Das erste Semester
Fahrplan zum Studienstart
Das Studium beginnt mit dem ersten Tag an der Uni, denkst du. Falsch gedacht. Wenn du nämlich dann erst mit der Organisation beginnst, hast du bereits einige wichtige Termine versäumt. Also: Schnapp dir diese Liste, hake die Punkte ab - und starte ganz entspannt in das erste Uni-Semester.
Vorbereitung ist alles. Sobald dir dein Studienplatz sicher ist, hilft dir folgende Checkliste für einen guten Uni-Start:
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1. Mach dich schlau! Einen ersten Überblick über dein Studium und deine Hochschule verschafft dir die Zentrale Studienberatung. Auch die Websites der Hochschulen sind einen Besuch wert. Die Fachstudienberater helfen dir bei spezifischen Fragen zu deinem Studium. Meist gibt es für Erstsemester Einführungsveranstaltungen, und auch die Fachschaften sind nicht nur für schrille Partys gut: Hier bekommst du Insider-Wissen von alten Hasen und Tipps für die ersten Hürden im Studium.
- 2. Zulassungsprüfungen: An vielen Hochschulen musst du dich inzwischen nicht nur immatrikulieren, sondern zusätzlich einen Zulassungstest absolvieren. Ist das der Fall, musst du dich relativ früh anmelden. Also wiederum: rechtzeitig vorher informieren!
Dr. Georg-Matthias Mojse leitet die Zentrale Studienberatung der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Er weiß aus Erfahrung, dass rechtzeitige Studienplanung böse Überraschungen verhindert.
Welche Aufgaben hat die Studienberatung?
Es gibt einen großen Unterschied zwischen der Zentralen Studienberatung und der Fachstudienberatung. Die beiden Angebote ergänzen sich. Die Zentrale Studienberatung bietet Hilfe bei fächerübergreifenden Problemen. Sie ist also vor dem Studium wichtig, denn sie informiert über Zulassungsbeschränkungen, Aufnahme- oder Eignungsprüfungen für alle Studiengänge. Man kann bei uns alle Fristen zur Bewerbung oder zur Immatrikulation erfragen und auch einen groben Überblick über die Studiengänge bekommen.
Fristen, Aufnahmeprüfungen, Eignungstests - das schreckt sicher viele Abiturienten ab?
Wichtig ist, dass man sich von den ganzen Vorprüfungen, die es vor der Zulassung zu manchen Studiengängen gibt, nicht ins Boxhorn jagen lässt. Eignungsprüfungen beispielsweise dienen nicht der Zulassungsbeschränkung. Die Prüfer sagen einem hier schon vor dem Studium, ob sie jemand für dieses Fach geeignet halten. Auch Aufnahmeprüfungen sollten einen nicht abschrecken, weil man bei einer nicht bestandenen Eingungsfeststellung, diese Disziplin vielleicht an einer anderen Universität beginnen kann.
Wann sollte man die Planung für sein Studium in Angriff nehmen?
Ganz wichtig ist, dass man wirklich rechtzeitig beginnt, sich zu informieren. Oftmals kommen die Schüler einfach zu spät zu uns. Da sind Fristen verstrichen, oder sie können bestimmte Zulassungsvoraussetzungen, wie zum Beispiel Praktika, nicht mehr rechtzeitig erwerben. Es reicht einfach nicht, sich erst nach dem Abitur langsam umzusehen. Am besten beginnt man in der Kollegstufe damit. Im achtstufigen Gymnasium gibt es jetzt sogar Seminare zur Studien- und Berufsorientierung. Wir Studienberater gehen an Schulen und klären die Schüler auf, was sie brauchen, um ihr Wunschfach studieren zu können.
Wer erklärt mir Näheres zu den einzelnen Studiengängen?
Wenn man sich für einen Studiengang näher interessiert, dann kommt die Fachstudienberatung zum Tragen. Die Berater dort können für die einzelnen Studiengänge detailliert die Inhalte und den Ablauf des Studiums erklären. Sie sind auch im Verlauf des Studiums Ansprechpartner bei Problemen oder Fragen zum Studienplan.
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3. Immatrikulation: Um an einer Hochschule zu studieren, musst du dich zunächst immatrikulieren, also einschreiben. Das geht nur innerhalb einer bestimmten Frist, die du an deiner zukünftigen Uni erfragen kannst. Bei vielen Hochschulen liegt sie im September. An manchen Unis kannst du dich mittlerweile bequem online einschreiben. Bei anderen musst du dich mit deinen künftigen Kommilitonen in der Warteschlange an der Studentenkanzlei anstellen. Informiere dich in jedem Fall genau über die Unterlagen, die du für die Immatrikulation brauchst, damit du sie sofort parat hast. Beim Online-Verfahren musst die sie entweder einschicken, oder persönlich an die Uni bringen. Am besten liest du auf der Homepage der Hochschule nach, wie die Einschreibung genau abläuft.
- 4. Uni-Einrichtungen: Ob Bibliotheken oder Rechenzentrum - die Hochschulen haben viel zu bieten. Meist musst du dir dafür eigene Benutzerausweise ausstellen lassen. Es ist immer hilfreich, für diese Zwecke ein paar Passfotos im Geldbeutel zu haben.
Was du bei der Immatrikulation brauchst
- Personalausweis oder Reisepass
- Immatrikulationsformular: Wenn du dich online einschreiben kannst, füllst du es am PC aus. Musst du persönlich zur Uni, kannst du dir das Formular oft schon vorher auf der Hochschul-Website herunterladen. Du erhältst es auch bei der Einschreibung selbst, aber es ist sehr umfangreich - Vorbereitung spart viel Zeit.
- Zeugnis der Hochschulreife: Informiere dich genau, ob du das Original mitnehmen musst oder ob eine beglaubigte (!) Kopie genügt.
- Krankenversicherungsnachweis: Nicht die Chipkarte oder eine Mitgliedsbescheinigung, sondern ein spezielles Formular, das du von der Versicherung selbst bekommst.
- Semesterbeitrag: Damit sind nicht Studien-, sondern Verwaltungsgebühren gemeint, die entweder bar zu entrichten sind oder deren Zahlung du durch die Überweisungsquittung belegen musst.
- Manche Unis wollen außerdem folgende Dokumente (rechtzeitig informieren!):
- Lebenslauf
- Geburtsurkunde (Original oder beglaubigte Kopie)
- Nachweis über Eignungsprüfung (zum Beispiel den Englisch-Test TOEFL)
- Praktikumsnachweise (abhängig vom Studiengang)
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5. BAföG: Wenn du Knete vom Staat willst, solltest du unbedingt vor Semesterbeginn deinen BAföG-Antrag stellen. Nur dann kannst du dir sicher sein, zu Beginn deines Studenten-Daseins Geld von Vater Staat zu kassieren. Denn BAföG wird nicht rückwirkend bewilligt. Hier findest du alles Weitere über das BAföG.
- 6. Stipendien: Leistung wird honoriert. Mit einem Stipendium kannst du dein Studium zusätzlich fördern lassen. Auch mit dem Stipendium von e-fellows.net genießt du viele Vorteile. Zudem kannst du in der e-fellows.net-Stipendiendatenbank in rund 700 Förderprogrammen von über 400 Institutionen gezielt nach Fördermöglichkeiten suchen.
e-fellow Elisabeth studiert Lehramt für Biologie und Chemie im dritten Semester an der Uni Regensburg. Bei ihr brachte die Fachschaft Licht ins Dunkel der Wirren ihres ersten Semesters.
Wie hast du dich an deinem Studienort zurecht gefunden?
Zu Beginn des ersten Semesters gab es eine Einführungsveranstaltung von der Hochschule für alle Lehrämtler. Das war nicht ganz so sinnvoll. Ungefähr 500 Leute drängten sich da im Audimax. Ich habe bis zum Abend gebraucht, bis ich ein paar Leute gefunden hatte, die meine Fächerkombination studieren. Bei dieser Massenveranstaltung wurden einem auch viel übers Studium erzählt, mit dem man am Anfang gar nichts anfangen kann. Deswegen macht unsere Fachschaft immer Einführungstage für alle Erstis. Da sollte man auf jeden Fall hin, denn dort lernt man schnell neue Leute kennen. Die Fachschaft beantwortet alle Fragen rund ums Studium. Bei uns bekommt man sogar den Stundenplan fürs erste Semester präsentiert. Und natürlich gehört zu dieser Einführung auch eine Kneipentour.
Was war am schwierigsten für dich?
Der Sprung in die Anonymität war schon ein bisschen schockierend für mich. Man ist bloß eine Matrikelnummer. In den einzelnen Veranstaltungen ist man einer unter vielen. Da sitzen alle Leute, die irgendwas mit Bio zu tun haben - und man kennt fast kein Gesicht. Das war ein gewaltiger Unterschied zur Schule. Man muss sich selbst alles organisieren: Prüfungsfristen einhalten, sich zu Kursen anmelden. Wenn man mal was versäumt, interessiert das auch niemanden. Kein Lehrer gibt einem den Tafelanschrieb. Da helfen einem nur die Leute, die man gut kennt. Das Studium hat aber auch den Vorteil, dass man sich seine Veranstaltungen aussuchen kann. Man macht, was man will und braucht und lernt gleichzeitig, selbstständig zu werden.
