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Auslandseinsatz für Roche-Mitarbeiter leicht gemacht

Carlo-Schmid-Programm (Quelle: fotolia, Autor: Marcel Schauer)

© Marcel Schauer - Fotolia.com

Die Biotech-Firma Genentech in San Francisco ist ein Tochterunternehmen von Roche USA. Ralf Keil hat die Chance genutzt, wechselte von Europa nach USA und freut sich über die erstklassige Betreuung, die Roche den Mitarbeitern bei einem Auslandseinsatz bietet. Christiane Langer genoss die gleiche Unterstützung, wechselte aber genau in die umgekehrte Richtung von USA nach Deutschland.

Frau Langer, Sie kamen aus San Francisco nach Grenzach. Hat Roche einen Unternehmenssitz in den USA?

Ich wurde von Genentech, einer ehemaligen Biotech-Firma und 100-prozentigen Tochter von Roche USA zu Roche Pharma in Grenzach entsandt. Bei Genentech werden die gleichen Produkte wie bei Roche entwickelt und hergestellt. In den USA war ich an der Entwicklung von Avastin und Herceptin beteiligt. Das sind Medikamente gegen viele Krebsarten (unter anderem gegen Brust-, Darm- und Nierenkrebs).

Entwickeln Sie jetzt bei Roche Pharma in Grenzach ebenfalls Medikamente?

Jein, ich entwickle sie eher weiter. Ich leite hier die Abteilung Medical Affairs Hämatologie/Onkologie; wir führen Studien durch, die eine bestehende Zulassung für ein Medikament erweitern, etwa weil sich dadurch für Ärzte und Patienten weitere Behandlungsmöglichkeiten bieten. Dazu sind wir in ständigem Dialog mit Unikliniken, denn die Ärzte und Experten dort wenden die Medikamente an und liefern uns wichtige Ergebnisse, bei welchem Tumortyp beispielsweise das Medikament am besten wirkt.

Warum haben Sie sich für eine Karriere bei Roche entschieden, Sie könnten ja auch als praktizierende Ärztin arbeiten?

Ich ging bereits im Jahr 2000 in die USA und forschte dort unter anderem in einer Klinik über Brustkrebs. Weil Roche beziehungsweise Genentech immer an den fortschrittlichsten Medikamenten arbeitet, war ich schon früh auf das Unternehmen aufmerksam geworden. Für mich ist Roche in der medizinischen Forschung und Entwicklung sehr weit vorne. Ich habe hier die Chance, innovative Krebsmedikamente zu entwickeln und an medikamentösen Verbesserungen für die Krebspatienten mitzuwirken.

Und warum wollten Sie von den USA zu Roche Pharma in Deutschland wechseln?

Die Aufgabe bei Roche Pharma in Deutschland bietet mir mehr Verantwortung, sowohl fachlich als auch in der Führung: Ich leite jetzt den gesamten Bereich Hämatologie und Onkologie und habe ein deutlich größeres Team. Außerdem findet sehr interessante Forschung und Entwicklung von neuen Diagnostiktests an den deutschen Roche-Standorten statt. Hinzu kam die persönliche Perspektive: Ich wollte nach 15 Jahren USA wieder in Deutschland leben. Um den Umzug und die ganze damit verbundene Bürokratie hat sich glücklicherweise Roche gekümmert. Immerhin bin ich mit der ganzen Familie umgezogen - inklusive zwei Kindern und zwei Katzen.

Herr Keil, was genau machen Sie bei Genentech?

Ich bin Lifecycle Leader. Das bedeutet, ich betreue ein bestimmtes Produkt komplett. Bei mir ist das Esbriet, ein Medikament zur Behandlung von idiopathischer Lungenfibrose, eine schwere und lebensbedrohende Lungenkrankheit. Mein Team und ich steuern den gesamten Lebenszyklus des Produkts. Das umfasst Forschung, Entwicklung, Produktion, Zulassung, Vermarktung und Reporting - ein sehr breites Spektrum also. Genau das gefällt mir auch an meinem Job: Ich kann alle Funktionen und die einzelnen Abläufe, die mit einem Produkt zu tun haben, überblicken und zusammenführen.

Sie sind promovierter Biologe. Ihre Aufgaben klingen aber eher nach Management.

In Wirklichkeit hat meine Arbeit starke wissenschaftliche Schwerpunkte, auch wenn sie natürlich viele wirtschaftliche und Management-Aufgaben umfasst. Aber das Medizinische kommt keinesfalls zu kurz, da ich ja die klinischen Daten und wissenschaftlichen Grundlagen des Medikaments sehr genau kennen muss.

Wie kam es zu Ihrem Wechsel in die USA?

Ich habe bei Roche Pharma in Grenzach verschiedene berufliche Stationen durchlaufen. Irgendwann wollte ich aber auch Auslandserfahrungen sammeln. Eine Zeitlang war ich im Headquarter in Basel, da gefiel mir besonders das internationale Umfeld, da dort Kollegen aus der ganzen Welt arbeiten. Also habe ich mich auf die Lifecycle-Leader-Position in den USA beworben.

Von Grenzach nach San Francisco – war das ein Kulturschock?

Das hängt stark von der eigenen Einstellung ab; ich bin mit meiner Familie bereits viel gereist und daher anderen Ländern gegenüber sehr offen. Das war gar kein so großes Thema. Trotzdem fallen mir natürlich Unterschiede zwischen Deutschland und den USA auf: Die Amerikaner, zumindest hier in San Francisco, sind weniger direkt als deutsche Kollegen. Und sie sind relaxter - obwohl viel gearbeitet wird. Ich habe das Gefühl, dass sie während der Arbeit fokussierter sind, dafür aber nach acht, neun Stunden auch einen Schlussstrich ziehen können. Also High-Performance mit guter Work-Life-Balance.

Wie hat Ihnen Ihr Arbeitgeber bei der Organisation des Auslandsaufenthalts geholfen?

Roche hat die ganze Umsiedlung geplant und organisiert: von Steuer und Behördengängen über Wohnungssuche bis hin zur Anmeldung meiner beiden Teenager in der Schule wurde alles übernommen. Das fand ich toll! Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Betreuung noch besser hätte sein können. Meine Familie konnte sich die neue Umgebung ansehen und sich mit mir eine passende Wohnung aussuchen. Roche bot uns Seminare zur kulturellen Vorbereitung an, was für uns aber nicht nötig war. Für mich war diese Rundum-Betreuung sehr angenehm, da ich mich sofort wieder auf meine Aufgaben konzentrieren konnte, außerdem sah ich das als große Wertschätzung meiner Fähigkeiten und Leistungen als Mitarbeiter an.

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