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Die Begeisterung im Team spüren

Aufschwung, Karriere, Inhouse Consulting Allianz [Quelle: freeimages, Autor: asifthebes]

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Wie schafft man es, sein Team zu motivieren? Was für ein Chef möchte ich sein? Und wie viel Freizeit bleibt mir eigentlich in einer Führungsposition noch? Andreas Speier, Leiter Mechanik bei Roche, berichtet von seinen Erfahrungen - und warum ihm Werkstattführungen am meisten Spaß machen.

Was macht Sie als Chef aus?

Mir ist es wichtig, meinen Mitarbeitern zu vermitteln, dass ich ihre Arbeit wertschätze und dass sie mir als Menschen wichtig sind. Dafür muss man nah an den Kollegen dran sein und sich Zeit für sie nehmen. Das ist nicht immer einfach, aber entscheidend. Außerdem sollte man eine gewisse Klarheit mitbringen, sowohl bei der strategischen Ausrichtung der Abteilung, als auch in der Kommunikation. Außerdem möchte ich die Eigenverantwortung meiner Mitarbeiter fördern, denn da steckt riesiges Potenzial dahinter.

Wie machen Sie das?

Ich gebe meinen Mitarbeitern viel Freiraum. Natürlich stecke ich den Rahmen ab und mache klar, wer welche Entscheidungskompetenzen hat. Aber ich möchte sie systematisch dazu befähigen, ihren Spielraum zu nutzen. Da geht immer mehr, als man eigentlich denkt. Und den Kollegen macht die Arbeit viel mehr Spaß, wenn sie selbst aktiv werden können, ohne immer drei Instanzen einschalten zu müssen. In meinem Team entscheiden die Mitarbeiter selbst über viele Prozesse und wie sie ihren Arbeitsplatz gestalten möchten.

Welche Fehler sollte man als Vorgesetzter unbedingt vermeiden?

Man sollte keine Versprechen machen, die man nicht halten kann, sondern ehrlich und klar bleiben. Außerdem sollte man die Mitarbeiter an Entscheidungsprozessen beteiligen – wenn man das nicht tut, ist das demotivierend. Es ist nicht gut, wenn man im stillen Kämmerlein etwas ausbrütet und das dem Team dann einfach als Tatsache vorsetzt. Stattdessen sollte man lieber regelmäßig informieren und die Mitarbeiter mit ihrer Fachkompetenz einbeziehen.

Lassen sich Führungsqualitäten lernen?

Teilweise. Ein paar Dinge kann man meiner Meinung nach nicht lernen: eine positive Grundhaltung und den Willen, etwas zu bewegen. Oder Engagement und Herzblut zu zeigen. Das wird einem mitgegeben, auch vom Elternhaus, und daran kann man ab einem gewissen Alter nur mehr wenig ändern. Aber anderes ist erlernbar: methodische Kompetenzen wie Gesprächsführung, Präsentationstechniken, Arbeitsorganisation, Zeitmanagement und Kommunikationsfähigkeiten.

Fördern Sie auch das Führungspotenzial Ihrer Mitarbeiter?

Ja klar, ich identifiziere schon Potenziale. In den Mitarbeitergesprächen arbeiten wir dann zusammen Stärken heraus und überlegen uns, wo die Reise hingehen kann. Es ist wichtig zu erkennen, in wieweit meine Mitarbeiter ihre Möglichkeiten ausschöpfen.

Wie unterstützt Roche Sie bei Ihrer Führungsaufgabe?

Vieles ist Lernen von Vorbildern. Das kann man strukturiert machen durch Mentoring – auch ich selbst hatte bei meinem Einstieg einen Mentor. Man schaut sich einiges ab von Personen, von denen man glaubt, dass sie ihre Führungsaufgabe gut erledigen. Roche bietet den Mitarbeitern außerdem viele Seminare und Führungsprogramme, bei denen ich mich auch mit anderen Führungskräften austausche.

Wie haben Sie Ihre Anfangszeit als Führungskraft erlebt?

Am Anfang gab es sicher viele neue Situationen, bei denen ich mir erst überlegen musste, wie ich mit ihnen umgehe. Aber man muss sich ja ständig mit neuen Situationen auseinandersetzen als Führungskraft, deswegen entwickelt man dafür schnell eine gewisse Methodik. Außerdem hat mich mein Chef sehr unterstützt und auch andere Kollegen in Führungspositionen. Es gibt einige Herausforderungen und man ist sehr stolz, wenn man sie meistert.

Zum Beispiel?

Der Umgang mit den Menschen, denn alle sind unterschiedlich. Es ist eine Herausforderung, dabei immer zu wissen, wie man mit den verschiedenen Charakteren richtig umgeht. Wie nimmt man die Mitarbeiter bei organisatorischen Veränderungen mit und überzeugt sie von den Notwendigkeiten? Das ist oft nicht leicht, aber wichtig.

Was tun Sie, wenn Sie merken, dass ein Mitarbeiter nicht gut ins Team integriert ist?

Ich suche das Gespräch, um zu erfahren, woran das liegt. Und dann versuche ich, mit dem Mitarbeiter zusammen eine Lösung zu erarbeiten. Oft ist das gar nicht schwierig, wenn man die Ursachen für das Problem kennt. Manchmal hilft es zum Beispiel, dem Mitarbeiter eine Aufgabe in einem ganz anderen Arbeitsgebiet zu geben.

Wie viel Freizeit bleibt Ihnen?

Das kommt immer auch darauf an, wie man sein Team organisiert. Ich habe verantwortungsvolle Mitarbeiter, die die Prozesse wirklich im Griff haben. Ich habe ausreichend Freizeit und kann Arbeit und Privatleben gut miteinander vereinbaren. Ich schaue auch mal abends oder am Wochenende in meine E-Mails, aber das stresst mich nicht. In meiner Freizeit gehe ich gerne tanzen und verbringe Zeit mit meinen Söhnen. Außerdem reise ich gerne und lese historische Romane.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Ich führe öfter Besucher durch unsere Werkstatt. Meine Mitarbeiter zeigen dann selbst, was sie tun - wenn dabei ihre Begeisterung deutlich wird, dann macht mir das große Freude. Da merke ich, dass nicht alles falsch sein kann, was ich tue. Für mich ist es eine gute Belohnung, die Begeisterung in meinem Team zu spüren.

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