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"Wir arbeiten bei Bosch auf sehr hohem juristischem Niveau"

Juristen bei Bosch [Quelle: freeimages, Autor: shho]

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Bei Arbeitgebern für Juristen denkt nicht jeder sofort an Bosch. Aber das Unternehmen ist nicht nur interessant für Ingenieure, sondern auch für Rechtswissenschaftler. Die erwartet dort Internationalität, Vielfalt und anspruchsvolle juristische Arbeit.

Wieso haben Sie als Juristin Bosch als Arbeitgeber gewählt und nicht eine Kanzlei?

Bevor ich zu Bosch gekommen bin, habe ich in einer Großkanzlei gearbeitet. Dass ich gewechselt habe, lag an einer Fortbildungsveranstaltung, bei der es um das Recht in der Automobil-Zulieferindustrie ging. Ich fand sehr faszinierend, was zwei Mitarbeiter der Bosch-Konzernrechtsabteilung von ihrer Arbeit berichtet haben. In der Pause habe ich mich dann mit den beiden unterhalten - sie waren sehr sympathisch und bescheiden, obwohl sie in ihrem Fach richtige Koryphäen sind. Da habe ich mir gedacht: "Wenn ich jemals wechsle, dann auf jeden Fall zu Bosch." Einige Zeit später habe ich eine Stellenausschreibung von Bosch entdeckt, in der ein Jurist für gesellschaftsrechtliche Themen und M&A-Projekte gesucht wurde. Darauf habe ich mich beworben und wurde auch prompt genommen.

Welche Aufgaben haben Sie bei Bosch?

Ich bin für die Themen Gesellschaftsrecht und M&A-Projekte zuständig. Ich betreue zum Beispiel größere Bosch-Gesellschaften in allen Fragen des Gesellschaftsrechts, das heißt bei Gesellschafterbeschlüssen, der Vorbereitung von Aufsichtsratssitzungen, gesellschaftsrechtlichen Umwandlungsvorgängen wie Verschmelzungen und Ausgliederungen.

Ebenso berate ich juristisch bei der Gründung von Gesellschaften, bei Gesellschafterwechseln, bei der Bestellung und Abberufung von Geschäftsführern, Prokuristen und Aufsichtsratsmitgliedern, wie auch bei Umfirmierungen und Sitzverlegungen. Die nötigen Informationen für unsere Arbeit bekommen wir von den verschiedenen Geschäftsbereichen und Fachabteilungen. Wir versuchen dabei, die gesellschaftsrechtlichen Vorgänge für alle Bosch-Gesellschaften soweit wie möglich zu standardisieren. Bosch hat rund 360 Tochter- und Regionalgesellschaften - da gibt es einiges zu tun. Wir bereiten auch Notartermine vor, stimmen Dokumente mit dem Notar ab und begleiten dann die Verhandlungen sowie die Beurkundungen und Beglaubigungen beim Notar.

Wie unterscheidet sich Ihre jetzige Tätigkeit von der in einer Großkanzlei?

Ich kann bei meiner Arbeit fachlich jetzt noch mehr in die Tiefe gehen, weil ich so viele verschiedene M&A-Projekte bearbeite - und zwar weltweit. Das macht mir sehr viel Spaß. Außerdem bin ich Dolmetscherin und Übersetzerin, und diese Fähigkeiten kann ich bei Bosch besser einbringen, weil das Unternehmen sehr international ist. Ich war zum Beispiel vergangenes Jahr sechs Monate in Paris und habe die Kollegen dort unterstützt. Wir Juristen bei Bosch arbeiten auf einem sehr hohen juristischen Niveau, sind fachlich sehr spezialisiert und haben gegenüber Anwälten von außerhalb den Vorteil, dass wir uns im Unternehmen sehr gut auskennen. Toll finde ich außerdem, dass Bosch sehr familienfreundlich ist und 2012 sogar von der Kanzlerin zum familienfreundlichsten Großunternehmen Deutschlands gekürt wurde.

Wie sieht die internationale Zusammenarbeit aus?

Vergangenes Jahr fand zum Beispiel eine grenzüberschreitende Verschmelzung einer italienischen Gesellschaft auf eine deutsche statt. Dabei habe ich eng mit meinen italienischen Kollegen zusammengearbeitet. Auch in den großen weltweiten M&A-Projekten, die oft über 20 Länder betreffen, haben wir viel mit unseren internationalen Kollegen zu tun. Dabei bekommen wir einen guten Einblick in sämtliche rechtliche Themen aus diesen Ländern.

Was muss man mitbringen, wenn man Ihr Kollege werden möchte?

Sehr gute juristische Kenntnisse auf dem Gebiet, für das man sich bewirbt, und sehr gute Englischkenntnisse. Außerdem sollte man begeisterungsfähig sein, gerne im Team arbeiten und sich mit Bosch identifizieren können.

Kann man bei Bosch auch einen Teil seines Referendariats verbringen?

Ja, und zwar sowohl die Anwalts- als auch die Wahlstation, in Deutschland oder im Ausland. Man kann das Referendariat in verschiedenen Rechtsgebieten absolvieren: im Wirtschaftsrecht, dazu gehören Gesellschaftsrecht nebst M&A, allgemeines Vertragsrecht sowie Compliance; im Arbeitsrecht, im gewerblichen Rechtschutz oder im Datenschutzrecht. Innerhalb des Bereichs Wirtschaftsrecht bieten wir weitere Spezial-Rechtsgebiete an, wie Insolvenzrecht, Produkthaftungsrecht, Corporate-Claims-Management, Einkaufs- und Vertriebsrecht oder IT-Recht. Außerdem Kartellrecht und Immobilienrecht. Wie auch in der Großkanzlei haben wir für alle Fachgebiete einen Experten. Als Referendar bekommt man bei Interesse einen Mentor aus einem Fachgebiet zur Seite gestellt, der einen während des Referendariats betreut.

Und anschließend kann man theoretisch direkt einsteigen?

Ja, das geht. Viele Interessenten kommen als Referendare zu uns, um Bosch kennenzulernen, und einige steigen dann direkt ein oder mit dem Junior Managers Programm, unserem Trainee-Programm.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es bei Bosch?

Weiterbildung ist bei Bosch sehr wichtig, wir haben im Jahr mindestens 20 Weiterbildungsstunden. Das Unternehmen bietet dafür ein umfangreiches Schulungsprogramm an, zu dem unter anderem Fachvorträge zu bestimmten Rechtsgebieten gehören, außerdem Sprachkurse, Weiterbildungen zu wirtschaftlichen Themen und Soft-Skill-Trainings.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Die Vielfalt, die Internationalität und die anspruchsvolle juristische Arbeit. Besonders wichtig ist mir auch, dass ich mit meiner Arbeit einen gesamt-gesellschaftlichen Beitrag leiste. Denn rund 92 Prozent des Gewinns, den Bosch ausschüttet, geht an die Robert Bosch Stiftung, die diese Dividende ausschließlich gemeinnützig verwendet. Über soziale Projekte der Robert Bosch Stiftung, zum Beispiel in den Bereichen Gesundheitspflege, Völkerverständigung, Wohlfahrtspflege, Bildung und Erziehung, geht so ein Großteil des erwirtschafteten Gewinns wieder zurück an die Gesellschaft.

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