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Von der Projekt- in die Führungslaufbahn

Wandel [Quelle: pixabay.com, Autor: geralt]

Quelle: pixabay.com, geralt

"Jede Herausforderung zu seiner Zeit", meint Armin von Kalkstein. Gut, dass er bei Roche die Wahl hat und problemlos die Laufbahn wechseln kann. So wird einem auch nach 25 Jahren im Unternehmen nicht langweilig.

Herr von Kalkstein, warum haben Sie sich bei Ihrem Berufseinstieg für die Projektlaufbahn entschieden?

Ich wusste als junger Ingenieur zumindest, was ich nicht wollte - und zwar, als Spezialist arbeiten, womit die Fachlaufbahn schon einmal wegfiel. Eine generalistische, weniger detailverliebte Tätigkeit schien mir wesentlich reizvoller. So erregte eine Stellenanzeige als Projektmanagement-Assistent meine Aufmerksamkeit.

Wie ging es danach weiter?

Nach rund zweieinhalb Jahren übernahm ich meine erste Projektleitung, was gleich ein 100-Millionen-Projekt war: Ich realisierte ein neues Logistikzentrum am Standort Mannheim. Nach einem Abstecher im Bereich Projektmanagement-Beratung für R&D-Diagnostics-Projekte folgten weitere Engineering-Projekte: An unserem Standort in Penzberg plante ich ein neues Laborgebäude, wieder zurück in Mannheim leitete ich unter anderem einen Pharma-Neubau für das Projekt der Pharma-Sterilproduktion "Needle free Injection". Diese NFI-Technologie war einmalig und innovativ. Die parallele Entwicklung des Produkts und der Produktionsmaschinen, also Simultaneous Engineering, war die Herausforderung für alle Beteiligte. Daneben hatte ich die Gesamtprojektleitung eines Diabetes Care Projektes. Die Schnelligkeit der Umsetzung sowie der hohe Weiterentwicklungsanteil am Produkt machten es neben dem NFI-Projekt zu einem meiner spannendsten Projekte überhaupt. Irgendwann kam der Punkt, an dem es auf Projektebene nicht mehr höher oder größer ging. Da wollte ich den nächsten Schritt machen …

… und da haben Sie auf eine Führungsposition gewechselt?

Ja. Ich hatte zwar als Projektleiter fachlich schon Teams geführt, war aber nicht für die Einstellungen und die Mitarbeiterförderung verantwortlich. Da war eine disziplinarische Führungsaufgabe der nächste logische Schritt. So wechselte ich auf die Position als Abteilungsleiter für Bau- und Gebäudetechnik, die ich bis heute innehabe.

Welche Aufgaben hat Ihre Abteilung?

Wir sind zuständig für die Planung und Realisierung von Neu- und Umbauten am Standort Mannheim. Meine Mitarbeiter kommen aus unterschiedlichen Ingenieursdisziplinen, zum Beispiel Architektur, technische Gebäudeausrüstung, Elektrotechnik und Gebäudeautomation. Teilweise arbeiten wir aber auch mit externen Planungsbüros zusammen. Eine meiner Aufgabe ist es, die Mitarbeiter zu entwickeln und zu fördern, die in den einzelnen Projekten arbeiten.

Haben Sie nie daran gedacht, das Unternehmen zu wechseln?

Das war nie nötig. In den 15 Jahren, in denen ich Projekte abwickelte, hatte ich stets wechselnde Herausforderungen und mit neuen, interessanten Menschen zu tun. Selbst wenn ich heute das gleiche Gebäude noch einmal bauen würde, wäre es allein schon aufgrund der anderen Zusammensetzung des Teams ein völlig unterschiedliches Projekt. Und jetzt in meiner Führungsposition schätze ich sehr, dass mir alle Möglichkeiten offenstehen, um Mitarbeiter zu entwickeln: Ich kann am Standort selbst aus enormen Weiterbildungsmöglichkeiten schöpfen oder die Mitarbeiter an einen anderen Standort vermitteln  - auch international - wenn sie dies wünschen. Wenn ein Mitarbeiter mir sagt, er würde gerne in China arbeiten, dann telefoniere ich mit meinen Kollegen vor Ort und versuche eine Lösung zu finden. Bisher waren die Wünsche meiner Mitarbeiter immer umsetzbar. Diese Möglichkeiten gelten für mich selbst natürlich auch, sollte es mir als Abteilungsleiter für Bau- und Gebäudetechnik wider Erwarten langweilig werden.

In welcher Hinsicht mussten Sie sich bei Ihrem Wechsel auf die Führungslaufbahn umgewöhnen?

Der größte Unterschied ist, dass ein Projekt einmalig ist und einen Anfang und ein Ende hat. Meine jetzige Führungsaufgabe ist viel langfristiger ausgelegt: Ich setze mir strategische Ziele und entwickle die Organisation langfristig weiter. Beides ist sehr interessant, aber eben jeweils zu seiner Zeit. Wenn man eine Sache zu lange macht, tritt man auf der Stelle.

Was raten Sie jungen Ingenieuren, die sich nicht schlüssig sind, welche der Laufbahnen sie einschlagen sollen?

Wichtig ist, sich schon im Studium möglichst viel umzusehen. Machen Sie Praktika und achten Sie darauf, in den Praktika viele verschiedene Abteilungen kennenzulernen. Sollten Sie dann noch unschlüssig sein, hilft oft das Ausschlussverfahren: Fragen Sie sich, was Sie keinesfalls machen wollen. Wenn sie für alles offen sind oder noch unentschieden, empfehle ich, zunächst einmal eine Fachlaufbahn einzuschlagen und peu à peu in Projekten mitzuarbeiten, um ein Gefühl dafür zu bekommen, was einem am meisten Spaß macht. Dann können Sie - zumindest bei Roche - immer noch die Laufbahn wechseln. Oder aber Sie entscheiden sich gleich für den Einstieg über ein Trainee-Programm, in dem Sie ohnehin verschiedene Abteilungen durchlaufen.

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