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"Das fertige Produkt ist mein Baby"

Smiley, glücklich, zufrieden, happy (© lculig - Fotolia.com)

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Viel Gestaltungsspielraum, offene Kommunikation und ein Produkt, auf das sie stolz sind - das ist für Nadine Jung und Michael Ungermann der Reiz an der Arbeit bei Bosch. Im Interview berichten die beiden Ingenieure von ihrer Arbeit und erklären, warum sie auch am Fließband standen.

Was bietet Ihnen Bosch, was andere Arbeitgeber so nicht bieten können?

Bosch bietet sehr flexible Arbeitszeiten: Manche arbeiten zum Beispiel 70 Prozent oder im Home-Office. Ich finde es auch sehr gut, dass bei uns die Kommunikation sehr offen ist, über alle Hierarchien hinweg. Mein Chef kommt auch einfach mal vorbei um zu schauen, was ich mache. Und ich kann zu ihm gehen, wenn ich Fragen habe.

Im Gegensatz zu vielen anderen Arbeitgebern liegt der Großteil der Kapitalanteile von Bosch bei einer gemeinnützigen Stiftung. Daher wird das, was ich mit meiner Arbeit für Bosch erwirtschafte, entweder in das Unternehmen zurückinvestiert oder über soziale Projekte der Robert Bosch Stiftung an die Gesellschaft zurückgegeben. Die Bosch-Familie erhält nur sieben Prozent des Gewinns. Die Tatsache, dass der Gewinn nicht durch Investoren abgeführt wird, motiviert. Diese Struktur ermöglicht auch eine langfristige und nachhaltige Planung bei Bosch. Das spürt man auch im Arbeitsalltag.

Was machen Sie bei Bosch?

Zurzeit arbeite ich als Entwicklungsingenieurin für Simulation und Systementwicklung. Meine Abteilung entwickelt Komponenten des thermischen Kreislaufs im Auto. Konkret koordiniere ich verschiedene Aktivitäten zur Fluiddynamik und Aeroakustik von Klimaanlagen und Motorkühlgebläsen. Wir betrachten sowohl Verbrennungsmotoren, analysieren aber auch die zukünftigen Anforderungen von Hybridantrieben und Elektroautos.

Bosch hat ein Kompetenzzentrum in den USA nahe Boston, eines in Budapest und eines in Indien - mit diesen Kollegen arbeite ich viel zusammen. Wir simulieren die Kundenanforderungen, um zu testen, ob wir sie mit unserem Produkt erfüllen. Falls nicht, müssen wir neue Parameterstudien ausführen, also versuchen, die Kundenanforderungen zu erreichen, indem wir das Design optimieren. Die Simulation hilft dabei, verschiedene Varianten zu testen und zu messen.

Wie sieht Ihr Arbeitstag aus?

Ich komme gerne relativ früh ins Büro, denn da sind meine Kollegen in Indien noch wach und ich kann mich mit ihnen abstimmen. Wir sprechen uns ab, welche Simulationen meine Kollegen umgesetzt haben und was die nächsten Schritte sind. Die Informationen aus Indien gebe ich in die USA weiter, damit die Kollegen dort auf Basis der Resultate aus Indien weiterarbeiten können.

Um die aktuellen wissenschaftlichen Methoden umzusetzen, arbeite ich sehr eng mit verschiedenen Universitäten zusammen. Durch Diplomanden, Praktikanten und Werkstudenten wird dieser Austausch intensiviert. Ab und zu fahre ich auch auf Konferenzen.

Ist es für Sie wichtig, bei Ihrer Arbeit am Ende ein Produkt vorweisen zu können?

Ich habe Mathematik studiert, da ging es natürlich nur um abstrakte Theorien und Formeln, nicht um Produkte. Jetzt finde ich es spannend, ein richtiges Produkt herzustellen, das man am Ende anfassen kann. Unser Werk ist gleich nebenan, dort habe ich bei meinem Start intensiv beobachtet, wie die Elektromotoren der Motorkühlgebläse produziert werden. Bosch bietet Jobeinsteigern an, dass sie eine Woche am Band arbeiten können.

Schauen Sie jetzt bei jedem Auto zuerst auf die Klimaanlage?

Nicht zuerst - aber ich bin jetzt viel aufmerksamer bei Klimaanlagen. Wussten Sie, dass im Wäschetrockner und in der Dunstabzugshaube ein ähnliches Laufrad wie in der KFZ-Klimaanlage ist? Ich habe ein Netzwerk aufgebaut mit Kollegen, die etwas Ähnliches produzieren - so können wir voneinander lernen.

Was macht Ihnen besonders Spaß an Ihrer Arbeit?

Einerseits das internationale Arbeiten. Ich spreche viel Englisch in der Arbeit und habe viel Kontakt zu den USA. Einige der Kollegen dort waren auch am MIT, das ist natürlich eine tolle Zusammenarbeit. Unsere Kunden sind ebenfalls international. Spannend für mich als relativ junge Mitarbeiterin ist, dass ich meine Projekte selbstständig koordinieren kann und selbst aktiv werden darf, obwohl ich noch nicht so lange hier arbeite. Ich entwickle Entscheidungsvorlagen und habe schon sehr viel Verantwortung.

Was machen Sie bei Bosch?

Ich bin Systemingenieur und arbeite in der Plattformentwicklung von elektrischen Antrieben für Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Ich koordiniere das Zusammenspiel von Leistungselektronik, Software und elektrischer Maschine. Die Plattform ist eine Lösung für Automobilhersteller, die mit geringem Aufwand an Spezialwünsche angepasst werden kann. In meinem speziellen Fall geht es dabei um die Spezifikation von Diagnosefunktionen, also diejenigen Funktionen, die Warnlämpchen einschalten, wenn irgendetwas am Auto nicht funktioniert.

Für diese Aufgabe finde ich zunächst heraus, welche Anforderungen die Kunden haben und welche zum Beispiel durch Emissionsgesetze oder Sicherheitsanforderungen vorgegeben sind. Die Wünsche sind meist relativ abstrakt und es muss dann "übersetzt werden", was das für die Komponenten bedeutet. Anschließend setze ich mich mit den Kollegen zusammen, die zuständig sind für Softwareentwicklung und die Entwicklung von Sensoren und Maschinen, um ein Konzept zu erarbeiten, mit dem die Wünsche der Kunden erfüllt werden können. Meist startet die Idee für eine Umsetzung mit Bleistift und Papier oder am Whiteboard. Zur Umsetzung sind manchmal auch Simulationen nötig - die machen wir dann selbst.

Wie wichtig ist es Ihnen, dass Sie an einem Produkt arbeiten?

Ich bin nicht direkt an der Herstellung beteiligt, sondern am Schritt davor. Aber trotzdem identifiziere ich mich sehr mit dem Produkt, dem fertigen Antrieb - ohne den gibt es schließlich keine Elektrofahrzeuge. Insofern ist das fertige Fahrzeug dann schon auch mein "Baby".

Was macht Ihnen besonders Spaß an Ihrer Arbeit?

Mir ist einerseits wichtig, dass meine Arbeit eine Relevanz hat und dass ich nicht für die Schublade produziere. Ich kann bei Bosch Veränderungen erzielen, und zwar gleich zweifach: Als Systemingenieur kann ich die Entwicklung stark beeinflussen, denn ich bin für die Konzepte verantwortlich. Und darüber hinaus hat die Entwicklung von umweltfreundlichen Fahrzeugen eine große gesellschaftliche Relevanz. Ich habe damit direkten Einfluss auf gesamtgesellschaftliche Fragen - deshalb bin ich sehr zufrieden mit dem Produkt, an dessen Herstellung ich beteiligt bin.

Außerdem finde ich es toll, dass ich einen so großen Gestaltungsspielraum habe: Ich kann selbst entscheiden, wie eine bestimmte technische Lösung aussehen wird. Mir ist auch wichtig, dass Bosch ein Stiftungsunternehmen ist, in dem sehr langfristig gedacht wird. Die Entwicklung von umweltfreundlichen Autos und den zugehörigen Schlüsselkomponenten ist sehr teuer und es dauert, bis dieses Geschäft Gewinn abwirft. Bei Bosch hat man die Möglichkeit, so eine langfristige Entwicklung zu betreiben. Die Robert Bosch Stiftung investiert außerdem einen Teil des Unternehmensgewinns in gemeinnützige Zwecke, der Rest wird ins Unternehmen reinvestiert. So wird der Gewinn gesellschaftlich und unternehmerisch sinnvoll angelegt.

Was bietet Ihnen Bosch, was andere Arbeitgeber so nicht bieten können?

Bosch ist mit über 300.000 Mitarbeitern sehr groß und bietet eine enorme Produktpalette von Hydraulikzylindern, die große Stauwehre bedienen, über Bühnentechnik, Hausgeräte, Zündkerzen bis hin zu Software. Man kann also bei Bosch in vielen verschiedenen Bereichen arbeiten, sich auch mal inhaltlich verändern und ins Ausland gehen. Bosch fördert interne Wechsel auch, um den Austausch von Know-how zwischen den einzelnen Bereichen zu unterstützen.

Haben Sie einen Tipp für die e-fellows, was das Studium oder die Berufswahl angeht?

Ich habe immer das gemacht, was mir Spaß macht, und bin damit super gefahren. Wenn man sich eine Aufgabe oder ein Studium sucht, die einem Freude bereiten, dann ist man darin auch gut. Man bekommt positives Feedback und geht gerne zur Uni oder Arbeit. Manchmal kann die Entscheidung natürlich schwer sein, wenn man vielfältige Interessen hat - da hilft dann nur ausprobieren. Das heißt für Abiturienten, sich einfach mal in eine Vorlesung zu setzen, und für Studenten, Praktika in möglichst unterschiedlichen Aufgabengebieten zu absolvieren.

Neugierig geworden? In unserer Jobbörse findest du Jobs und Praktika bei Bosch.

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