Partner von:

Besser einkaufen mit Ingenieuren

Einkaufswagen [Quelle: freeimages.com, Autor: Poem]

Quelle: freeimages.com, Poem

Wieso sind Ingenieure die besseren Einkäufer? Was macht ein Ingenieur in der Entwicklung bei Roche? Und wieso kann ein Ingenieur bei der Arbeit für den Kundendienst aufgehen? Drei Ingenieure erklären, wie ihre Arbeit bei Roche Diagnostics aussieht.

Was genau machen Sie bei Roche?

Ich bin in der Entwicklung tätig und für Aufreinigungsprozesse zuständig. Wir kümmern uns darum, dass die Antikörper, die wir gegen verschiedene Krankheiten entwickeln, möglichst rein sind, damit sie als Medikament später im Menschen keine unerwünschten Nebenwirkungen zeigen.

Wie funktioniert das?

Wir nutzen dafür unterschiedliche Arten von Chromatographie: Vereinfacht gesagt binden wir die Antikörper an Kügelchen, sorgen dafür, dass alles außer dem Antikörper "durchrutscht" und holen den gereinigten Antikörper dann wieder vom Kügelchen herunter. Wir erhalten neue Projekte meist aus der Forschung und müssen uns dann erst einmal Reinigungsverfahren entwickeln, die wir der Produktion übergeben können.

Und wo kommt der Roboter ins Spiel?

Unser Job besteht auch viel aus Programmierarbeit. Wir arbeiten mit Maschinen, die meist Software-gesteuert sind. Um neue Verfahren zu entwickeln, müssen entweder vorhandene Programme geändert oder neue geschrieben werden. Wenn die Roboter dann richtig programmiert sind, führen sie viele Aufreinigungsschritte parallel durch. Das spart unheimlich viel Zeit, da wir so viele Bedingungen gleichzeitig testen können. So ein Projekt kann dann schon mal ein oder zwei Jahre dauern.

Wollten Sie immer schon in einem Healthcare-Konzern arbeiten?

Ursprünglich hatte ich überlegt, Medizin zu studieren, daher war mir der Pharma-Bereich schon immer recht nahe. Als ich dann als Zivi im Operationssaal stand, wurde mir klar, dass ich nicht Arzt werden, mich aber trotzdem mit Medizin beschäftigen möchte. Ich habe dann schließlich Biotechnologie studiert. Das Schöne ist einfach, dass man weiß, wofür man arbeitet. Es ist toll, wenn ich Menschen treffe, die durch ein Medikament von Roche geheilt wurden.

Was tun Sie bei Roche?

Ich arbeite im Strategischen Einkauf und bin damit an der Entwicklung von neuen Produkten beteiligt. Ich suche Entwicklungs- und Produktionspartner für unsere Produkte. Ich bin speziell für den Geschäftsbereich Diabetes Care zuständig, da suchen wir zum Beispiel nach Partnern für neue Designvorschläge für Blutzucker-Meßgeräte. Außerdem recherchiere ich neue Entwicklungen in der Branche und bei Lieferanten.

Wieso muss dabei ein Ingenieur für den Einkauf zuständig sein?

Bei den Blutzucker-Meßgeräten ist das Design wichtig. Zum einen entscheidet das Design maßgeblich die späteren Produktherstell-Kosten und zum anderen müssen Anforderungen der Patienten im Design berücksichtigt werden. Diabetes-Patienten zum Beispiel sehen oft schlecht - das Display muss also stark und kontrastreich sein. Als Ingenieurin kann ich besser einschätzen, welche Technologien zu unseren Produkten passen - technisch und was die Kosten angeht.

Viele Ingenieure möchten ja in die Automobil-Industrie - war das bei Ihnen auch so?

Ja, das hatte ich auch überlegt. Ich war gerade für ein Praktikum bei einem Automobil-Hersteller in China, als ich durch meinen Mentor auf Roche als Arbeitgeber aufmerksam wurde. Ich dachte damals, dass ein Healthcare-Unternehmen eigentlich eher nach Chemikern und Biologen sucht, für die Arzneimittel-Herstellung. Mein Mentor informierte mich dann, welche Möglichkeiten es bei Roche gibt - mit dem Ergebnis, dass ich direkt nach China für meine Diplomarbeit zu Roche gegangen bin.

Wieso?

Ich sehe größeren Sinn bei meiner Tätigkeit jetzt als bei der Arbeit für einen Automobilhersteller. Da geht es eben nicht um die Entwicklung eines neuen Außenspiegels, sondern um Produkte, mit denen man Menschen helfen kann. Außerdem ist unsere Arbeit hier sehr interdisziplinär - dieses Zusammenspiel ist spannend.

Haben Sie einen Tipp für die e-fellows?

Sie sollten nicht schüchtern sein und ihre Kontakte nutzen. Das Mentorenprogramm zum Beispiel nimmt Roche sehr ernst. Bei den Mentoren kann man sich als Student schnell und einfach informieren - diese Gelegenheit sollte man auch nutzen.

Wie sieht es mit Wechselmöglichkeiten innerhalb von Roche aus?

 Nun ja - mein erster Arbeitstag in einer neuen Abteilung bei Roche beginnt morgen. Ich bin dann Gruppenleiterin in der globalen Logistik und zuständig für Betreuung von Kunden im weltweiten Ersatzteilgeschäft für Diagnose-Systeme. Roche fördert den Wechsel innerhalb des Unternehmens - und so gibt es Kollegen bei uns, die schon 20 Jahre und länger dabei sind. Langweilig ist denen bisher offensichtlich nicht geworden.

Wie sieht Ihre tägliche Arbeit bei Roche aus?

Ich arbeite im Global System Support bei Roche Diagnostics in Mannheim. In Zusammenarbeit mit Hitachi produzieren wir das Gerät Cobas 8.000, ein Blutanalyse-Gerät für Labors und Universitäten. Wir von Roche vertreiben das Gerät an Unis und Labors, installieren es und trainieren die Kunden für die Bedienung. Der Global System Support ist sozusagen das Bindeglied zwischen Hersteller und Kundenservice. Wir trainieren unsere Kollegen im Außendienst und sorgen dafür, dass sie das Gerät bedienen, warten und erklären können.

Eine ungewöhnliche Aufgabe für einen Ingenieur, oder? Da entwickeln Sie ja gar nicht selbst?

Nun ja, so ungewöhnlich ist sie nicht, ein Ingenieurstudium ist eine wichtige Voraussetzung für meinen Job. Und wir entwickeln zwar nicht selbst in meiner Abteilung, aber wir geben dem Hersteller wichtiges Feedback, was am Gerät noch nicht optimal funktioniert und was sich in der Praxis bewährt. So kann ich Einfluss auf das Produkt nehmen.

Was ist das Besondere an Ihrer Arbeit?

Mein Job ist spannend, weil ich so eng mit dem Hersteller zusammenarbeite, da kann man gegenseitig viel voneinander lernen. Außerdem ist es interessant, mit Kollegen aus so vielen verschiedenen Ländern zusammenzuarbeiten. Für die Trainings kommen Mitarbeiter aus aller Welt nach Mannheim, zum Beispiel aus Australien und Saudi-Arabien - das ist wirklich eine internationale Atmosphäre. Und ich selbst reise auch öfter - ich war zum Beispiel schon drei Mal in Japan bei Hitachi.

War Roche für Sie schon im Studium ein potenzieller Arbeitgeber?

Ich habe Medizintechnik in Gießen studiert und habe zu Beginn meines Studiums wenig über Roche gewusst. Pharma und Diagnostica waren für mich Chemie, und ich wollte nicht im Labor landen. Ich wusste nicht, dass Roche auch Diagnose-Geräte vertreibt. Aber während einer Karriereveranstaltung wurde ich dann auf Roche aufmerksam und begann gleich nach meinem Studium im Außendienst. Das war gut, um Praxis zu sammeln und die täglichen Abläufe beim Kunden mitzubekommen.

Was hat Sie beim Einstieg bei Roche überrascht?

Das der Konzern so riesig ist - beim Einstieg bekam ich einen Einarbeitungsplan, der mir einen Überblick über die Struktur von Roche verschaffen sollte. Das war wirklich imposant. Und dadurch, dass das Unternehmen so groß ist, stehen einem alle Möglichkeiten offen, wenn man sich weiterentwickeln möchte.

nach oben
Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren