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Außendienst: Ein Job zwischen Klischee und Wirklichkeit

Wartezimmer Krankenhaus Arzt Warten [© Robert Kneschke - Fotolia.com]

© Robert Kneschke - Fotolia.com

"Außendienst hat nichts mit Klinkenputzen zu tun", sagt Martina Rauschmeier von der Roche Pharma AG über ihren Job. Im Interview verrät sie, worin ihre Aufgabe besteht, was an den gängigen Klischees tatsächlich dran ist und warum auch peinliche Momente positive Seiten haben.

Was machen Sie bei Roche?

Ich bin seit Oktober 2015 Trainee im Start-Up-Programm Marketing & Sales. Dieses Programm unterteilt sich in zwei Module: Zunächst macht man 18 Monate Vertrieb im Außendienst. Danach wird weitere 18 Monate durch den Innendienst rotiert, wo die Bereiche Medical Affairs, Market Access und Produktmanagement Einsatzgebiete sind.

Ich befinde mich gerade am Ende meiner Außendienstphase im Bezirk München-Garmisch, wo ich als Fachreferentin für ein Krebsmedikament unterwegs war. Dieses ist für die Therapie von verschiedenen soliden Tumoren zugelassen, unter anderem bei fortgeschrittenem Brustkrebs. Das ist mein Spezialgebiet.

Warum haben Sie sich für das Trainee-Programm beworben?

Dafür gab es drei Gründe: Erstens wollte ich raus aus der akademischen Forschung und meine Expertise in der pharmazeutischen Industrie erweitern. Zweitens hatte ich schon immer Spaß am Umgang mit Menschen und am Verkauf – nicht umsonst habe ich damit meine Doktorarbeit finanziert. Und drittens habe ich ein Familienmitglied an den Krebs verloren. Umso wunderbarer finde ich es, jetzt für ein Unternehmen zu arbeiten, das führend in der Krebsmedizin ist.

Wie sieht Ihr typischer Arbeitstag aktuell aus?

Ich bin im Klinikaußendienst, wo Arztbesuche erst ab dem späten Vormittag stattfinden – es sei denn, man hat einen Termin bei einem niedergelassenen Onkologen. Den Morgen nutze ich also, um Gespräche nach- und vorzubereiten, mich mit den Materialien vertraut zu machen, Veranstaltungskonzepte zu erstellen und mich in aktuelle gesundheitspolitische Themen einzulesen. Danach setze ich mich ins Auto und mache mich auf den Weg zu den Ärzten. Der Tag kann aber auch ganz anders aussehen: Manchmal habe ich morgens um 8 einen Termin in einer Praxis, dann mehrere Stunden terminfreie Zeit, mittags Arztbesuche im Klinikum, danach eine Telefonkonferenz mit Kollegen und abends noch eine Veranstaltung. Das ist das Schöne am Außendienst: Es wird nie langweilig!

Wie viele Ärzte besuchen Sie pro Tag?

Das lässt sich nicht pauschalisieren. Manchmal kann ich in den Kliniken ganz viele Ärzte nacheinander sprechen, manchmal haben sie aber keine Zeit oder werden im OP aufgehalten – dann heißt es warten.

Wie überbrücken Sie diese Wartezeiten?

Auf meinem iPad habe ich mein Büro immer dabei: Ich checke E-Mails, plane Veranstaltungen oder wiederhole die Materialien, um mich auf das Gespräch einzustimmen. Viele Ärzte besuche ich zusammen mit einer Kollegin, da wir beide Fachreferentinnen für ein gynäko-onkologisches Medikament sind. Dann nutzen wir die Zeit, um aktuelle Außendienstthemen zu besprechen oder Projekte voranzutreiben. Ich saß wirklich noch nie im Wartezimmer und hatte nichts zu tun.

Haben Sie bei Ihren Terminen auch mal etwas besonders Lustiges oder Skurriles erlebt?

Als Neuling informiert man sich über "seine" Ärzte – auch im Internet, wo man das eine oder andere Foto findet. Ich dachte auf einer Veranstaltung einmal, ich hätte einen Arzt von einem Bild her erkannt. Also ging ich schnurstracks auf ihn zu und begrüßte ihn mit Namen. Nur leider lag ich daneben und habe ihn mit einem anderen, noch dazu älteren Kollegen verwechselt. Dieser Fauxpas war mir natürlich sehr peinlich, hatte aber etwas Positives: Beim nächsten Treffen hat mich der Arzt direkt wiedererkannt und inzwischen können wir gemeinsam darüber lachen.

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Kommentar (1)

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  1. Andreas Kerner

    Hallo und vielen Dank für die Einblicke. Eine Frage: Würde die Möglichkeit bestehen, im Rahmen eines Pflichtpraktikums von der Uni, dieses im Außendienst absolvieren zu können? Das würde mich brennend interessieren. Ich freue mich auf weitere Inhalte. Viele Grüße! Mit freun

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