von Julia Büttner

Auflösung: Welcher Finanztyp bist du?

Stockbrot oder Segelboot?

Hedonist, Zen-Meister oder Globetrotter? Hier erfährst du, wer du bist und welche Finanzstrategie zu dir passt.

Der Hedonist

Du gehst gerne shoppen und feiern, bist neugierig und kreativ und kaufst Produkte mit dem besonderen Etwas. Über den Preis denkst nicht lange nach, denn Entscheidungen triffst du aus dem Bauch heraus. Geld ist für dich dazu da, um Wünsche zu erfüllen. Altersvorsorge? Das ist gar kein Thema für dich. Da müsstest du ja womöglich jetzt auf etwas verzichten!

Was zu dir passt: Was du brauchst, ist eine Bank, die dir schnell mal einen Kredit gewährt, wenn das neue Apple-Notebook das Budget sprengt. Ein Bankberater braucht gar nicht erst zu versuchen, dir eine Lebensversicherung anzudrehen. Denn von langfristigen Produkten hältst du wenig. Du willst flexibel bleiben und jederzeit auf dein Geld zugreifen können. Mit Risiken hast du kein Problem, deshalb kaufst du auch Aktien und Optionsscheine – allerdings ohne Plan und Struktur.

Tipp: Mit einem Tagesgeldkonto bleibst du flexibel. Doch zusätzlich solltest du ein bisschen langfristiger investieren. Dann reicht's irgendwann auch für ein Cabrio.

Nach Untersuchungen von Konsumpsychologen entsprechen etwa elf Prozent der Deutschen dem Typus "Hedonist". Wahrscheinlich bist du eher jünger und weiblich.

Der Globetrotter

Dein Leben ist spannend, abwechslungsreich, schnell. Du trinkst Becks, denn du träumst davon, mit einem Segelschiff in die Ferne aufzubrechen. Deine Neugier treibt dich voran. Wenn du ein neues Surfbrett brauchst, dann kaufst du es dir – was soll's, dass du schon knietief im Dispo watest? Du willst Spaß und du brauchst den Kick des Risikos.

Was zu dir passt: Altersvorsorge ist für dich überhaupt kein Thema. Wer weiß schon, ob du älter als 35 wirst? Reich werden würdest du allerdings schon gerne. Wenn nicht im Casino, dann beim Zocken an der Börse. Du würdest nie die Finger von einem riskanten Papier lassen: Angst ist etwas für Sparkassen-Kunden. Deine Bank: Eine Direktbank im Internet. Die nervt nicht mit Beratung und ist rund um die Welt verfügbar.

Tipp: Trotz aller Cowboy-Fantasien: Wenn es im Alter mehr geben soll als Corned Beef und Stockbrot, dann solltest versuchen, langfristig Vermögen aufzubauen. Versuche es mit einem Fondssparplan. Vielleicht ist dann später auch noch ein Segelboot drin!

Nur drei Prozent der Deutschen sind Globetrotter. Sie sind eher männlich - und jung, deshalb haben sie nicht so viel Geld.

Der Ehrgeizige

Was für dich zählt, ist Leistung. Du kaufst Produkte, wenn sie dir einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Deshalb magst du Statussymbole: teure Uhren, guten Wein oder ein schickes Auto. Für dein Alter verdienst du ziemlich gut. Den Vermögensaufbau gehst du beherzt an – wie auch sonst alles in deinem Leben. Auf dem WG-Klo liest du die Wirtschaftswoche und das Handelsblatt – Effizienz muss sein. Schließlich willst du reich werden. Wenn du von einem neuen Produkt hörst, mit dem du Steuern sparen und Top-Rendite erzielen kannst, kaufst du es, ohne lange zu fackeln. Dein Portfolio ist darum ein wildes Durcheinander aus Aktien, Fonds, Optionsscheine, aber auch Lebensversicherungen.

Was zu dir passt: Einem Banker ohne Krawatte würdest du nie vertrauen. Das Abschlusszeugnis einer renommierten Business-School an der Wand flößt dir hingegen Vertrauen ein. Du bist Kunde der Deutschen Bank – etwas anderes stünde gar nicht zur Debatte.

Tipp: Bevor du wild irgendwelche Papiere kaufst, solltest du lieber eine Nacht drüber schlafen. Auch ein Anruf beim Verbraucherschutz schützt vor unüberlegten Investments.

Du gehörst zu den sechs Prozent der Deutschen, die man als "Ehrgeizige" bezeichnet und bist höchstwahrscheinlich ein Mann.

Der Konservative

Würden bei Banken mehr Typen wie du arbeiten, es hätte die Finanzkrise nie gegeben. Von riskanten Investments hältst du wenig. Lieber freust du dich über seinen mickrig verzinsten Sparbrief und zahlst brav in seine Lebensversicherung ein. Du verdienst zwar ganz ordentlich, leistest dir aber selten etwas Teures - wozu auch? Hauptsache, alles hat seine angestammte Ordnung.

Was zu dir passt: Du bist heimatverbunden und darum Kunde bei der örtlichen Sparkasse. Dort waren schon deine Eltern. Damals hat dir dein heutiger Berater immer Lollis über dem Tresen zugesteckt. Du brauchst eine Bank, zu der du dein Erspartes tragen kannst und das sich um die Abwicklung des täglichen Geldverkehrs kümmert. Nicht mehr und nicht weniger. Eine sterile Direktbank ist nichts für dich.

Tipp: Mit maßvollen Investments in Aktienfonds könntest du dein Vermögen deutlich steigern.

In Deutschland leben viele Konservative: jeder vierte Bundesbürger gehört zu diesem Typus. Sie sind tendenziell männlich und älter.

Der Gelassene

In deinem Leben zählen Familie, Freunde und dein Partner. Hauptsache, deinen Lieben geht es gut. Beruflicher Ehrgeiz ist dir fremd. Dein Motto: Geld macht nicht glücklich. Wenn du mal etwas mehr ausgibst, dann für einen ergonomischen Stuhl, einen Luft-Ionisierer oder deine vielbewunderte Balkon-Bepflanzung.

Was zu dir passt: Im Umgang mit Geld fühlst du dich unsicher, mit dem Thema Finanzprodukte beschäftigst du dich ungern. Du bist glücklich mit deinem Sparbuch und deinem Bundesschatzbrief. Dass die Rendite dabei armselig ist, macht dir nichts aus. Hauptsache, das Geld ist in Sicherheit.

Tipp: Am ehesten vertraust du der Sparda-Bank oder der Sparkasse. Das letzte, was du brauchen kannst, ist ein Berater, der dich über die Turbulenzen an den Börsen auf dem Laufenden hält.

32 Prozent der Deutschen gehören zu den Gelassenen. Der Typus ist tendenziell älter und weiblich.

Der Lebenskünstler

Wer schwänzt denn da das Tutorium und schlürft lieber Latte Macchiato im Uni-Café? Das bist du, der Lebenskünstler. Ein ausgeglichener, toleranter, offener Mensch, der sich gerne mal etwas gönnt. Einen Ausflug in ein Wellness-Hotel mit einem schicken Spa zum Beispiel. Das Thema Geldanlage interessiert dich zwar, viel Ahnung davon hast du allerdings nicht. Du kaufst hier mal ein paar Aktien und dort einen Investmentfonds, scheust das Risiko nicht, suchst es aber auch nicht.

Was zu dir passt: Du brauchst Geld, um
deinen angenehmen Lebensstandard zu halten. Vorsorge kümmert dich dagegen weniger. Dein Bankberater muss dir vor allem sympathisch sein. Er sollte dir das Gefühl geben, dass das alles gar nicht so kompliziert sei.

Tipp: Mehr Struktur in Sachen Geldanlage würde dir gut tun, denn so könntest du eine höhere Rendite bei geringerem Risiko erzielen. Such dir einen unabhängigen Berater.

Zwölf Prozent der Bundesbürger gehören zum Typus des Lebenskünstlers - vor allem Frauen.

Der Zen-Meister

Ungeplante Shopping-Touren, Lust- und Frustkäufe? Kennst du nicht. Du bist ein Asket und stolz drauf. Deinen fadenscheinigen Konfirmationsanzug trägst du heute noch –"ist doch noch völlig in Ordnung!", denkst du. Mit Facebook, Twitter und Co. verschwendest du nicht deine Zeit. Wenn der Kühlschrank mal wieder gähnend leer ist, machst du einen Großeinkauf bei Lidl – wo es wenig Auswahl gibt, sparst du dir lange Entscheidungen.

Was zu dir passt: Ein Banker, der dich überzeugen will, sollte dir eine Modellrechnung präsentieren, die schwarz auf weiß die Wirtschaftlichkeit des Produkts beweist. Du bist äußerst pflichtbewusst und das gilt auch für die Vermögensverwaltung. Die Vorstellung, Optionsscheine zu besitzen, lässt dich schweißgebadet aus dem Schlaf hochschrecken. Nein, dem Zocker-Kick kannst du nichts abgewinnen.

Tipp: Geld hast du genug – sparsam, wie du bist. Nur die Rendite lässt zu wünschen übrig. Wie wäre es wenigstens mal mit einem Sparplan auf einen Rentenindex-Fonds?

Du gehörst zu den zehn Prozent der Deutschen, die in die Kategorie "Der Disziplinierte" fallen. Wahrscheinlich bist du ein Mann und hast Naturwissenschaften oder Technik studiert.

 

 

 

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