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Erst Experte, dann Führungskraft

Schuhe Fachkraft, Führungskraft [© Taffi - Fotolia.com]

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Fach- oder Führungslaufbahn? Eine schwierige Frage vor dem Berufseinstieg als Ingenieur - könnte man meinen. Denn zumindest bei Roche ist ein Laufbahnwechsel kein Problem. Andreas Hüser hat sich beispielsweise vom Experten zur Führungskraft entwickelt. Und das nicht etwa aus Gehaltsgründen.

Herr Hueser, Sie sind seit gut 23 Jahren bei Roche. Ich nehme an, Sie waren nicht immer Führungskraft?

Nein, angefangen habe ich 1992 mit einem Direkteinstieg auf einer Expertenfunktion. Meine erste Aufgabe war die Software-Steuerung der Palettenfördertechnik unseres Logistikzentrums. In den folgenden Jahren betreute ich noch viele weitere, sehr innovative Entwicklungsaufgaben - beispielsweise die Steuerung der Maschinen zur Teststreifenerstellung, um nur ein Thema herauszugreifen. Abwechslung hatte ich als Experte jedenfalls genug.

Trotzdem haben Sie dann von der Fach- zur Führungslaufbahn gewechselt …

Richtig. 2004 habe ich die Abteilung Automationssysteme übernommen und seit 2005 leite ich Technical Informatics. Meine Motivation war die weitreichende Entscheidungsfähigkeit, die ich als Führungskraft habe. Als Abteilungsleiter stehen für mich stets zukunftsorientierte innovative Technologien im Fokus. Zusammen mit meinen Mitarbeitern entwickeln wir sie zur Marktreife und setzen sie in neuen Projekten in die Praxis um. Es ist der vielleicht größte Pluspunkt an Roche, dass wir immer an der Speerspitze der Innovationen arbeiten.

Welche Themen sind das aktuell?

Internet of Things, zum Beispiel - das ist bei uns weit mehr als ein Modethema. So laufen die Produktionsanlagen zur Herstellung von Teststreifen oder Blutzuckergeräten bereits komplett papierlos. Konkret sieht das so aus, dass sich ein Werkstück automatisch die Station aussucht, an der es als nächstes bearbeitet werden muss. Und ich kann alle Schritte der Produktion an jedem beliebigen Standort "aus der Ferne" einsehen.

Heißt das, Sie sind für mehrere Standorte verantwortlich?

Für die Steuerung der Produktionsanlagen ja. In Technical Informatics entwickeln und betreuen wir die Systeme für die Automatisierung von Maschinen weltweit, etwa in den USA oder der Schweiz. Wir sind verantwortlich für Konzept, Umsetzung, aber auch den technischen Support. Und da haben wir wie gesagt von Mannheim aus Einblick in alle Systeme - das heißt, wir können den Kollegen im Ausland Support bieten, ohne uns ins Flugzeug setzen zu müssen.

Hand aufs Herz: Die besseren Gehaltsaussichten als Führungskraft werden bei Ihrem Laufbahnwechsel doch auch eine Rolle gespielt haben?

Überhaupt nicht. Dazu muss man wissen, dass bei Roche nicht die Laufbahnen entscheidend sind, sondern die Inhalte der Tätigkeit, daher können Funktionen in den unterschiedlichen Laufbahnen dennoch gleich dotiert sein. Das Gehalt ist also kein Grund zu wechseln. Es gibt sogar Führungskräfte, die nach zehn Jahren auf die Projektlaufbahn wechseln, weil sie Lust haben, sich in anspruchsvolle Themen fachlich zu vertiefen.

Wenn ich aber als Ingenieur gleich auf der Führungslaufbahn einsteigen will - ist das bei Roche auch möglich?

Auch das ist möglich. Im Management-Start-Up-Programm durchläuft man zwei Jahre lang mehrere Abteilungen, um sich zur Führungskraft zu entwickeln. Natürlich können auch Berufserfahrene direkt auf Führungspositionen einsteigen. Ich hatte mich damals zunächst für die Fachlaufbahn entschieden, weil ich das Wissen aus dem Studium praktisch anwenden wollte. Wie man an meinem Beispiel sieht, sind die verschiedenen Laufbahnen aber sehr durchlässig.

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