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Roche-Dienstleistungen für die Spanier des Nordens

Dänemark [Quelle: freeimages.com, Autor: BeverlyLRa]

Quelle: freeimages.com, BeverlyLRa

Tilman ist bei den 'Spaniern des Nordens' gelandet - seine Auslandsstation im Trainee-Programm verbringt er in Dänemark. Dort führt er einen neuen Service von Roche in Krankenhäusern und Laboren ein und lernt das Gesundheitswesen in Skandinavien kennen.

Warum haben Sie sich für das Management-Start-Up-Programm bei Roche entschieden?

Im Newsletter von e-fellows.net habe ich die Ankündigung eines Leadership-Seminars von Roche entdeckt, das sehr spannend klang. Ich war gerade dabei, meine Promotion zum Thema strategisches Management im Gesundheitswesen zu beenden und hatte vor, mir danach einen Job im Gesundheitswesen zu suchen. Also nahm ich am Workshop teil und stellt dort fest, dass die Führungsprinzipien von Roche gut mit meinen Vorstellungen übereinstimmen. Auch die Roche-Mitarbeiter waren mir sehr sympathisch und die Produkte spannend. Deshalb habe ich mich für das Management-Start-Up-Programm mit Schwerpunkt Marketing und Sales beworben und bin auch ausgewählt worden.

Welche Aufgaben haben Sie?

Für ein Projekt im strategischen Marketing habe ich zum Beispiel eine Kundenklassifikation erstellt, mit der das Controlling, der Außendienst und das Marketing arbeiten können. Ziel war es, herauszufinden, welche Kunden man am besten ansprechen soll. Zunächst habe ich Vertreter aus den drei Teams zusammengebracht, mit ihnen Ziele festgelegt und mir überlegt, wie man diese erreichen kann. Anschließend habe ich ein Konzept für die Kundenklassifikation entworfen, es umgesetzt und die Mitarbeiter dabei unterstützt, die Ergebnisse anzuwenden. Das Marketing sollte die Klassifikation zum Beispiel benutzen, um neue Marketingmaßnahmen darauf aufzubauen. Die größte Änderung betraf den Außendienst – er musste nun teilweise andere Kunden besuchen.

Momentan sind Sie für Ihre Auslandsstation in Dänemark – welche Projekte übernehmen Sie dort?

Ich führe hier eine Dienstleistung für Krankenhäuser und große Labore ein, die Roche in anderen Ländern schon anbietet. Dafür muss ich herausfinden, wie man diesen Service für den dänischen Markt anpassen kann. Das ist für mich sehr spannend, weil ich das dänische Gesundheitswesen erst besser kennenlernen muss. Zu diesem Zweck habe ich Interviews mit Roche-Kunden geführt, zum Beispiel mit Laborleitern und Krankenhauschefs. Ich wollte herausfinden, wie aufgeschlossen die Kunden für unseren neuen Service sind. In Dänemark ist der Kosten- und Qualitätsdruck im Gesundheitswesen sehr hoch. Das System ist gerade im Wandel, die kleinen Krankenhäuser werden zu großen "Super Hospitals" zusammengelegt, die nach den Bedürfnissen von Ärzten und Patienten neu gebaut werden.

Was unterscheidet das Arbeitsleben in Dänemark von dem in Deutschland?

Was Roche angeht: Der Standort in Kopenhagen ist mit ungefähr 90 Mitarbeitern deutlich kleiner als die deutschen Niederlassungen. Insofern geht es hier sehr familiär zu. Typisch dänisch ist, dass die Büros sehr gemütlich eingerichtet sind, es werden Kerzen angezündet – das wäre in Deutschland gar nicht erlaubt. Die Atmosphäre hier im Büro in Kopenhagen ist nett und sehr freundlich, allerdings trennen die Dänen mehr zwischen Beruf und Privatleben. Man verbringt privat weniger Zeit mit Kollegen als in Deutschland. Der Arbeitstag beginnt gegen 8 Uhr und endet gegen 16 Uhr. Die Menschen arbeiten hier sehr effizient und machen zum Beispiel nur 20 Minuten Mittagspause.

Wie lebt es sich in Skandinavien?

Ich kenne Skandinavien schon ganz gut, weil ich in Schweden studiert und in Norwegen promoviert habe. Die Dänen sind die "Spanier des Nordens" – sie gehen mehr aus sich heraus als die anderen nordischen Nationen. Roche kümmert sich sehr gut um mich und hat mir eine Wohnung in guter Lage vermittelt, die super ausgestattet ist.

Was war im Programm bisher die größte Herausforderung für Sie?

Letztes Jahr waren meine Trainee-Kollegen aus Marketing und Sales und ich an einem strategischen Projekt beteiligt - der Auftrag dafür kam direkt von der Geschäftsführung. Wir sollten uns überlegen, wo die zukünftigen Wachstumschancen für Roche in Deutschland liegen könnten. Zusammen mit Führungskräften haben wir Trainees Ideen ausgearbeitet und der Geschäftsführung vorgestellt. Die große Herausforderung war, sich schnell einen Überblick über Roche zu verschaffen – denn zu diesem Zeitpunkt habe ich erst ein Dreivierteiljahr im Unternehmen gearbeitet. Und da ich das Projekt zusätzlich zu meinen anderen Aufgaben übernommen habe, war auch das Zeitmanagement nicht ganz einfach. Umso schöner ist es, jetzt zu sehen, wie unsere Ideen umgesetzt werden und das Unternehmen voranbringen.

Bereitet Sie das Trainee-Programm auf Management-Aufgaben vor?

Ja, auf jeden Fall. Durch die vielen verschiedenen Stationen erlebt man viele Vorgesetzte und sehr unterschiedliche Führungsstile. Auf diese Art kann ich mir ein gutes Bild davon machen, wie ich selbst später mal ein Team leiten möchte. Die Projekte, die ich übernehme, sind wirkliche Management-Projekte, die ich gemeinsam mit Führungskräften bearbeite und bei denen ich die Rolle des Projektmanagers übernehme. Das bedeutet auch, dass ich schon jetzt eine Führungsrolle einnehme, ohne die entsprechende hierarchische Position zu haben. Wenn man das trainiert und es schafft, die Kollegen für die Projekte zu begeistern, dann schafft man das später auch in einer Führungsposition. Zusätzlich nehmen wir Trainees auch an vielen internen Trainings teil, die uns auf die Übernahme von Führungsaufgaben vorbereiten. Außerdem bekomme ich durch das Programm ein gutes Netzwerk bei Roche. Aber natürlich muss man auch sagen, dass einen das Programm nicht automatisch in eine Führungsposition befördert – da kommt es schon auf das eigene Engagement an.

Welche Unterschiede gibt es zwischen dem Direkteinstieg und dem Trainee-Programm?

Beide Wege haben ihre Vorteile. Wenn man sich schon sicher ist, in welchem Bereich man arbeiten möchte, dann ist der Direkteinstieg eine gute Wahl. Auch dort nimmt man an Weiterbildungen und Seminaren teil. Wenn man später eine Führungsposition einnehmen und ein eher breites Aufgabengebiet haben möchte, sollte man sich eher für das Management-Start-Up-Programm entscheiden. Das bedeutet aber nicht, dass man im Management-Start-Up-Programm gleich zu Beginn nur Management-Aufgaben übernimmt – dafür fehlt einem direkt nach dem Studium noch das Wissen. Es gibt auch noch den Einstieg über das Expert Start Up Programm, was auf eine Expertenlaufbahn vorbereitet. Auch dieser Einstieg lässt die Wege für eine spätere Führungsaufgabe offen.

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