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Die ersten Führungsaufgaben

Frau Flipchart Präsentation Referat Rhetorik [© Robert Kneschke - Fotolia.com]

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Wie sieht die Personalentwicklung bei Roche in der Praxis aus? Wir haben eine Diplom-Kauffrau und einen Diplom-Biotechnologen nach ihren Erfahrungen gefragt.

Die erste Führungsaufgabe. Für einen Berufseinsteiger bedeutet das eine große Herausforderung. Nina Beikert kann in solchen Situationen gelassen bleiben. "Ich habe einen Mentor, der mir stets mit sehr guten Ratschlägen zur Seite steht, und von dessen Erfahrung ich schon oft profitieren konnte", freut sich die Diplom-Kauffrau. Als Teilnehmerin am Management Start Up Programm (MSU) genießt Nina Beikert die Unterstützung durch eine erfahrene Führungskraft, die sie während des zweijährigen Trainee-Programms begleitet. "An meinen Mentor kann ich mich jederzeit vertrauensvoll wenden."

Produkte, mit denen man sich identifizieren kann

Vor zwei Jahren kam Nina Beikert, die an der Universität Mannheim BWL studiert hat, zu Roche. "Ich habe mich für Roche entschieden, weil es mir wichtig war, für ein Unternehmen zu arbeiten, mit dessen Produkten ich mich identifizieren kann", erläutert Nina Beikert. "Außerdem wollte ich die Chance ergreifen, in einem globalen Unternehmen in verschiedenen Bereichen zu arbeiten, und die Möglichkeit haben, ins Ausland zu gehen."

Drei Monate USA inklusive

Nachdem sie ein halbes Jahr im Außendienst selbstständig Kunden betreut hatte, leitete sie verschiedene Projekte im Innendienst, bei denen es unter anderem um Marktbearbeitungsstrategien oder um ein Konzept für Angebotsgemeinschaften ging. Den im Trainee-Programm vorgesehenen Auslandsaufenthalt nutzte sie, um am Roche- Standort in Indianapolis/USA drei Monate lang an einer Produktneuentwicklung mitzuarbeiten.

Im Trainee-Programm mehr erfahren

"Als Trainee hatte ich die Gelegenheit, in kurzer Zeit wesentlich mehr über das Unternehmen zu erfahren als über einen Direkteinstieg", resümiert Nina Beikert. So nahm sie an mehreren MSU-Exchange-Meetings teil, zu denen sich Trainees unterschiedlicher Fachbereiche abwechselnd an den verschiedenen Standorten treffen. "Ich war bereits in Penzberg, Grenzach und Basel und habe die Werke bei einer Führung kennengelernt." Auch am eigenen Standort wird der Blick über die Grenzen der eigenen Abteilung hinaus geschärft. Für die Marketing- und Sales-Trainees bedeutete das unter anderem Einblicke in Entwicklung, Logistik und Qualitätssicherung.

Präsentieren und Wedeln

Daneben lag der Schwerpunkt des Trainee-Programms auf der Weiterentwicklung der persönlichen Kompetenzen. Zusammen mit anderen MSU-Teilnehmern nahm Nina Beikert an Seminaren zum Auftreten, zu Kommunikation und Projektmanagement teil. So viele gemeinsame Aktivitäten schweißen die Trainees zusammen. "Wir haben auch privat guten Kontakt zueinander, gehen zusammen Skifahren oder Surfen."

Feedback von Führungskräften

Neben ihrem persönlichen Mentor werden die Trainees auch von einer Gruppe erfahrener Führungskräfte betreut, die bereits an der Auswahl beteiligt waren. Bei halbjährlichen Treffen mit diesem Gremium stellt jeder Trainee seine aktuellen Projekte vor. "Im Anschluss daran bekommt jeder ein differenziertes Feedback. Es wird besprochen, in welchen Bereichen jeder Einzelne noch Entwicklungspotenzial hat. Dementsprechend werden auch die nächsten Projekte ausgewählt."

Vom Trainee zur Verkaufsleiterin

Auch an der Auswahl der künftigen Stelle ist dieses Gremium beteiligt. Nina Beikert hat nach Beendigung des Management Start Up Programms als regionale Verkaufsleiterin für die Region Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und für Teile von Sachsen-Anhalt ihre erste Führungsposition übernommen. In dieser Funktion bringt Sie mit ihren fünf Mitarbeitern die Diagnosegeräte an ihren Bestimmungsort - zum Kunden.

Als Johannes Kreller auf einen Schlag die Verantwortung für 13 Mitarbeiter übernahm, wusste er schon, was auf ihn zukommt. "Bei den Orientierungstagen des Leadership-Programms haben wir verschiedene Führungssituationen in Rollenspielen geprobt", erinnert sich der quirlige Biotechnologe und fügt lachend hinzu: "Damals hielt ich manche Szenarien für überzeichnet. Heute weiß ich, dass sie sehr nahe an der Realität waren."

Vom Schichtarbeiter zur Führungskraft

Zu dem dreitägigen Orientierungsseminar hatte sich Johannes Kreller angemeldet, um zu erfahren, welchen Herausforderungen er sich in einer Führungsposition stellen muss. Er wollte sich weiterentwickeln, nachdem er 2003 als Schichtmitarbeiter in der Fermentation der Penzberger Pharmaproduktion begonnen hatte und 2005 bereits eine Stelle als Betriebsassistent hatte. "Die Orientierungstage bestätigten mich in meinem Wunsch, Personalverantwortung zu übernehmen."

Altersunterschied? Kein Problem

Als sich im Dezember 2007 die Chance bot, Betriebsleiter der Fermentation innerhalb der EPO-Produktionsanlage zu werden, griff Johannes Kreller gleich zu. "Die meisten meiner Mitarbeiter sind älter und schon länger im Unternehmen als ich", sagt Kreller, der bei der Übernahme der Betriebsleitung gerade 30 Jahre alt war. "Am Anfang dachte ich, dass der Altersunterschied ein großes Problem sei. Doch es funktionierte super."

Sich selber besser verstehen

Nachdem er einige Monate lang erste Erfahrungen als Führungskraft sammeln konnte, startete er mit dem First-Leadership-Programm - dem Personalentwicklungsprogramm für Führungskräfte mit der ersten Führungsaufgabe. Beim ersten dreitägigen Modul ging es vor allem um die eigene Persönlichkeit. Wer bin ich? Was kann ich? Wie wirke ich auf andere? Wo kann ich mich verbessern? "Ich bekam durch das Seminar einen bewussteren Blick auf mich selbst und kann meine Persönlichkeit jetzt besser verstehen", resümiert Kreller, der viele seiner Erfahrungen aus dem Seminar auch zu Hause in Gesprächen mit seiner Frau verarbeitete. Als persönliches Hundert-Tage-Projekt, das jeder Teilnehmer während des ersten Moduls für sich formulieren muss, nahm sich Johannes Kreller seine Etablierung als Betriebsleiter vor.

Was tun mit suchtkranken Kollegen?

Wenn der junge Biotechnologe von den Seminaren erzählt, erinnert er sich vor allem an die Rollenspiele, die ihm für seine praktische Arbeit am meisten brachten - zum Beispiel das Rollenspiel, bei der er mit einem "Mitarbeiter" sprechen musste, der jeden Morgen völlig unausgeschlafen zur Arbeit kommt. "Dabei habe ich gelernt, wie man einen Mitarbeiter aus der Reserve lockt, damit er mir erzählt, was wirklich mit ihm los ist." Einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben auch die Informationen des Suchtberaters, der viel zum Verständnis von Suchtkranken beigetragen hat und erklärte, wie man sich als Vorgesetzter am besten verhält.

Sicherheit für den Arbeitsalltag

"Die Seminare haben mir vor allem Sicherheit und Ideen für den Arbeitsalltag gegeben", resümiert Johannes Kreller. Wichtig ist ihm auch der vertrauensvolle Austausch mit den Kollegen aus der Seminar-Gruppe. "Wir besprechen miteinander auch unsere eigenen Führungsprobleme und erarbeiten gemeinsam Lösungen."

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