MBA bei Bosch
Robert Bosch GmbH: Thilo Gleisberg
Im Interview: Thilo Gleisberg
Thilo Gleisberg (34) arbeitet als Abteilungsleiter Prozesse und Organisationsentwicklung bei der Robert Bosch GmbH in Schwieberdingen. Seit September 2002 nimmt er am Executive MBA-Programm des Ashridge Management College teil.
Gleisberg studierte Maschinenbau an der TU Darmstadt und Akustik an der Ecole Centrale de Lyon. Bei Bosch begann er zunächst im technischen Verkauf, bevor er in die Entwicklung wechselte. Dort arbeitete er als Projektleiter und Gruppenleiter, anschließend als Vorstandsassistent. Heute leitet er die Abteilung Prozesse und Organisationsentwicklung im Geschäftsbereich Gasoline Systems.
Warum haben Sie sich für das MBA-Studium entschieden?
Ich entwickle mich zunehmend in Richtung Allgemeines Management. Hierfür möchte ich mich weiter qualifizieren. Der MBA ist die ideale Ergänzung zu meinem Ingenieurstudium.
Werden Ihre Erwartungen mit dem MBA in Ashridge bisher erfüllt?
Insgesamt ja. Das Executive MBA-Studium läuft parallel zum Beruf mit Präsenzmodulen von einer Woche in England. Themenschwerpunkte sind Strategic Management und Economics, Marketing und Finance sowie Organisational Behaviour, Human Ressources und Operations Management.
Wie vereinbaren Sie Beruf und MBA-Studium?
Das ist nicht immer leicht - oft fehlt einfach die Zeit. Ich bin in Schwieberdingen meist zwischen sieben und acht Uhr im Büro und verlasse es abends meist nicht vor halb acht. Dazu habe ich eine Familie mit Frau und Kind. In der Regel lerne ich an drei Abenden unter der Woche für jeweils etwa zwei Stunden. Dann häufig noch am Samstag von zehn bis vier Uhr nachmittags - im Büro, wo ich mehr Ruhe habe. Den Sonntag halte ich mir für die Familie frei. Wichtig ist, dass die Familie Verständnis zeigt. Sonst geht es nicht.
Wie hat Bosch Sie beim Studium unterstützt?
Bosch trägt die Studiengebühren sowie die Reisekosten nach England. Um den Zeitaufwand abzudecken, bringe ich Urlaub und Freizeit ein.
Was erwarten Sie sich vom MBA hinsichtlich Ihrer weiteren Karriere?
Es ist üblich bei Bosch, dass man eine Tätigkeit nur für eine bestimmte Zeit macht und dann neue Aufgaben übertragen bekommt. Mit dem MBA qualifiziere ich mich für neue Aufgaben. Sicher ist jedoch eins: Ob jemand bei Bosch eine verantwortungsvollere Aufgabe übernimmt, hängt nicht in erster Linie vom MBA ab. Entscheidend ist, ob jemand seinen Job gut macht.
Welchen Tipp können Sie künftigen MBA-Teilnehmern geben?
Das MBA-Programm verlangt viel Wille, Disziplin und Konsequenz. Man muss es wirklich wollen. Auf der anderen Seite ist der MBA aber auch kein Hexenwerk. Die Engländer haben Recht, wenn sie sagen: "It's no rocket science." Mit der richtigen Einstellung und gesundem Menschenverstand schafft man es.
