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"Hier kann ich mit Leidenschaft forschen"

Blutzellen Zellen Krebs (Quelle: freeimages.com, gerard79)

Quelle: freeimages.com, gerard79

Nach dem Doktor an der Uni bleiben oder in der Wirtschaft arbeiten? Mit dem Postdoc bei Roche hältst du dir beide Möglichkeiten offen, kannst deine Forschung aber praktisch anwenden. Yvonne Kienast forscht über Gefäßsysteme von Tumoren und will herausfinden, wie Medikamente die Nährstoffzufuhr zum Tumor unterbinden können.

Wieso sind Sie nicht an der Uni geblieben, sondern haben bei Roche angefangen?

Am Ende meiner Doktorarbeit habe ich im Rahmen einer Kooperation mit Roche zusammengearbeitet. Mit Hilfe der Modelle, die ich während meiner Doktorarbeit entwickelt habe, habe ich therapeutische Antikörper von Roche getestet. Die Zusammenarbeit mit Roche war sehr gut, ich hatte mit freundlichen und kompetenten Menschen zu tun, und habe dabei einen sehr guten Eindruck vom Unternehmen bekommen - das alles hat meine Begeisterung geweckt! Ich wollte anschließend das Thema meiner Doktorarbeit vertiefen, und Roche bot mir dazu eine tolle Möglichkeit. Ich habe mich ganz normal über das Internetportal beworben auf Stellen, die auf mein Forschungsprofil passten. Und lustigerweise kam ich genau in die Arbeitsgruppe, mit der ich vorher während meiner Doktorarbeit kooperiert hatte.

Was war das Thema Ihrer Doktorarbeit?

Ich habe untersucht, auf welche Arten Tumore ihr Gefäßsystem ausbilden, wie Tumorzellen andere Organe befallen und wie sie darin weiter wachsen können. Durch meine Arbeit konnte ich neue Wege aufzeigen, wie man diesen Vorgang zukünftig stoppen könnte. Die Zusammenarbeit mit Roche hat es mir ermöglicht, die Forschung an Krebsmedikamenten weiter zu vertiefen.

Wie setzen Sie Ihre Forschung jetzt als Postdoc bei Roche fort?

Ich arbeite in der anti-Angiogenese- und Metastasen-Forschung: Wir entwickeln und testen biologische Wirkstoffe, therapeutische Antikörper, die das Wachstum und die Ausbreitung von Tumoren verhindern sollen, indem sie dem Tumor quasi "den Saft abdrehen", das heißt die Nährstoff- und Sauerstoffzufuhr, aber auch die Ausbreitung der Tumorzellen über das Blutsystem unterbinden. Meine konkrete Aufgabe besteht darin, den genauen Wirkmechanismus der Antikörper aufzuklären. Dies gibt uns die Möglichkeit, Patienten in Zukunft noch gezielter behandeln zu können.

Wie können Sie dabei Ihre Forschungen aus der Doktorarbeit nutzen?

Meine Doktorarbeit über das Gefäßsystem von Tumoren war eigentlich die Grundlage zu meiner jetzigen Arbeit. Denn das Gefäßsystem versorgt den Tumor mit Sauerstoff und Nährstoffen, und darüber finden auch Tumorzellen ihren Weg, um andere Organe zu befallen. Mit meiner jetzigen Forschung möchte ich verhindern, dass sich das Gefäßsystem eines Tumors ausbildet und sich darüber Tumorzellen absiedeln. Momentan testen wir gerade ein Medikament, das bald in die Testphase der klinischen Studien kommen soll. Das ist eine sehr spannende Projektphase, denn wir ernten bald die Früchte unserer Arbeit!

Wie sieht Ihre Arbeit konkret aus?

Einen Teil meiner Arbeitszeit verbringe ich im Labor, wo ich Experimente plane und durchführe. In Meetings präsentieren dann meine Kollegen und ich unsere Ergebnisse und planen gemeinsam die nächsten Schritte und unser weiteres wissenschaftliches Vorgehen. Außerdem publiziere ich auch unsere wissenschaftlichen Ergebnisse, wie das für einen Postdoc üblich ist. Das Publizieren ist wichtig, um auf dem aktuellen Stand der Forschung zu bleiben. Wir haben regen Kontakt und Austausch mit Forschern an der Uni und fahren auch regelmäßig auf nationale und internationale Konferenzen.

Welche Experimente führen sie durch?

Die Experimente sind sehr vielseitig und abwechslungsreich. Manchmal gehen die Experimente schnell und dauern nur einen Tag, manchmal dauern sie Wochen. Um ein Beispiel zu nennen: Ich führe ex-vivo-Analysen von Tumorschnitten durch. Dabei stelle ich vom Tumor dünne Schnitte her und färbe anschließend verschiedene Strukturen ein, zum Beispiel die Gefäße und die Tumorzellen. Anschließend kann ich die Strukturen dann analysieren und feststellen, wie sich die Gefäße im Tumor verändern, wenn er therapiert wird. Dadurch kann man den Wirkmechanismus einer anti-angiogenen Therapie aufschlüsseln: Die Tumorgefäße sind weniger pathologisch, die Therapie "normalisiert" also die Gefäße. Dadurch kann man wiederum besser chemo-toxische Medikamente in den Tumor einführen. Die anti-angiogene Therapie sorgt also dafür, dass die Chemotherapie besser wirken kann.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit bei Roche?

Besonders gefällt mir die Teamarbeit mit hochmotivierten und kompetenten Kollegen, der wissenschaftliche Standard ist bei Roche sehr hoch. Außerdem bin ich an der Entstehung von Medikamenten beteiligt, die das Leben von Patienten verbessern können, das ist ein wichtiger Gesichtspunkt. Meine Arbeit ist anspruchsvoll, ich kann täglich dazulernen und etwas bewegen. Ich habe auch Glück mit meinem Chef, der immer ansprechbar und sehr begeisterungsfähig ist. Ich kann hier einfach mit Leidenschaft forschen!

Gab es Überraschungen bei Ihrem Einstieg bei Roche?

Ich war überrascht, dass ich schon wenige Monate nach meinem Beginn bei Roche auf eine Konferenz fahren konnte. Und dass ich gleich verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen durfte.

Was unterscheidet die Arbeit bei Roche von der Arbeit an der Uni?

In der Industrie ist die Arbeit zielgerichteter, man arbeitet im Team und ist dadurch besonders produktiv. Wir haben ein gemeinsames Ziel: ein Medikament zu entwickeln. Im Unternehmen bekomme ich fachliche und finanzielle Unterstützung, es gibt immer Experten, die ich zu Rate ziehen kann. Auch die Ausstattung ist bei Roche besonders gut, die finanziellen Mittel sind da, so dass man etwas kaufen kann, wenn man es für die Forschung braucht. An der Uni muss jeder selber Mittel einwerben, und die Finanzen sind oft knapp.

Was sind Ihre Pläne für die Zeit nach dem Postdoc?

Der Postdoc dauert zwei oder drei Jahre. Danach würde ich meine fachliche Expertise gerne in verantwortungsvoller Position bei Roche in der Forschung einsetzen. Ich könnte theoretisch auch zurück an die Uni gehen, weil ich ja als Postdoc weiter forsche und publiziere. In der Praxis, also in der Wirtschaft, gefällt es mir aber besonders gut. Mir war es schon immer wichtig, meine anwendungsbezogene Forschung richtig einzusetzen und mit meiner Forschung etwas zu bewegen. Und das geht am besten, wenn ich durch meine Forschung ein Medikament entwickeln kann.

Haben Sie Tipps für Bewerber um eine Postdoc-Stelle bei Roche?

Die Leidenschaft für die Wissenschaft ist eines der wichtigsten Dinge, die man mitbringen sollte. Außerdem Freude an innovativen Lösungen und Teamfähigkeit. Es ist hilfreich, wenn man schon während der Uni-Zeit Kontakte zur Industrie knüpft.

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