Partner von:

Uni-Wissen praktisch anwenden

Labor [Quelle: freeimages.com, Autor: 123dan321]

Quelle: freeimages.com, 123dan321

Welche Aufgaben haben angehende Pharmazeuten und Gesundheitsökonomen bei Roche im Praktikum? Wie analysiert man den Arzneimittel-Markt, bevor man ein neues Medikament herausbringt? Elisabeth und Franziska berichten von ihren Praktika bei Roche.

Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrem Praktikum?

Dass ich so viel lerne - unter anderem über die Gesundheitspolitik und die großen Zusammenhänge in der Healthcare-Branche. Das liegt auch an meinen Kollegen, die sich immer Zeit für meine Fragen nehmen. Meine Betreuerin ist super, sie hat mir sehr viel beigebracht. Ich treffe hier bei Roche bei meiner täglichen Arbeit überall Experten, mit denen ich mich austauschen kann.

Was macht die Abteilung "Health Care Systems & Value Management", in der Sie Ihr Praktikum absolvieren?

Die Abteilung besteht aus dem Innen- und dem Außendienst: Letzterer informiert die Kunden, also zum Beispiel Krankenkassen, über die Medikamente von Roche. Ich arbeite im Innendienst, wir recherchieren die nötigen Informationen und erstellen Präsentationen für den Außendienst. Außerdem beobachten wir den Markt und überlegen uns, welche Möglichkeiten Roche darin hat und wie wir unser Geschäft noch ausweiten können.

Wie analysieren Sie den Markt?

Ich selbst habe mich in meinem letzten Projekt zum Beispiel mit dem Krankheitsbild der Schizophrenie beschäftigt. Bei meiner Recherche habe ich mich speziell auf die integrierte Versorgung konzentriert - dabei schließen sich Krankenkassen und unter anderem Pharma-Unternehmen zusammen, um den Patienten optimal zu versorgen. Ich wollte herausfinden, ob Roche ein neues Schizophrenie-Medikament in eine solche integrierte Versorgung mit Krankenkassen einbetten kann.

Zu diesem Zweck habe ich viel im Internet recherchiert, wie so eine Zusammenarbeit funktionieren kann, zum Beispiel bei den Krankenkassen, die auf ihren Websites ihre Projekte beschreiben. Ich habe auch Kontakt aufgenommen mit den Krankenkassen, dem Bundesministerium für Gesundheit und der Gesellschaft für integrierte Versorgung, um noch mehr Informationen zu erhalten. Anschließend habe ich eine Entscheidungsvorlage zusammengestellt, die über die verschiedenen Modelle der integrierten Versorgung informiert.

Und womit beschäftigen Sie sich momentan?

Aktuell bin ich gerade dabei, mich in das Thema Multiple Sklerose einzulesen. Auch hier geht es darum, für ein neues Medikament herauszufinden, ob sich ein großer Versorgungsvertrag lohnen würde oder nicht. Meine Betreuerin hat mir für die Recherche viel Material gegeben, und auch im Internet finde ich hierzu wieder viele Informationen.

Inwiefern hat Sie Ihr Studium der Gesundheitsökonomie auf Ihre Aufgaben im Praktikum vorbereitet?

Mein Studium vermittelt mir Grundlagenwissen, zum Beispiel zur Gesundheitspolitik – gerade das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz ist zur Zeit sehr wichtig. Ich habe auch schon einiges über das Zusammenspiel der Akteure im Gesundheitswesen gelernt. Dieses Wissen ist jetzt im Praktikum sehr nützlich. Viel von dem Gelernten kann ich jetzt in der Praxis anwenden; das bringt mir wiederum auch viel für mein Studium. Ich finde die Wechselwirkung zwischen Studium und Praktikum prima – ich profitiere von beidem. Es ist zum Beispiel interessant zu sehen, wie die Akteure im Gesundheitswesen in der Praxis miteinander umgehen und wie ein so großer Pharma-Konzern funktioniert.

Sie sind aktuell "Pharmazeutin im Praktikum" – wieso haben Sie sich für diese Station für Roche entschieden?

Als Pharmaziestudentin habe ich nach dem zweiten Staatsexamen die Gelegenheit, ein Jahr Praktika zu machen. Sechs Monate davon verbringt man in einer Apotheke, für die restliche Zeit kann man frei entscheiden. Ich wollte sehr gerne ein Praktikum in der Industrie absolvieren, am liebsten in einem großen Pharma-Unternehmen. Über eine pharmazeutische Zeitung bin ich auf eine Stelle bei Roche gestoßen.

Was mich dabei besonders angesprochen hat, war der Umstand, dass in der Stellenausschreibung nicht die "klassischen" Aufgaben für Pharmazeuten ausgeschrieben wurden, sondern eine Tätigkeit im Marketing. Mich hat es interessiert, die Brücke zu schlagen zwischen pharmazeutischem Wissen einerseits und wirtschaftlicher Tätigkeit andererseits.

Welche Aufgaben übernehmen Pharmazeuten bei Roche?

Es gibt viele Einsatzbereiche für Pharmazeuten bei Roche. Typische Stellen finden sich zum Beispiel in der Qualitätssicherung, in der Produktion von Arzneimitteln, der Qualitätskontrolle, in Forschung und Entwicklung, in der Registrierung und Zulassung von Medikamenten oder auch im Market Access oder in der Arzneimittelsicherheit.

Können Sie eines Ihrer Projekte schildern?

Ich arbeite im Marketing der Business Unit "Psychiatrie" und beschäftige mich viel mit kognitiver Verhaltenstherapie bei Schizophrenie. Dort wird in letzter Zeit verstärkt Computersoftware eingesetzt, denn ein großes Problem in der Psychiatrie ist es, den Kontakt mit dem Patienten zu halten. Die Software hilft dem Patienten dabei, die Therapie durchzuhalten und regelmäßig zum Arzt zu gehen. Ich habe recherchiert, ob Roche ein derartiges Programm begleitend zu einem neuen Schizophrenie-Medikament einsetzen könnte. Außerdem habe ich einen Fragebogen entworfen, mit dem Außendienst-Mitarbeiter die Versorgungstruktur von Psychiatern erfassen können.

Was gefällt Ihnen am meisten an Ihrem Praktikum?

Kein Tag ist wie der andere, ich bearbeite ganz verschiedene Aufgaben. Manche davon sind sehr pharmazeutisch, so lerne ich auch fachlich viel dazu. Aber ich bekomme auch Einblick in wirtschaftliches Arbeiten im Team. Ich finde es sehr spannend zu sehen, wie ein Produkt entsteht. Außerdem gefällt mir, dass ich auch andere Abteilungen von Roche kennenlerne. Ich konnte ein paar Tage in der Medical Information mitarbeiten, in der die Anfragen von Ärzten und Patienten zu Roche-Medikamenten beantwortet werden. Und auch extern konnte ich Erfahrungen sammeln: Ich habe für zwei Tage in einer Psychiatrie hospitiert.

Gibt es etwas, dass Sie bei der Arbeit überrascht hat?

Mich hat überrascht, dass ich innerhalb kürzester Zeit ein vollwertiges Team-Mitglied war. Ich habe meine eigenen Projekte übernommen und habe schnell eigenverantwortlich gearbeitet. Meine Kollegen nehmen sich immer Zeit für meine Fragen und schätzen meine Arbeit - das freut mich sehr.

Wie geht es nach dem Praktikum für Sie weiter?

Ich absolviere anschließend meine Apotheken-Station. Danach würde ich gerne versuchen, in der Industrie Fuß zu fassen, denn meine Arbeit hier bei Roche gefällt mir sehr gut. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich hier einsteigen könnte.

nach oben
Das könnte dich auch interessieren