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Personalisierte Medizin - was bedeutet das?

Tablette [Quelle: freeimages.com, Autor: alifarid]

Quelle: freeimages.com, alifarid

Das Gießkannenprinzip hat in der Medizin ausgedient - statt einem Medikament für alle Patienten mit einer bestimmten Erkrankung setzen die Ärzte verstärkt auf personalisierte Medizin. Suzanna Vega Harring von Roche erklärt, was man darunter versteht, und wie sie selbst dazu beiträgt, dass Krebspatienten besser behandelt werden können.

Was genau ist personalisierte Medizin?

"Personalisierte Medizin" bedeutet, dass man die Behandlung auf bestimmte Patientengruppen zuschneidet. Ein Bereich, in dem die personalisierte Medizin besonders bedeutend ist, ist die Onkologie, in der ich selbst auch arbeite. Es geht darum, zielgerichtete Therapien zur Verfügung zu stellen, die an die Unterschiede der jeweiligen Patienten und Krebsarten angepasst sind. Die neuen Erkenntnisse in der Molekularbiologie und die modernsten Technologien und Methoden ermöglichen diese besser zugeschnittenen Behandlungen.

Ist Herceptin ein Beispiel für personalisierte Medizin?

Ja, dies ist ein Beispiel. Es wird bei Brustkrebs eingesetzt, da man in 20 Prozent der Fälle eine Überexpression von HER2-Rezeptoren nachweisen kann. An diesen Rezeptoren setzt die Behandlung an. Unser Wirkstoff Trastuzumab blockiert die HER2-Rezeptoren in positiven Krebszellen und hemmt so deren Wachstum. Um die Patienten auszuwählen, die auf dieses Medikament ansprechen, führt man HER2-Gewebetests durch.

Warum wird personalisierte Medizin immer wichtiger?

Mit der personalisierten Medizin können wir die Chancen der Patienten auf ein längeres und besseres Leben erhöhen. Dadurch, dass man die Patienten mittels Diagnostik-Tests richtig auswählt, wird die Behandlung sicherer und effektiver. Außerdem vermeiden wir Nebenwirkungen bei Patienten, bei denen das Medikament nicht wirksam ist. Und nicht zuletzt ist personalisierte Medizin wirtschaftlicher als eine traditionelle Strategie.

Welche Aufgaben haben Sie bei Roche?

Ich bin Pathologin und arbeite in einem Forschungsteam in der Onkologie, in der Abteilung "Pathology and Tissue Analytics". Unser Ziel ist es einerseits, neue Biomarker zu finden, also charakteristische biologische Merkmale, die auf eine bestimmte Ausprägung einer Krebserkrankung hinweisen. In unseren Laboren untersuchen wir Krebsgewebe mit modernsten Technologien und Methoden sowohl auf Gen- als auch auf Proteinlevel, um daraus Grundlagenwissen zu gewinnen, das uns bei der Entwicklung von Medikamenten weiterhilft. Dieses Wissen hilft den Projektteams bei der Entwicklung von Arzneimitteln und Biomarker-Tests. Besonders wichtig ist es uns, diese Erkenntnisse schon zu einer sehr frühen Phase der Medikament-Entwicklung zu gewinnen und einzubringen.

Was sind die Herausforderungen bei Ihrer Arbeit?

Es kann passieren, dass man sehr lange an einem Projekt arbeitet, an einem Molekül, das dann letztlich in den klinischen Studien keine ausreichende Wirksamkeit zeigt. In solchen Fällen muss man damit klarkommen, dass man viel Zeit investiert hat und am Ende doch kein neues Medikament oder Diagnostik-Test entstanden ist. Aber trotzdem hat man ja neue Erkenntnisse gewonnen. So ist nun einmal die Welt der Forschung: Man hat eine Hypothese, die aber nicht unbedingt funktionieren muss. Außerdem arbeitet man an vielen Projekten parallel, das darf einem keine Probleme bereiten. Aber ich finde das auch positiv, dadurch beschäftige ich mich nicht immer nur mit einem Thema, sondern habe ein breites Spektrum.

Wie arbeiten Sie bei der personalisierten Medizin mit Unis, Krankenhäusern und Ärzten zusammen?

Wir haben da sehr viele verschiedene Kooperationen in verschiedenen Stadien der Medikament-Entwicklung. Roche organisiert zum Beispiel Symposien, bei denen bekannte Wissenschaftler aus aller Welt sowohl aus der Industrie als auch von der Uni zusammenkommen und diskutieren. Solche Veranstaltungen sind wichtig, um Wissen auszutauschen und unsere Programme zur Medikament-Entwicklung weiter zu verbessern. Wir bieten außerdem ein Post-Doc-Programm in unserer Abteilung an. Die Post-Docs unterstützen uns sehr, weil sie sich in ihrer Forschung auf die neuesten Technologien konzentrieren, bei denen es einige Zeit braucht, um sich einzuarbeiten.

Was muss man mitbringen, um in Ihrer Abteilung zu arbeiten?

Es ist sehr wichtig, dass man teamfähig ist, offen für neue Ideen ist und neugierig. Denn Roche ist ein innovatives Unternehmen, deswegen wollen wir auch Mitarbeiter, die so denken und viele neue Impulse einbringen.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Ich identifiziere mich sehr mit den Werten von Roche und freue mich, wenn ich mit meiner Arbeit Patienten helfen kann. Außerdem gefällt mir, dass Roche so multikulturell ist - ich arbeite gern mit verschiedenen Leuten mit unterschiedlichen Denkweisen zusammen.

Welche Wege wird die personalisierte Medizin in Zukunft gehen?

Der Trend zur personalisierten Medizin wird sich noch verstärken. Roche richtet mittlerweile alle neuen Projekte darauf aus.

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