter sollte er sich genau überlegen, ob der MBA zu seinen Zielen passt. Ein MBA-Programm ist letztlich nur interessant, wenn man eine Management-Laufbahn anstrebt. Ein Experte braucht keinen MBA, wenn er nur in seinem Spezialbereich tätig ist. Schließlich: Man sollte sich viel Zeit für die Auswahl der Wahlfächer nehmen und sie auf seine individuellen Ziele zuschneiden.
