Studenten-Versicherungen

Vertrauen ist gut, versichern besser

Welche Versicherung ist jetzt wirklich wichtig? Diese Frage stellen sich viele Studenten vor dem Examen und Absolventen beim Berufseinstieg. Trotz der zahllosen Versicherungsverkäufer in Deutschland erhalten sie nur selten objektive Informationen. e-fellows.net präsentiert eine "Kleine Versicherungsberatung" durch einen unabhängigen Berater.

 

Versicherungsmakler, Finanzberater, Vermögensberater - in Deutschland gibt es rund 500.000 Finanzdienstleister, zehn Mal so viele wie in den anderen EU-Ländern. Das liegt auch daran, dass der Berufsname nicht rechtlich geschützt ist. Die meisten Berater sind aber nicht objektiv, denn sie verdienen ihr Geld mit dem Verkauf von Versicherungen. Dafür zahlen die Versicherungsunternehmen eine Verkaufsprovision. Auf diese Weise ist eine kostenlose "Beratung" möglich - das lockt Kunden an. Die aber müssen den Service dennoch bezahlen, denn meist schlägt der Makler sein Honorar auf die Police auf.

Beratung ja, bezahlen nein
Bei bezahlten Beratungsleistungen sind gerade junge Berufseinsteiger zurückhaltend. Eine Umfrage unter e-fellows.net-Alumni im Jahr 2006 zeigte: Fast 90 Prozent wünschen sich zwar eine Beratung, aber nur ein knappes Viertel davon würde für eine unabhängige und daher objektive Versicherungsberatung bezahlen.

Guter Rat hat seinen Preis
Beratung bieten auch die Verbraucherzentralen der Bundesländer, die Stiftung Warentest, der Bund der Versicherten sowie zertifizierte Versicherungsberater an. Von letzteren gibt es in Deutschland nur etwa 150.

Sie dürfen keine Werbung für ein einzelnes Versicherungs- produkt machen und bieten eine ausgiebige Beratung an. Das kann, mit Analyse der persönlichen Bedürfnisse und Antragstellung, auch einmal fünf Stunden dauern. Am Ende allerdings erhält der Kunde eine Versicherung mit dem richtigen Preis-Leistungs-Verhältnis - so amortisiert sich das Berater- honorar oft innerhalb kurzer Zeit. Außerdem sind die Beratungskosten von der Steuer absetzbar. Die unabhängigen Berater sind im Bundesverband der Versicherungsberater zusammengeschlossen.

Die kleine Versicherungsberatung

  • die wichtigsten Versicherungen für Berufseinsteiger
  • worauf man achten sollte

Tipps von den objektiven und gerichtlich zugelassenen Versicherungsberatern RiVer Risiko- und Versicherungs-
management GmbH.

Krankenversicherung (KV)

Unverzichtbar, aufgrund der Zweiteilung in Deutschland aber kompliziert in der Auswahl. Die Rückkehr aus einer privaten KV in die gesetzliche ist schwierig, teilweise sogar unmög- lich. Oft reicht bereits eine private Zusatzversicherung. Noch einmal andere Details muss man bei Auslandskrankenversicherungen für Studenten achten.

Privathaftpflichtversicherung

Sehr wichtig; sie hilft, wenn man Schadenersatz leisten muss, und wehrt zudem unberechtigte Schadenersatzansprüche ab. Man sollte sich mindestens über drei Millionen, besser noch fünf Millionen Euro versichern. Es gibt preisgünstige Single-Tarife; eine Selbstbeteiligung für geringe Schäden (bis etwa 200 Euro) drückt langfristig den Beitrag.

Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV)

Wichtig; für jüngere Versicherte, insbesondere Studenten, oft einfach und günstig abzuschließen, da keine Vorerkrankungen bestehen. Hier gibt es Details zur BUV.

Unfallversicherung

Nur als Ergänzung zur BUV, aber nicht so wichtig: Letztlich sind nur 15 Prozent der Ursachen für eine Berufsunfähigkeit unfallbedingt. Die Invaliditätssumme sollte mindestens 100.000 Euro betragen.

Risikolebensversicherung

Sinnvoll für Familien; sie leistet nur im Todesfall zur Absicherung der Hinterbliebenen.

Private Altersvorsorge

Nach der Absicherung der Lebnsrisiken sollte man schrittweise den Aufbau der Altersvorsorge vorantreiben. Die Anlageformen sind unterschiedlich riskant. Hier entscheidet die Risikofreude des Einzelnen.

Riester-Rente

Der Vorteil bei dieser staatlich geförderten, privaten Altersvorsorge: Der Staat übernimmt einen Teil der Beiträge (Berechnung der Höhe über den Riester-Rechner). Das macht die Riester-Rente sehr attraktiv - auf der anderen Seite wird die Rente später besteuert. Die Rentenzahlung erfolgt nur in Deutschland. Mehr zu Riester-Rente erfährst du auch hier.

Entgeltumwandlung

Hierbei zahlt man in einen Pensionsfonds, in eine Pensionskasse oder in eine Direktversicherung ein. Auch dieses Modell wird staatlich gefördert. Wer 2008 100 Euro im Monat einbezahlt, spart 58 Euro an Steuern und Sozial- versicherungsbeiträgen*. Ab 2009 sind es dann immerhin noch 45 Euro.

Lebensversicherung

Als Altersvorsorge ist diese Anlageform ungeeignet, da sie zu teuer und unflexibel ist und nur geringe Rendite anfällt. Wer dennoch eine abschließen will, sollte auf einen finanzstarken Anbieter mit geringen Abschlusskosten achten.

*bei einem zu versteuernden Einkommen von 50.000 Euro im Jahr

Literatur

Berufsunfähigkeit
Holger Balodis, im Auftrag der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Berufsunfähigkeit gezielt absichern. Der Weg zum passenden Vertrag; aktualisierte Auflage 2008.

Bestellen bei buecher.de

Private Altersvorsorge
Stiftung Warentest: Private Altersvorsorge. 5. aktualisierte Auflage 2007.

Bestellen bei buecher.de

Organisationen und Verbände

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen stellen keine Empfehlung dar. e-fellows.net übernimmt keine Gewähr und keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hierin enthaltenen Informationen. Die in dem Artikel enthaltenen Informationen und Meinungen basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen.

 


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