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Bis zu 70.000 Erfolgserlebnisse pro Tag

Englisches Arbeitszeugnis (Quelle: fotolia, Autor: igor)

© igor - Fotolia.com

Als Naturwissenschaftler in die Industrie: Da kommt nur Forschung und Entwicklung infrage, oder? Annette Müller-Eppler hat sich dagegen für die Produktionsabteilung entschieden. Im Interview erklärt sie, was man als Betriebsapothekerin bei Roche macht und warum es so spannend ist, die Herstellung von Medikamenten zu dokumentieren.

Was haben Sie studiert und wie kam der Kontakt zu Roche zustande?

Ich habe in Mainz Pharmazie studiert und während meines praktischen Jahres unter anderem in einem Pharmaunternehmen gearbeitet. Das Industrieumfeld hat mir so gut gefallen, dass ich an mein Studium eine Promotion angeschlossen habe. Im Anschluss daran habe ich mich bei Roche beworben. Zunächst habe ich in der Qualitätssicherung begonnen und bin jetzt seit Mai 2014 in der Produktion tätig.

Sie sagten, die Arbeit in der Industrie habe Ihnen als gelernte Apothekerin von Beginn an sehr gut gefallen. Was macht den Reiz eines Industrieunternehmens wie Roche aus?

Man arbeitet interdisziplinär mit verschiedenen Abteilungen und Kollegen unterschiedlichster Fachrichtungen zusammen. Außerdem ist die Tätigkeit wesentlich wissenschaftlicher als in der Apotheke, in der man vor allem Verkäufer ist. Nachdem ich mir beides angesehen habe, habe ich mich für die Industrie entscheiden, da diese meiner Meinung nach vielseitiger ist und gute Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Gerade Roche als führendes Pharmaunternehmen bietet hervorragende Perspektiven.

Welche Position bekleiden Sie aktuell und was sind Ihre Hauptaufgaben?

Ich bin im Moment Betriebsapothekerin in der Pharmaproduktion. Wir haben bei Roche Diagnostics in Mannheim fünf Linien, die parenterale Arzneimittel herstellen. In jeder Linie gibt es einen Betriebsassistenten und einen Betriebsapotheker, die dem Betriebsleiter zuarbeiten. Ich bin unter anderem dafür verantwortlich, Abweichungen zu bewerten, die Chargendokumentation durchzuschauen und bei Änderungen an Anlagen zu prüfen, welchen Einfluss Anpassungen auf unser Produkt haben.

Sie überwachen also, dass die Arzneiprodukte genau so produziert werden, wie es die internen Vorgaben und gesetzlichen Regelungen vorsehen.

Genau. Jeder Schritt des Produktionsprozesses wird dokumentiert und muss nach einer bestimmten Vorgabe ablaufen. Das ist ein sehr komplexes Verfahren mit vollautomatischen Systemen. Sollte es dabei zu Unregelmäßigkeiten kommen, muss man bewerten, welche Konsequenzen sich daraus für die betroffenen Flaschen oder die gesamte Charge ergeben.

Was hat Sie bewogen, in die Produktion zu wechseln?

Ich finde den Bereich total spannend. Wir produzieren große Chargen mit bis zu 70.000 Flaschen pro Tag. Außerdem ist es sehr aufregend und anspruchsvoll, weil man bei jeder unvorhergesehenen Abweichung sofort reagieren muss, um zum Beispiel einen Stillstand der Anlage zu verhindern. Bei all dem versuchen wir stets, die Prozesse zu optimieren, um den gewünschten Output zu erreichen oder sogar zu übertreffen.

Auffällig ist, dass viele Naturwissenschaftler eine Karriere in der Forschung und Entwicklung anstreben. Die Produktion wird hingegen seltener als Wunschabteilung genannt.

Das stimmt, viele möchten gerne in der Forschung und Entwicklung arbeiten. Dabei hat die Produktion einen besonderen Reiz: Man hat jeden Tag ein Erfolgserlebnis, denn man sieht das Ergebnis der eigenen Arbeit: das fertige Arzneimittel, das verkauft werden kann.

Gibt es ein Projekt bei Roche, an das Sie sich besonders gerne erinnern?

Ich durfte in einer Weiterbildung erlernen, wie man über strukturierte Vorgehensweise und statistische Auswertungen bestimmte Probleme bestimmen kann (Green Belt). Im Anschluss hat jeder Teilnehmer ein Projekt bekommen, das er mithilfe der erlernten Tools bearbeiten konnte. Ziel war es, Verbesserungen in der Produktion zu erreichen.

Sind Sie zu einem Ergebnis gekommen?

Ja. Durch das Projekt ist es mir gelungen, Produktionszeit einzusparen. Das ist insofern gewinnbringend, da man dadurch übers Jahr verteilt mehr Chargen herstellen kann. Ein anderes Projekt, das mir viel Spaß gemacht hat, war die Einführung der Produktion eines neuen Arzneimittels an unserer Linie. Es war sehr spannend, von Anfang an dabei zu sein, wenn das Medikament zum ersten Mal in die kommerzielle Produktion geht.

Wenn ein neues Medikament in die Produktion geht, übernehmen Sie gewissermaßen das "Rezept" aus der Forschung und Entwicklung. Wie muss man sich die Zusammenarbeit der verschiedenen Abteilungen bei Roche allgemein vorstellen?

Bei Roche arbeiten die Kollegen aus verschiedenen Abteilungen eng zusammen und stimmen sich regelmäßig ab. Neben der Forschung und Entwicklung und der Produktion gibt es auch noch eine unabhängige, prüfende Einheit, die Qualitätssicherung. Sie kontrolliert jeden Schritt von uns, nach dem Vier-Augen-Prinzip, das auch von den Behörden gewünscht wird. Aber auch die Zusammenarbeit mit unseren Technikern und den Laboren ist sehr intensiv, um den hohen Qualitätsstandard von Roche sicherzustellen.

Sie haben in Ihrer Zeit bei Roche schon viele Bereiche kennengelernt. Was schätzen Sie an der Arbeit im Unternehmen besonders?

Roche tut sehr viel für seine Mitarbeiter. Es gibt ein großes Sportangebot und sogar ein eigenes Fitnessstudio. Die Kollegen treffen sich bei After-Work-Partys oder in der Kantine zum gemeinsamen Mittagessen. Und auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie klappt prima: Man kann halbtags arbeiten und es gibt Kita-Plätze, sodass die Kinder während der Arbeitszeit gut versorgt sind.

Was würden Sie jemandem raten, der mit dem Gedanken spielt, sich bei Roche zu bewerben? Welche "Typen" suchen Sie?

Soft Skills sind bei Roche auf jeden Fall wichtig. Man sollte ein offenes Wesen haben und gerne kommunizieren. Die Arbeit bei uns – gerade in der Produktion – ist nämlich kein reiner Schreibtischjob. Man arbeitet mit sehr vielen Fachabteilungen zusammen und sollte entsprechend neugierig und offen für Neues sein. Überwiegend benötigen wir einen naturwissenschaftlichen oder technischen Studienhintergrund.

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