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1.800 Teststreifen in einer Minute

Karte [Quelle: freeimages.com, Autor: omar_franc]

Quelle: freeimages.com, omar_franc

Die Blutzuckermesssysteme von Roche Diabetes Care fordern das Ingenieur-Team immer wieder heraus. Die Mannheimer bieten maßgeschneiderte Lösungen für komplexe Produktionsmaschinen. Für Roche in Indianapolis haben die Ingenieure Anlagen entwickelt, die Teststreifen schneller denn je schneiden und in ein neu entwickeltes Teststreifen-Magazin abfüllen. Nach nur 18 Monaten Entwicklungszeit gingen die ersten beiden Maschinen im Oktober von Roche in Mannheim auf die Reise nach Amerika.

Im Jahr 2009 fragten die Kollegen aus Indianapolis bei den deutschen Ingenieuren nach einer Lösung zum Befüllen der neuen innovativen Teststreifen-Magazine. Die kleine schwarze Box, "designed by Roche", sollte 50 Teststreifen aufrecht nebeneinander staffeln und so die Entnahme für den Kunden deutlich erleichtern. Die Herausforderung lag in der extremen Messgenauigkeit der Teststreifen, die Roche den Patienten garantiert. Das erfordert Feinarbeit beim Zuschneiden und Verpacken. Eine maximal-Abweichung von 0,15 Millimetern ist erlaubt, Kratzer oder andere Beschädigungen sind ausgeschlossen.

Zwei Prototypen entstehen

Ein Jahr später liefen in Mannheim die Tests an. "Wir halten hier ein komplettes Entwicklungstechnikum vor", erklärt Projektleiter Ralf Dagenbach. "Auch Simulationen sind möglich, sodass sich unsere Auftraggeber jederzeit ein Bild von der Neuentwicklung machen können." Das überzeugte die Kollegen aus Indianapolis: Im Frühjahr 2011 beauftragten sie die Mannheimer Spezialisten mit der Konstruktion zweier Prototypen.

Machbarkeitsstudien und Designfragen

In den folgenden eineinhalb Jahren haben gut zehn Kollegen von Diabetes Care, Professional Diagnostics und der Produktionstechnik in Mannheim gemeinsam an der Lösung gearbeitet. Ralf Dagenbach und sein Team analysierten die Ergebnisse aus den Machbarkeitsstudien, Chefkonstrukteur Egon Humbek löste die Designfragen und kombinierte Standardelemente mit selbst entwickelten Baugruppen, die zum großen Teil im Prototypenbau in Mannheim gefertigt wurden.

1.800 Schnitte pro Minute

Für die Programmierung der Anlage war Dennis Hammann mit seinen Kollegen aus der Automatisierungstechnik verantwortlich. Parallel begleiteten etwa zehn Kollegen aus Indianapolis die Entwicklung. "Die Verzahnung mit dem Business-Partner in Amerika war sehr eng", meint Karl-Heinz Kleimeier, Leiter der Produktionstechnik. Schritt für Schritt verfolgten die Auftraggeber mit, wie Projektleiter Ralf Dagenbach und sein Team zwei maßgeschneiderte Prototypen schufen. "Die Anlagen im Wert von 2,8 Millionen Euro sind mit 1.800 Schnitten pro Minute konkurrenzlos schnell", erklärt Ralf Dagenbach. "Unser Modell bietet über 50 Prozent mehr Leistung als Anlagen externer Anbieter, denn wir sind auf Hochgeschwindigkeitsmaschinen fokussiert."

In zwei Wochen nach Übersee

Auch der Transport in die USA ging schnell: Innerhalb von zwei Wochen waren die Maschinen installiert. Jetzt geht es an die Entwicklung der nächsten Produktionsmaschinen. Außerdem möchte das Mannheimer Ingenieur-Team nun auch andere Standorte für weitere Kooperationen gewinnen.

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