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Einfach mal Abteilung und Fachgebiet wechseln

Laufbahn bei Bosch [Quelle: freeimages.com, Autor: fcl1971]

Quelle: freeimages.com, fcl1971

Einmal ins Personalwesen oder ins Controlling eingestiegen, bleibt man sein Leben lang dabei? Bei Bosch muss das nicht so sein - Nicolet Eglseder zum Beispiel wechselte schon mehrmals innerhalb des Unternehmens und arbeitet sich gerade in ein komplett neues Fachgebiet ein. Wie das funktioniert und was ihr besonders Spaß an ihrer Führungsposition macht, verrät sie im Interview.

Sie haben das Junior Managers Program von Bosch für den Einstieg gewählt – wieso?

Eigentlich hatte ich eine Industriepromotion bei Bosch geplant, aber im kaufmännischen Bereich war gerade keine Stelle verfügbar. Meine Bewerbung war trotzdem interessant für Bosch, deswegen fragte mich die Personalabteilung, ob ich mir auch einen Einstieg ins Junior Managers Program Personal vorstellen könnte. Da ich diesen Vorschlag gut fand, habe ich den Auswahlprozess durchlaufen und wurde genommen. Was mich überzeugt hat, waren unter anderem die Möglichkeiten, die einem das Junior Managers Program bietet: Man wird auf eine Führungsposition vorbereitet und nimmt an vielen Maßnahmen zur Mitarbeiterentwicklung teil.

Und wieso haben Sie sich für Bosch entschieden?

Mich hat das tolle Arbeitsklima überzeugt. Schon im Assessment Center sind mir der freundliche Umgangston und das nette Miteinander aufgefallen. Die Mitarbeiter haben vermittelt, dass es Spaß macht, bei Bosch zu arbeiten. Und das kann ich jetzt, nach 10 Jahren im Unternehmen, immer noch bestätigen. Außerdem finde ich es prima, dass es bei Bosch viele verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter gibt. Ein Beobachter im Assessment Center sagte mir damals: "Wissen Sie, Frau Eglseder, wenn es Ihnen im Personal nicht gefällt, dann können Sie auch in eine andere Abteilung wechseln". Das fand ich super, denn wenn man ehrlich ist, weiß man als Absolvent oft noch gar nicht so genau, was einen beim Berufseinstieg erwartet.

Was waren die wichtigsten Erfahrungen und Erkenntnisse Ihrer Trainee-Zeit?

Ich habe vor allem ein super Netzwerk im Unternehmen aufgebaut, das unter anderem aus meinen ehemaligen Kollegen aus den verschiedenen Abteilungen besteht und aus anderen früheren Trainees. Das ist total nett, wenn man sich mal wieder zum Mittagessen verabredet. Und es hat den Vorteil, dass man häufig schneller an Informationen kommt und Probleme leichter lösen kann, weil man meist jemanden kennt, den man kontaktieren kann. Außerdem wurde ich sehr gut auf eine Führungsposition vorbereitet. Als Trainee setzt man sich regelmäßig mit dem Thema Führung auseinander, nimmt an Seminaren dazu teil, bespricht sich dazu mit dem eigenen Vorgesetzten und reflektiert sich viel. Und durch die Standortwechsel im Programm habe ich gelernt, mich schnell zu integrieren und habe erfahren, dass es überall Themen gibt, die mich begeistern. Auch das bereitet einen auf die Zukunft vor, denn wenn man Führungspositionen übernimmt, kann es schon vorkommen, dass man öfter umziehen muss.

Wie oft haben Sie in Ihrer Zeit bei Bosch die Position und die Abteilung gewechselt?

Während des Junior Managers Program habe ich zuerst in der Werkpersonalabteilung in Blaichach gearbeitet, dann in der Zentrale in Stuttgart im Trainee-Referat und schließlich hatte ich noch ein Auslandsprojekt in Ungarn. Danach war ich zwei Jahre lang Personalreferentin am Standort Blaichach. Anschließend habe ich als Gruppenleiterin für fünf Mitarbeiter in derselben Abteilung die operative Personalarbeit verantwortet. Insgesamt war ich dort fünf Jahre. Als nächstes habe ich die Leitung für Nachwuchsprogramme in der Zentrale in Stuttgart übernommen. Nebenher habe ich zudem noch ein IT-Projekt geleitet. Nach acht Jahren im Personalwesen habe ich dann entschieden, dass ich ins Controlling wechseln möchte. Das ist auf meiner Ebene natürlich nicht ganz einfach gewesen, aber ich bin dran geblieben und  habe es geschafft. Zunächst habe ich eine Stabsstelle im Geschäftsbereichscontrolling übernommen, noch ohne Führungsverantwortung, um mich ins Thema einzuarbeiten. Und nach einem Jahr habe ich dann die Verantwortung fürs Reporting übernommen – in dieser Position arbeite ich heute. Diese Vielfalt an Möglichkeiten ist einer der Aspekte, die mir an der Arbeit bei Bosch so gut gefällt.

Wie haben Sie sich in das neue Thema Controlling eingearbeitet?

Ich hatte noch Wissen aus dem Studium, aber das war natürlich nicht so praxisnah. Ich habe Termine mit Kollegen ausgemacht und mir erklären lassen, was sie im Controlling tun. Dann habe ich mit kleinen Tätigkeiten begonnen, um mich einzuarbeiten. Außerdem hat unser Controlling sehr gute Dokumentationen, die ich aufmerksam gelesen habe. Ich war sehr ehrgeizig und habe alles zum Thema Controlling aufgesaugt.

War es schwierig, Ihre Vorgesetzten von Ihren Plänen zu überzeugen?

Ich musste schon Überzeugungsarbeit leisten. Aber ich habe mich gut vorbereitet und schon im Vorfeld Kollegen aus dem Controlling kontaktiert. Sie haben mir erläutert, was in ihrer Abteilung passiert und mit mir diskutiert, ob das etwas für mich sein könnte. Ich habe Parallelen zu meinem bisherigen Tun gesucht und überlegt, wie mein jetziges Wissen mir auch im Controlling weiterhilft. Damit konnte ich meine Vorgesetzten überzeugen, die mich wirklich sehr unterstützt haben.

Momentan sind Sie Leiterin des Reportings im Geschäftsbereich Electrical Drives – wie gefällt Ihnen die neue Stelle?

Mir macht die Arbeit sehr viel Spaß, aber es ist natürlich schon eine Herausforderung. Ich muss die Zusammenhänge in meinem neuen Fachgebiet schnell verstehen, um das Team richtig leiten und eine gute Linie vorgeben zu können. Was mir an meiner neuen Stelle besonders gut gefällt: Wir bereiten im Controlling sehr viele Management-Entscheidungen vor. Ich finde es spannend, aus den Zahlenwerken die wesentlichen Botschaften zu extrahieren und daraus Handlungsempfehlungen für das Management zusammenzustellen.

Was macht einen guten Chef aus?

Ich finde es wichtig, dass Führungskräfte offen sind ihren Mitarbeitern gegenüber. Wenn ich Informationen an meine Mitarbeiter weitergebe, muss ich situationsspezifisch kommunizieren und auch zuhören können. Außerdem ist mir eine klare Linie wichtig, sowohl beim Verteilen der Ziele und Aufgaben als auch bei der Kommunikation der Erwartungshaltung und beim Ansprechen von Problemen. Ich finde, das Team sollte Klarheit haben. Und ich möchte mein Team auch gegenüber den weiteren Vorgesetzten gut vertreten. Außerdem sind Teamfähigkeit und Sozialkompetenz wichtig.

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