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Von der Rennstrecke in den Beruf

Bosch lud die Teams der Formula Student Germany zum Testrennen nach Boxberg [Quelle: Bosch]

Quelle: Bosch

In der Formula Student treten Studenten mit selbst entwickelten Rennwagen gegeneinander an. Das macht nicht nur Spaß, sondern ist auch ein gutes Sprungbrett in den Job. Denn durch den Wettbewerb kommen die Teilnehmer mit namhaften Unternehmen aus der Automobilindustrie in Kontakt – zum Beispiel mit Bosch.

Wenn vom 8. bis 11. August am Hockenheimring die Motoren heiß laufen, dann sind es nicht Ferrari, Mercedes oder McLaren, die um den großen Preis von Deutschland konkurrieren. Die Teams, die gegeneinander antreten, kommen von der TU München, der ETH Zürich, dem Karlsruher Institut für Technologie und rund 100 weiteren Hochschulen im In- und Ausland. Mit selbstkonstruierten Autos wagen sie sich auf den Ring und stellen sich bei der Formula Student Germany (FSG) dem Urteil der Fachjury. Bewertet werden nicht nur die Fahreigenschaften der Autos, sondern auch der Wirtschaftsplan und das Marketingkonzept – am Ende gewinnt also das Team mit dem besten Gesamtpaket.

Generalprobe mit Bosch-Ingenieuren

Auch wenn die Studenten die Rennwagen weitgehend eigenständig entwickeln, bekommen sie bei Bedarf Unterstützung aus der Industrie. Zum Beispiel von Bosch: Ingenieure des Technologie-Unternehmens stehen mehr als 30 Teams der FSG als Berater zur Seite. Sie greifen den Studenten unter die Arme, wenn diese bei der Entwicklung, Konstruktion oder Inbetriebnahme ihrer Fahrzeuge nicht mehr weiterwissen. In der Saison 2017 veranstaltete Bosch dazu nicht nur einen Workshop zum Auftakt der Planungsphase, sondern lud die Teams auch zu einem Testrennen im firmeneigenen Prüfzentrum in Boxberg ein. Wo sonst die Neuentwicklungen von Bosch getestet werden, konnten die Studenten am 8. Juli – also genau einen Monat vor der Premiere auf dem Hockenheimring – ihre Fahrzeuge unter Rennbedingungen erproben und mit Hilfe der Bosch-Mitarbeiter optimieren. Von der technischen Abnahme bis zu Beschleunigungs- und Ausdauertests standen alle Szenarien auf dem Prüfstand, die auch im Wettbewerb absolviert werden müssen.

Premiere für das autonome Rennauto

Eine besondere Herausforderung ist in diesem Jahr die neue Wettbewerbsklasse Formula Student Driverless, in der erstmals 15 Teams mit autonomen Rennwagen gegeneinander antreten. "Dafür reicht es nicht, den Kabelbaum des Fahrzeugs neu zu strukturieren und zusätzliche Technik einzubauen. Wir müssen vor allem Algorithmen programmieren, damit der Rennwagen vollautonom durch den Parcours fahren kann“, sagt Roman Dörflinger, organisatorischer Leiter des Karlsruher Rennteams KA-RaceIng e.V. Um das umzusetzen, müssen die Studenten zunächst verstehen, wie ein autonomes Fahrzeug grundsätzlich funktioniert. "Eine Herausforderung für uns war, wie sich das Fahrzeug auf der Strecke orientieren kann. Nach mehreren Tests mit Radar, Laser, Kameras und Ultraschall haben wir uns für eine Kombination aus Videoerkennung und Laserscanner entschieden", so Dörflinger weiter. "Dabei haben uns die Experten von Bosch mit ihrer Erfahrung sehr unterstützt."

Und was hat Bosch davon?

Bosch engagiert sich schon seit Langem in der Formula Student – nicht ganz ohne Hintergedanken: "In der Formula Student können Studenten wertvolle Erfahrungen in den Bereichen Projektmanagement, Entwicklung und Software sammeln", sagt Bernhard Bihr, Geschäftsführer von Bosch Engineering. Gerade der letztgenannte Bereich spielt auch für Bosch eine wichtige Rolle, zum Beispiel bei der Entwicklung von Fahrassistenzsystemen. Schon jetzt beschäftigt sich jeder dritte Entwickler bei Bosch mit Software. "Teilnehmer der Formula Student bringen daher beste Voraussetzungen für einen erfolgreichen Berufseinstieg mit. Auch deshalb unterstützen wir die Formula Student bereits seit zehn Jahren", so Bihr. Seine Kollegin Helena Ortwein, die das Event in Boxberg organisiert, ergänzt: "Teilnehmer der Formula Student zeichnen sich durch ihr Engagement, ihr Durchhaltevermögen und ihre technische Expertise aus. Die Formula Student ist für sie eine ideale Plattform, um mit möglichen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen."

Ortwein muss es wissen: Vor ihrem Einstieg als technische Projektkoordinatorin bei Bosch Engineering war sie selbst zwei Jahre lang Mitglied im Rennteam Stuttgart. Und sie ist nicht die einzige mit diesem Hintergrund: Allein bei Bosch Engineering arbeiten rund 90 ehemalige Teilnehmer der FSG.

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Wie lange dauert es, einen Rennwagen zu konstruieren? Leidet unter dem Hobby das Studium? Der Manager des Racing-Teams der TU München verrät es im Interview.

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