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Als Arzt in der forschenden Pharmaindustrie

Doktor [Quelle: freeimages.com, Autor: Kurhan]

Quelle: freeimages.com, Kurhan

Welche Möglichkeiten hat man als Arzt in einem Pharmaunternehmen? Das fragte sich auch Dr. Christoph Köhler - und findet es nun im Trainee-Programm bei Roche heraus. Teil des Programms ist auch eine Station in der Finance-Abteilung - warum das so ist, verrät Christoph im Interview.

Warum haben Sie sich für das Management Start Up Programm entschieden?

Bevor ich zu Roche kam, habe ich sechs Jahre lang in New York gelebt und an der Albert Einstein School of Medicine im Bereich Hepatologie geforscht. Aus familiären Gründen wollte ich dann wieder nach Deutschland zurückkehren. Wichtig war mir, weiterhin klinisch und forschungsnah zu arbeiten und Erfahrung im Projektmanagement zu sammeln. Ich habe mich umgesehen und festgestellt, dass das Management Start Up Programm für mich in Frage kommt, weil es genau diese Anforderungen erfüllt. Die Pharmabranche war für mich bis dahin unbekanntes Terrain. Auch deshalb hat mir das Programm zugesagt, denn so werde ich langsam in verschiedene Tätigkeitsfelder eingeführt und kann mir einen sehr guten Überblick über die Möglichkeiten verschaffen, die man als Arzt in der Pharmaindustrie hat.

War es schwer, New York mit Grenzach einzutauschen?

Ich habe in New York in der Bronx gewohnt - in Grenzach schläft man doch ruhiger. Grenzach bietet einiges, die direkte Nähe zur Natur, europäisches Flair im Dreiländereck, man ist schnell in der Schweiz und in Frankreich. Langfristig werde ich wohl in Freiburg wohnen, das ist nicht weit weg. Praktisch ist auch, dass wir hier ganz in der Nähe des Roche-Hauptsitzes Basel sind. Man kann mit dem Rad zu Meetings dort fahren und falls man sich international weiterentwickeln will, muss man nicht direkt umziehen.

Wie war Ihr Einstieg bei Roche?

Es war ein sehr angenehmer Einstieg. Alle neuen Mitarbeiter bekommen in einer "Startwoche" umfangreiche Schulungen. Dabei habe ich bereits viele Kollegen kennengelernt. Dann habe ich meine Arbeit im Bereich Medical Affairs begonnen. Meine Kollegen waren sehr hilfsbereit und haben mich prima unterstützt. Von anderen Jobs kannte ich das anders, da musste man sich die Infos zusammensuchen und der Start war eher holprig.

Sie arbeiten im Bereich Medical Affairs – was macht man dort?

Zu Medical Affairs gehören verschiedene Abteilungen, zum Beispiel die Arzneimittelsicherheit, Clinical Operations, dort werden klinische Studien betreut, die Zulassungsabteilung, das Medical Management und andere. In meinem Trainee-Programm lerne ich verschiedene Abteilung von Medical Affairs kennen.

In welchen Abteilungen haben Sie bisher schon gearbeitet?

Gestartet habe ich in der Medical Information. Diese Abteilung stellt Ärzten, Apothekern und Patienten medizinisch-wissenschaftliche Informationen zu Medikamenten zur Verfügung. Eine sehr spannende Arbeit, bei der man die unterschiedlichsten Anfragen von Ärzten und Patienten zu beantworten lernt. Das war ein guter Einstieg, weil ich so schnell in die umfangreiche Produktpalette eingeführt worden bin und zahlreiche Schnittstellen im Haus kennengelernt habe.

Anschließend war ich in der Abteilung Clinical Operations. Dort habe ich den kompletten Prozess der Organisation klinischer Studien kennengelernt. Vom Einreichen des Vorhabens bei den Behörden über das Suchen und Prüfen von Studienzentren bis zum Abschluss einer Studie. Ich habe bei mehreren Studien gleichzeitig mitgeholfen, so konnte ich mir einen guten Überblick über die unterschiedlichen Studienphasen verschaffen. Es war sehr spannend, an der Betreuung von klinischen Studien mitzuarbeiten, ich habe viel dazugelernt, auch was Compliance und Regularien angeht.

Welche Projekte hatten Sie in der Abteilung Clinical Operations?

Für die klinischen Studien arbeiten wir mit Prüfzentren zusammen, also mit Ärzten und Studienpersonal in Kliniken oder Praxen. Für ihre Mitarbeit erhalten die Prüfzentren eine Aufwandsentschädigung. Ich habe mich an der Entwicklung eines Tools beteiligt, mit dem anhand der Gebührenordnung für Ärzte errechnet wird, wie eine angemessene Aufwandsentschädigung der Prüfzentren aussehen könnte.

Wo arbeiten Sie aktuell?

Momentan arbeite ich im Bereich Finance. Als Mediziner ist das natürlich Neuland für mich. Aber ich muss mich in diesem Bereich auskennen, das ist wichtig für meine spätere Arbeit. Anschließend werde ich noch den Bereich Medical Management durchlaufen. Das Medical Management betreut die Roche-Produkte strategisch, und zwar aus medizinischer Sicht. Alle meine vorherigen Stationen sind fachlich relevant für meine Arbeit im Medical Management.

Waren Sie überrascht, dass Sie plötzlich in der Finance-Abteilung gelandet sind?

Am Anfang war ich schon überrascht, was in dem Programm alles auf mich zukommt. Aber die Abteilungsleiter wissen, dass man als Mediziner kein betriebswirtschaftliches Vorwissen hat, und führen einen langsam an die Aufgaben heran. In den drei Monaten, die ich hier arbeite, kann ich natürlich nicht die komplette Tiefe des Controllings verstehen. Aber ich lerne, wie die Abteilung tickt und lerne, die Daten zu interpretieren.

Welche Projekte übernehmen Sie?

Ich unterstütze die Abteilung beim Business Review: Wir sammeln relevante Kennzahlen und planen die strategische Ausrichtung für das nächste Jahr. Gerade beschäftige ich mich mit Studienbudgetierung. Es ist wichtig, für klinische Studien das Budget richtig zu planen - dabei handelt es sich um keine kleinen Beträge. Um das zu berechnen, gibt es in der Finance-Abteilung ein eigenes Tool – das lerne ich gerade kennen. Mein Wissen über das Tool wird mir auch bei meiner späteren Arbeit helfen.

Was macht Ihnen bisher am meisten Spaß bei Ihrer Arbeit?

Es ist ein gutes Gefühl, dass man Patienten helfen kann. Man ist und bleibt Arzt. Unsere Medikamente retten Menschenleben - ich finde es toll, dass ich dazu einen Beitrag leiste. Am Trainee-Programm gefallen mir die offene Atmosphäre und die Vielfalt der Aufgaben. Außerdem legt Roche viel Wert auf die Mitarbeiter-Entwicklung – das kannte ich so aus Klinik und Forschung nicht. Ich lerne im Management Start Up Programm viel kennen und kann mich ausprobieren.

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